SZ +
Merken

Dresdens größte Kita sucht 40 Erzieher

Am 3. Juni startet der Betrieb in der ehemaligen Landesbibliothek. Dort soll teilweise in offenen Gruppen gearbeitet werden.

Teilen
Folgen

Von Kathrin Kupka-Hahn

Ein großer Aktenberg verdeckt Janett Schmelings Schreibtisch. Rund 80 Bewerbungen muss die Leiterin von Dresdens größter Kindertagesstätte, betrieben vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), durchsehen. Täglich kommen neue dazu. „Wir suchen für unsere neue Kita in der Marienallee rund 40 Erzieher“, erzählt die 37-Jährige.

Die richtigen Leute zu finden, ist eine Mammutaufgabe, die einiges abverlangt. „Wir brauchen keinen bestimmten pädagogischen Typ, sondern Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten“, sagt Janett Schmeling. Unterstützung erhält sie nicht nur von der DRK-Personalchefin Susanne Rahn, sondern auch von dem Coaching-Team aus einem pädagogischen Institut. „Das findet für uns heraus, wer zu wem passt und analysiert, welche Stärken die Bewerber mitbringen“, sagt Rahn. Sie war überrascht, wie viele Zusatzqualifikationen die Anwärter bieten. „Vom Entspannungspädagogen über den Diplom-Musiker bis hin zur Tanztherapeutin ist alles dabei“, sagt die Personalchefin.

Zehn Stellen sind inzwischen besetzt, darunter drei von Männern. Dieses erste Team startet bereits Mitte April. Schließlich müssen erste Räume bezogen, Elterngespräche geführt, Fortbildungen besucht und auch das Konzept weiterentwickelt werden. Das ist keines von der „Stange“. Es wurde extra für die Kita mit ihrer Größe und mit ihren Räumen entwickelt. Zudem fließen Methoden aus anderen Richtungen ein, wie etwa aus der Montessori- oder Fröbel-Pädagogik. Als Basis für das situationsorientierte Konzept wurden vier Eckpunkte benannt: Gesundheit, Gemeinschaft, Vorbereitung auf das Leben und Erforschen. Denn es handelt sich bei der Kita um das „Haus der kleinen Entdecker“.

310 Kinder werden hier in 22 Gruppen betreut, die sich über drei Stockwerke in der ehemaligen Landesbibliothek erstrecken. Im Erdgeschoss sollen die Krippenkinder unterkommen. Die Räume im 1. Obergeschoss sind den sogenannten Familiengruppen mit Kindern im Alter zwischen zwei und vier Jahren vorbehalten. Im 2. Obergeschoss sollen die Kindergartenkinder von drei bis sechs Jahren einziehen. Außer in der Krippe wird in teils offenen Gruppen gearbeitet. „Jedes Kind hat dabei aber seine Gruppe und seine Bezugsperson“, so Janett Schmeling. Besonders freut sich die Kita-Leiterin auf die Arbeit in den Funktionsräumen. Neben den Klassikern fürs Bauen, Rollenspiel und Kreativsein gibt es welche fürs Experimentieren und Matschen, für Naturwissenschaftliches, ein Schulzimmer und eine Kinder-Bibliothek.

Eröffnet wird das „Haus der kleinen Entdecker“ am 3. Juni, aber noch nicht in voller Besetzung. „Wir beginnen mit 65 Kindern“, sagt die Leiterin. Bis zum Frühjahr soll die volle Belegungszahl „peu à peu“ mit 310 Kindern erreicht werden. Dann werden auch alle 40 pädagogischen Fachkräfte gebraucht.