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Dresdens Luft wird sauberer

Besonders an der Bergstraße sinkt die Stickstoffdioxid-Konzentration. Dennoch sieht die Stadt noch viele Aufgaben vor sich.

Auf der Bergstraße scheint der Blitzer endlich Wirkung zu zeigen.
Auf der Bergstraße scheint der Blitzer endlich Wirkung zu zeigen. © Sven Ellger

Ist das die Trendwende? An der Bergstraße ist die Luftqualität im vergangenen Jahr deutlich besser geworden. Der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurde nicht nur knapp eingehalten wie 2018, sondern deutlich unterschritten, teilte die Stadtverwaltung am Montag mit. Das Jahresmittel betrug 35 Mikrogramm.

Es gebe mehrere Gründe, weshalb sich die Luftqualität verbessert habe, so die Stadt weiter. Auf der Bergstraße würden sich mehr Fahrzeuge an das Tempolimit halten. Damit zeigt offenbar der Blitzer in Höhe Zeunerstraße Wirkung, der im Februar 2018 aufgestellt wurde. Außerdem machte sich die neue Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen Nöthnitzer Straße und Stadtausgang bemerkbar. Im vergangenen Jahr wurde diese von 70 auf 50 km/h reduziert.

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„Es zeigt sich, dass die Verkehrspolitik der Stadt allmählich Früchte trägt", sagte Umweltsamtsleiter Wolfgang Socher am Montag. "Diese setzt vor allem auf die Stärkung des Umweltverbundes bestehend aus Öffentlichen Personennahverkehr sowie Fuß- und Radverkehr." Verbesserungen in der Kfz-Technik, die es nach der Bewältigung des Dieselabgasskandales gebe, würden sicherlich auch zur Reduktion von Luftschadstoffen beitragen.

Trotzdem stünde Dresden vor großen Aufgaben. Das Ziel sei es, den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß des Verkehrs bis 2030 um 40 Prozent zu senken. "Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die ohne Ideen und aktiver Beteiligung der Dresdner nicht zu stemmen ist“, so Socher.

Die drei Dresdner Luft-Messstationen stehen an der Bergstraße, am Neustädter Bahnhof und hinterm Hauptbahnhof. An den beiden Bahnhöfen sind die Grenzwerte ebenfalls eingehalten worden (Neustadt: 17 Mikrogramm; Hauptbahnhof: 27 Mikrogramm).Nun nicht veröffentlicht wurden bisher die Berechnungen des Landesumweltamtes. Dieses kalkuliert die Luftschadstoff-Konzentration für jeden einzelnen Straßenzug.

Hauptquelle von Stickstoffdioxid in Großstädten sind Verbrennungsmotoren, vor allem Diesel. Wird das Gas eingeatmet, treten bei gesunden Menschen keine Symptome auf, da es kaum mit der Schleimhaut der oberen Atemwege reagiert, so das Umweltbundesamt. Allerdings schädigt Stickstoffdioxid das Gewebe in den Bronchien und Lungenbläschen. Dies sei besonders bei schon geschädigten Atemwegen problematisch, da es zu Bronchienverengungen oder Entzündungen kommen kann. Unter anderem für Asthmatiker kann das gefährlich werden.

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Auch eingehalten wurden im vergangenen Jahr die Grenzwerte für Feinstaub. An der Bergstraße gab es lediglich vier Tage, an denen das empfohlene Tageslimit überschritten wurde. Erlaubt sind über das gesamte Jahr hinweg 35 Tage.

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