merken
PLUS Dresden

Dresdner Firma baut Corona-Ampel

Um den begrenzten Einlass vor Geschäften zu regulieren, kommt jetzt Sensortechnik zum Einsatz. Bei Fahrrad XXL in Dresden wird gerade der Prototyp getestet.

Uwe Schröder von eKiosk will in den kommenden Wochen die Corona-Ampel in der Praxis testen. Diese zeigt sogar die beliebten Ampelmännchen an.
Uwe Schröder von eKiosk will in den kommenden Wochen die Corona-Ampel in der Praxis testen. Diese zeigt sogar die beliebten Ampelmännchen an. © Sven Ellger

Dresden. Überall gibt es gerade dasselbe Bild: Schlangen vor den Märkten, begrenzte Einkaufswagen-Kontingente, gestresste Mitarbeiter. Eine Dresdner Firma hat sich nun zum Ziel gesetzt, den momentanen Ausnahmezustand für die Unternehmen mit viel Kundenverkehr zumindest etwas zu erleichtern.

Eine vollautomatische Corona-Ampel soll dem Einkaufenden künftig anzeigen, ob er das Geschäft schon betreten darf, oder noch warten muss, bis ein anderer Kunde gegangen ist. Laut Gesetz muss derzeit jedem Kunden mindestens 20 Quadratmeter Raum zur Verfügung stehen.

Familie
Vater, Mutter und Kinder
Vater, Mutter und Kinder

sind eine wunderbare Kombination. Sie kann viel Spaß machen, aber auch Arbeit und Ärger. Tipps, Tricks und Themen zu allem, was mit Familie und Erziehung zu tun hat, gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de.

Die eKiosk GmbH wurde 2004 gegründet und beschäftigt heute 35 Mitarbeiter. Die Firma mit Hauptsitz im Industriegelände ist nach eigenen Angaben einer der Marktführer in Europa im Bereich der digitalen Beschilderung, also bei Angebot und Betreuung von Monitoren und Terminals. 

Mehr zum Coronavirus:

Aber auch Einlasskontrollen sind ein Spezialgebiet. "Als wir nach Ostern die Schlangen sahen und die zählenden Mitarbeiter, dachten wir uns, das muss doch auch anders gehen", sagt Uwe Schröder von eKiosk. Innerhalb von fünf Tagen habe man dann mit Softwareentwicklern und Konstrukteuren eine Lösung entwickelt: die Corona-Ampel.

Bei Fahrrad XXL an der Dohnaer Straße wird ab sofort ein Prototyp der Technologie getestet. Exakt 92 Kunden dürfen hier gleichzeitig in den Laden. "Nach der Wiedereröffnung haben wir zunächst mit eigenen Mitarbeitern gezählt, die deswegen bei der Beratung gefehlt haben", sagt Filialleiter Jens Kramer. "Ein Versuch mit einem Zählkartensystem verlief auch suboptimal." Deswegen sei man nun froh, eine "intelligente" Lösung gefunden zu haben.

Das Ampelmännchen auf dem Display zeigt den Kunden an, ob sie schon weiterlaufen dürfen.
Das Ampelmännchen auf dem Display zeigt den Kunden an, ob sie schon weiterlaufen dürfen. © Sven Ellger

Die Corona-Ampel hinter der Eingangstür ist eher ein Terminal. Das Display zeigt ein grünes Ampelmännchen und dazu das Wort "GO!" - allerdings nur solange, bis 92 Personen im Geschäft sind. Dann springt die Anzeige auf Rot und signalisiert dem Kunden: "STOP!"

Der Infrarot-Sensor lässt Fahrräder unbeachtet passieren und erfasst einen Bereich, der auch die meisten Haustiere "übersieht". Er kann allerdings nur dann korrekt auslösen, wenn die Kunden brav hintereinander laufen. Bei den aktuellen Abstandsregelungen sollte das ja aber sowieso selbstverständlich sein.

In den kommenden Wochen will sich eKiosk anschauen, wie sich ihre Ampel in der Praxis bewährt. Für Unternehmen kostet die Anschaffung derzeit rund 3.500 Euro. Nachhaltiger und womöglich auch sinnvoller ist dagegen eine Miete, die mit 850 Euro im Monat zu Buche schlägt.

"Wir hoffen natürlich, dass die Krise bald überwunden ist und wir auf Einschränkungen für unsere Kunden verzichten können", sagt Jens Kramer von Fahrrad XXL. 

Weggeworfen werden müssen die Ampeln danach aber mit Sicherheit nicht. Alle Teile können für neue Aufgaben weiterverwendet werden, versichert  Uwe Schröder.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden