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Dresdens OB zur Zukunft der Dampferflotte

Nun spricht Dirk Hilbert über die schwierige Lage der Sächsischen Dampfschiffahrt - und hat einen konkreten Vorschlag zu deren Rettung.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert gab nun ein Statement zur Zukunft der Sächsischen Dampfschiffahrt ab.
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert gab nun ein Statement zur Zukunft der Sächsischen Dampfschiffahrt ab. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Einen Tag nachdem Mitarbeiter der Sächsischen Dampfschiffahrt öffentlichkeitswirksam auf die befürchtete Insolvenz des Unternehmens hingewiesen haben, indem sie das Flaggschiff, den Dampfer "Dresden", kaperten und für eine Demonstration nutzten, äußert sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zur schwierigen Lage der Flotte. 

"Die Sächsische Dampfschifffahrt ist aus unserer Region nicht wegzudenken und ein Kulturgut mit besonders hohem Stellenwert", so Hilbert. Leider sei das Unternehmen nicht zuletzt durch anhaltendes Niedrigwasser und jetzt auch die Corona-Krise in erhebliche Schieflage geraten. "Ich bin mit dem Unternehmen selbst, aber auch mit Vertretern des Freistaates Sachsen immer wieder im Gespräch darüber gewesen, wie die Zukunft der Dampfschifffahrt gestaltet werden könnte. Leider hat es aber bisher keine sichtbaren Bemühungen gegeben das Unternehmen langfristig zu sichern", sagt Hilbert. 

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Dann unterbreitet er einen konkreten Vorschlag: Man könne die Sächsische Dampfschifffahrt ja in den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) eingliedern. "Der VVO ist heute schon Mehrheitseigner der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft mit den entsprechenden historischen Strecken, deren Betrieb wiederum über den Freistaat Sachsen finanziert wird. Ein ähnliches Modell wäre für die Dampfschifffahrt ebenfalls denkbar", erklärt Hilbert. 

Mit einer entsprechenden Finanzierung über Landesmittel könnte der VVO den Erhalt der Streckenverbindung zwischen Meißen und dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge absichern, meint der OB. "Entscheidend wäre auch, dass der Freistaat Investitionen in die Flotte ermöglicht. Es braucht dringend Schiffe, die auch bei Niedrigwasser einsetzbar sind und Umsätze generieren. Auch ein Linienverkehr im Sinne des öffentlichen Nahverkehrs auf der Elbe halte ich für eine Option zum Erhalt der Dampfschifffahrt selbst."

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Hilbert appelliert an alle Beteiligten, nun schnell über diesen Weg in vertiefte Gespräche einzutreten, "damit die Zukunft für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestaltet werden kann". (SZ/dob)

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