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Dresdner Corona-Irrsinn

2.000 Schutzmasken für Dresdner? SZ-Redakteur Andreas Weller findet, dass Oberbürgermeister Hilbert beim Verteilen eine Art "Corona-Party" veranstaltet.

Die Landeshauptstadt Dresden verteilt 20000Schutzmasken gratis. SZ-Redakteur Andreas Weller hat große Zweifel an der Art und Weise.
Die Landeshauptstadt Dresden verteilt 20000Schutzmasken gratis. SZ-Redakteur Andreas Weller hat große Zweifel an der Art und Weise. © (c) Christian Juppe

Die Bilder wirkten aus der Zeit gefallen: Nach wochenlangen Ausgangsregeln und Kontaktverboten, standen Dresdner am Montag in einer kilometerlangen Schlange nach Schutzmasken an. Abstandsregeln? Infektionsschutz? Schülern – wenn sie denn unterrichtet würden – würde man sagen: Setzen, sechs!

Ja, Oberbürgermeister Hilbert hat in der Corona-Krise bisher viel richtig gemacht. Seine Ausgangsbeschränkungen noch vor dem Land waren sinnvoll. Wahrscheinlich liegt die niedrige Infizierten-Zahl in der Stadt auch daran. 

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Wenn allerdings diese Zahl in zwei Wochen deutlich ansteigen sollte, könnte eine Ursache Hilberts „Corona-Party“ von diesem Montag sein. Ausgerecht das Stadtoberhaupt, das seit Wochen predigt, Abstand sei der Schlüssel, Corona in den Griff zu bekommen.

Ja, Hilbert hat Recht, wenn er sagt, das Land habe die Verordnung für die Lockerungen und zur Maskenpflicht zu kurzfristig erlassen. Der Schwerpunkt von Ministerpräsident Kretschmer (CDU) lag dabei auf der Wirtschaft. Das ist verständlich. Die Schutzmaskenpflicht dafür ist notwendig. Vielleicht hätte beides aber auch ein paar Tage später in Kraft treten können.

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Hilbert nennt es eine „Notsituation“ kurzfristig die Verteilung organisieren zu müssen. In der Not trifft nicht jeder die richtigen Entscheidungen. Die an dieser Stelle waren falsch, sowohl  von der Stadt als auch vom Land – zumindest was die Zeitpunkte angeht. Kretschmer hat eine Verfügung erlassen, ohne zu bedenken, dass die Umsetzung, zumindest von Teilen, Zeit benötigt. Zudem hat er Verstöße gegen die Maskenpflicht nicht unter Strafe gestellt. Wie aber sollen Polizei und Ordnungsamt sie dann umsetzen? Hilbert dagegen hat unterschätzt, wie viele Menschen kommen, die sich nicht selber Masken beschaffen können – zumindest nicht kostenlos.

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