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Dresden

Dresdner Eltern werden nicht isoliert

Drei Kitas und zwei Schulen sind von Infektionen betroffen, die Kinder der Einrichtungen stehen unter Quarantäne. Warum das nicht für die Eltern gilt.

Warum stehen die Eltern nicht unter Quarantäne, ihre Kinder schon?
Warum stehen die Eltern nicht unter Quarantäne, ihre Kinder schon? © dpa-Zentralbild/Robert Michael (Symbolbild)

Dresden. Mehr als 1.000 Dresdner Kinder, Jugendliche, Lehrer und Erzieher stehen derzeit unter Quarantäne. Bei drei Kindern und einer Erzieherin war das Virus in den vergangenen Tagen nachgewiesen worden. Deren Angehörige werden allerdings nicht isoliert, wie die Dresdner Stadtverwaltung am Montag gegenüber Sächsische.de bestätigte. Warum eigentlich nicht?

"Die Isolation gilt nur für den Personenkreis, der möglicherweise mit der infizierten Person in Kontakt war, nicht für Dritte", sagt Stadtsprecher Karl Schuricht. Die Eltern der Kinder, die jetzt zu Hause isoliert sind, hätten diesen direkten Kontakt ja nicht gehabt. Sie müssen laut Stadt auch solange nicht isoliert werden, wie das Kind keine Symptome zeige. Bei kleinen Kindern sei das schwer einzuhalten. Insofern mache es Sinn, dass vielleicht nur ein Elternteil intensiveren Kontakt habe, das andere Elternteil Abstand halte, rät die Verwaltung.

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Der Vater eines Schülers am St.-Benno-Gymnasium berichtet, wie die Eltern am Wochenende von dem Infektionsfall an der Schule erfahren haben. "Wir sind am Sonntag per E-Mail von der Schule und vom Gesundheitsamt angeschrieben worden", erzählt der Dresdner, der nicht möchte, dass sein Name veröffentlicht wird. Der Redaktion ist er bekannt. 

Demnach seien die Eltern angewiesen worden, ihre Kinder zu Hause zu behalten. Die Eltern selbst stünden nicht unter Quarantäne. "Stattdessen sollen wir zu unserem Kind ein bis zwei Meter Abstand halten und, wenn möglich, getrennte Bäder benutzen." Zu Abend werde jetzt mit einigem Abstand zueinander gegessen, berichtet der Vater. "Es ist eine komische Situation."

Das Vorgehen der Stadt sei nicht zu beanstanden. Sie und die Schule hätten umgehend reagiert und informiert. Merkwürdig finde er es nicht, dass sein Kind, er aber nicht, unter Quarantäne steht. Man habe schließlich einen umfangreichen Merkzettel bekommen, auf dem klar geregelt ist, wie sich die Eltern zu verhalten haben.

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Neben dem Schüler des St.-Benno-Gymnasiums sind auch zwei Kita-Kinder und eine Hortnerin infiziert. Deshalb bleiben ab diesem Montag mehrere Einrichtungen geschlossen, auch für die Notbetreuung.

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