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Corona: Apotheke mixt Desinfektionsmittel

Mandy Miersch aus der Lilien-Apotheke in Dresden wird in der Corona-Krise selbst aktiv. Warum das Mittel nun teurer verkauft wird und was Kunden sie häufig fragen.

Die Dresdner Apothekerin Mandy Miersch stellt eigenes Desinfektionsmittel her. Auch Mundschutzmasken verkauft sie - zu Preisen, die ihr selbst manchmal unangenehm sind.
Die Dresdner Apothekerin Mandy Miersch stellt eigenes Desinfektionsmittel her. Auch Mundschutzmasken verkauft sie - zu Preisen, die ihr selbst manchmal unangenehm sind. © Sven Ellger

Dresden. Leere Regal bei DM und Rossmann, lange Gesichter bei den Kunden: Schon seit Wochen gibt es in den Drogerien keines oder kaum Desinfektionsmittel. Seit März dürfen die Apotheken nun wieder selbst Desinfektionsmittel herstellen. So wie Mandy Miersch aus der Lilien-Apotheke in der Dresdner Johannstadt.

"Die Lage war sehr schwierig, weil die Apotheken auch keine Mittel mehr geliefert bekamen. Wir haben dann sofort, als die Genehmigung kam, selbst mit der Produktion begonnen", sagt Mandy Miersch. Sie stellt es aus Isopropanol oder Ethanol her. Doch für solche Stoffe sei der Preis im Großhandel extrem gestiegen, so die Apothekerin, teilweise um das 600-fache. 

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Das sei auch der Grund dafür, dass sie und andere Dresdner Apotheken die selbst gemischten Desinfektionsmittel für höhere Preise als üblich verkaufen müssen. Das war auch schon einigen SZ-Lesern aufgefallen. Miersch findet es gut, dass die Apotheken nun selbst handeln dürfen in der Krise. "Wir haben das Fachwissen dafür."

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Ein weiteres Problem: Auch die Flaschen und die Sprüh- oder Pumpköpfe für die Flaschen seien immer schwerer im Fachhandel zu bekommen. Oft seien diese ausverkauft. "Da wir schon lange beispielsweise Babypflege selbst herstellen, sind wir im Fachhandel aber bekannte Kunden und bekommen öfter mal etwas geliefert", sagt Miersch, die ihre Apotheke seit 2015 in Dresden führt. 

Nicht nur für Privatleute, sondern auch für Arztpraxen und Physiotherapeuten mischt und liefert sie Desinfektionsmittel. "In fünf Liter Kanistern zum Abwischen der Flächen", sagt die Apothekerin. Auch die Praxen in Dresden kämpfen seit Wochen mit dem fehlenden Nachschub.

Mandy Miersch wünscht sich in der Corona-Krise: "Vergesst die heimische Apotheke um die Ecke nicht." Sie führt gerade in diesen Zeiten viele Gespräche mit ihren Kunden, beruhigt und klärt auf. "Viele trauen sich aktuell nicht zum Arzt aus Angst vor Ansteckung und kommen stattdessen zu uns", sagt Miersch. Sie beantwortet gerne Fragen und nimmt sich Zeit. Aber sie stellt auch klar: "Wer Probleme und Schmerzen hat, sollte einen Arztbesuch nicht aufschieben."

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Immer wieder nachgefragt werden die Mundschutzmasken. Die kann sie aktuell aber nur für 20 Euro pro Stück verkaufen. Die Einkaufspreise seien extrem gestiegen. "Solche Preise sind mir manchmal unangenehm, aber ich kann die Preise nicht ändern und bin froh, dass ich überhaupt welche verkaufen kann", sagt die Apothekenchefin. 

Zum Thema Mundschutz und Hygiene höre sie die meisten Fragen: Wie kann ich mich schützen? Was darf ich anfassen? Wie riskant ist ein Besuch im Supermarkt? "Ich rate immer, die allgemeinen Regeln einzuhalten. Oft und gründlich Hände waschen und nicht ständig mit den Händen ins Gesicht fassen", so Mandy Miersch, die neben der Apotheke in Dresden auch noch eine Filiale in Pirna hat.

Immer wieder fällt ihr in Gesprächen auf: Die jungen Dresdner halten sich oft besser an die Vorschriften als die älteren. Diese gingen öfter raus, um ihre Kontakte zu pflegen. "Gerade für die ältere Kunden bieten wir einen Lieferdienst unserer Produkte an. Ich sage dann immer, bleiben Sie daheim, wir bringen die Sachen zu Ihnen nach Hause."

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