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DVB kassieren bei Dresdner Maskenmuffeln

Wer ab Dienstag in Bus und Bahn ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss 60 Euro zahlen. Darum müssen sich die DVB nicht allein kümmern.

In den Dresdner Bahnen und Bussen sollen künftig auch Polizisten mitfahren.
In den Dresdner Bahnen und Bussen sollen künftig auch Polizisten mitfahren. © René Meinig

Dresden. Am Dienstag ist die Schonfrist vorbei. Dann kostet es Geld, wenn man sich in den Dresdner Bussen und Straßenbahnen weigert, eine Mund-Nasen-Maske zu tragen. Dann wird abkassiert. Nicht sofort, aber Maskenmuffel müssen den Fahrscheinkontrolleuren dann ihren Personalausweis zeigen. Die Männer und Frauen tippen die Daten in ihr elektronisches Gerät, das druckt dann so etwas wie eine Quittung aus. Die Daten gehen schließlich an die Stadt und von dort kommt die Rechnung. 60 Euro werden nach aktuellem Stand fällig, wenn Fahrgäste ihre Maske vergessen haben oder sich weigern, eine zu tragen. 

60 Euro sind zu wenig

„Das ist ein bissel wenig“, findet Andreas Hemmersbach, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) für Finanzen und Technik. „Aber wir sind sehr froh, dass das Bußgeld kommt.“ Denn bisher hatten es die Fahrscheinkontrolleure nicht leicht, wenn sie die schon bestehende Maskenpflicht durchsetzen wollten. Wer keinen Schutz trug, musste nichts befürchten, noch nicht einmal das Ende der Fahrt. „Wir standen zwischen Baum und Borke“, beschreibt Hemmersbach diese Situation. Einerseits war die Maske vorgeschrieben, andererseits konnten die DVB sie nicht durchsetzen. Auch dann nicht, wenn sich Kunden unwohl fühlten, weil Fahrgäste ohne den Schutz in ihrem Bus oder ihrer Bahn saßen.

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Das wird sich ab Dienstag ändern, ist Hemmersbach überzeugt. Schon allein seit die Diskussion über ein Bußgeld läuft, habe die Beachtung der Maskenpflicht angezogen, berichtet der DVB-Vorstand. Außerdem hätten Ordnungsamt und Polizei die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben signalisiert. Das heißt, künftig könnten auch uniformierte Beamte aus dem Rathaus oder von der Polizei mitfahren, um die Maskenpflicht durchzusetzen. Ab wann, wie oft und wie viele, steht aber noch nicht fest.

Mehr Fahrgäste ab Schulbeginn

Dass künftig wieder mehr Menschen mit den Dresdner Bussen und Bahnen fahren, steht für Hemmersbach und seine Kollegen fest. Am Montag, wenn die Schule wieder beginnt, steigt die Fahrgastzahl, sind sie überzeugt. Derzeit seien es etwa 80 Prozent der vor Corona üblichen Mitfahrer. Dann kommen die Schüler dazu, die Studenten haben dagegen noch Pause und offen sei ohnehin, wie der Unibetrieb demnächst funktionieren soll.

Ab Montag sind wieder die Verstärkungsfahrten für den Schülerverkehr unterwegs. Das gilt insbesondere auch für die Fahrten, die die Verkehrsbetriebe für die Schüler ausgelagerter Schulen anbieten, zum Beispiel die Linie 7, bei der ein Zug von Klotzsche zur Großenhainer Straße fährt, um die Schüler aus dem Klotzscher Gymnasium zum Interimsstandort an der Gehestraße zu bringen. Schülerverkehr gibt es dann auch wieder für die Schüler aus dem Gymnasium Plauen mit den Fahrten zum Auslagerungsstandort am Terrassenufer und für die Oberschüler von der Merbitzer Straße in Briesnitz mit Fahrten zur Ginsterstraße in Prohlis mit den Linien 75 und 80.

Mehr Fahrten für Linien 10 und 12

Neu ist ab Montag auch der alte Fahrplan. Das heißt, die Verkehrsbetriebe kehren im Tagesverkehr zum Vor-Corona-Standard zurück. Als letzte Bahnen fahren dann auch wieder die 10 und die 12 werktags alle zehn Minuten, das Angebot auf der Buslinie 62 wird auf das Niveau vor Corona gebracht und die Buslinie 79 fährt dann wieder drei Mal pro Stunde. Jetzt gibt es nur zwei Busse innerhalb von 60 Minuten. 

Nur in der sogenannten "schwarzen Nacht" bleibt es bei einem ausgedünnten Angebot. Da sei einfach noch nicht die normale Nachfrage erreicht, begründet Hemmersbach diese Entscheidung, es fehlt noch das Publikum von Kulturveranstaltungen und Partys, das noch tief in der Nacht mit Bus und Bahn unterwegs ist. Das heißt, zwischen 1 und 4 Uhr bleibt es vorerst beim 60-Minuten-Takt.

Eine neue Buslinie, drei neue Haltestellen

In Klotzsche und Nickern gehen neue Haltestellen ans Netz. In Klotzsche fährt dann die neue Linie 78 zwischen dem Bahnhof und dem Gewerbegebiet Airportpark mit dem Bosch-Werk. Dort gibt es dann die neuen Haltestellen „An der Bartlake“ (Linie 80) und „Gewerbegebiet Airportpark“ (Linie 79). In Nickern halten die 88er Busse künftig an der neuen Haltestelle Alnpeckstraße. „Damit erreichen wir etwa 150 Anwohner und die Nutzer mehrerer Gartensparten“, sagt Mirko Rüde, der bei den DVB aktuell für die Streckenplanung zuständig ist.

Knopf drücken vor dem Aussteigen

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