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Dresdner Freude und Lausitzer Frust

Der neue Angreifer der Eislöwen jubelt mit Schmerzen. Der neue Stürmer der Füchse ärgert sich trotz seines Tores.

© Robert Michael/Archiv

Von Maik Schwert

Dresdner Eislöwen und Lausitzer Füchse haben kurz vor dem Ende der Transferperiode jeweils noch einen ausländischen Profi geholt. Damit endeten die Gemeinsamkeiten beider Klubs aus der Deutschen Eishockey-Liga 2 aber auch schon.

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Teemu Rinkinen feierte am Freitag sein Debüt im Dress der Blau-Weißen und verzeichnete schon nach neun Sekunden die erste Großchance. Später brach sein Visier im gegnerischen Strafraum nach einem Zweikampf. Er zog sich eine Schnittwunde an der linken Augenbraue zu, ließ sie nähen, spielte weiter und bejubelte am Ende ein 3:2 gegen Bietigheim. „Ich freue mich über diesen Erfolg“, sagte der finnische Angreifer nach seinem gelungenen Einstand. Trainer Bill Stewart lobte ihn: „Er ist ein einsatzstarker, schneller Flügelspieler und passt daher perfekt zu uns.“

Milan Kostourek erzielte zwar am Freitag für die Weißwasseraner sein erstes Tor. Das reichte aber nicht. Der neue Klub des tschechischen Stürmers kassierte in Rosenheim drei Treffer in Unterzahl und unterlag mit 1:3. Trainer Paul Gardner haderte mehr mit den Schiedsrichtern als mit seiner Mannschaft, auf die er stolz war, weil sie hart arbeitete – allen voran der Neuzugang aus der zweiten britischen Liga.

Derweil bekamen die Elbestädter auch ein Lob vom kanadischen Trainer des Spitzenreiters. „Dresden spielt mit viel Tempo. Die Mannschaft war schon zum Saisonbeginn stark, hat dann aber den Faden verloren. Durch den Trainerwechsel ist sie wieder auf den Weg zurückgekehrt“, sagte Kevin Gaudet. Er freute sich besonders über das Aufeinandertreffen mit Stewart: „Ich habe ihn vor vielen Jahren das letzte Mal gesehen. Damals war er Trainer in Mannheim. Er ist ein Top-Coach.“

Einer, der seinem Team Beine macht. „Wir trainieren härter und laufen mehr“, sagte Eislöwen-Verteidiger Sebastian Zauner. „Das ist für die Umsetzung unserer neuen Taktik auch sehr wichtig. Wir wollen durch unser Tempo Druck aufbauen und den Gegner überraschen.“ Das gelang gegen eine sehr ausgeglichene und erfahrene Top-Mannschaft. „Jetzt wissen wir, dass wir jeden schlagen können.“ Stewart denkt, dass in dieser Liga jeder gegen jeden gewinnen könne. „Bietigheim war für uns ein echter Gradmesser“, sagte er. „Dieses Duell hat uns gezeigt, wo wir mit unserer Leistung tatsächlich stehen. Unser Schlüssel zum Erfolg war unsere Schnelligkeit.“

Dienstreise führt durch Hessen

Diesen Trumpf wollen die Dresdner auch auf ihrer Auswärtstournee ausspielen, die am Sonntag mit dem Gastspiel in Kassel begann, das sie mit 2:3 (1:1, 0:2, 1:0) verloren. Jeffrey Szwez und Arturs Kruminsch erzielten vor 3 037 Zuschauern die Tore für die Blau-Weißen. Es war die erste Niederlage nach sechs Erfolgen hintereinander und für Stewart im neunten Duell seit seinem Amtsantritt die zweite Partie ohne Punkte. Er freute sich dennoch – über das nächste Wiedersehen, dieses Mal mit seinem italokanadischen Landsmann Ricco Rossi. Der Huskies-Trainer empfahl ihm die Eislöwen: „Er legte sie mir förmlich ans Herz.“

Die Elbestädter laufen noch dreimal in Folge in fremden Hallen auf. Da ihre Dienstreise am Dienstag nach Bad Nauheim führt, kehren sie nicht nach Sachsen zurück. „Es ist, wie es ist“, sagte Stewart. „Wir können es nicht ändern, sollten es aber als Gelegenheit sehen, uns zu testen und als Mannschaft noch stärker zueinanderzufinden.“ Das Team müsse die Bedeutung von Auswärtserfolgen erkennen. Große Teams würden in der Ferne gemacht. „Uns muss es egal sein, ob wir daheim oder in der Fremde antreten.“

Die Füchse spielen doppelt zu Hause – noch ein Unterschied zu Dresden. Am Sonntag verloren sie vor 2 046 Fans gegen Freiburg mit 0:2 (0:1, 0:0, 0:1). Am Dienstag gastiert Crimmitschau bei ihnen. (mit tk)