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Dresden

Hilbert sagt Dresdner Hoteliers Hilfe zu

Tausende Stornierungen führen inzwischen zu Liquiditätsproblemen, sagt der Tourismusverband und kündigt Kurzarbeit an. Wie die Stadt reagiert.

Dresdens Hotels trifft die Corona-Krise besonders hart.
Dresdens Hotels trifft die Corona-Krise besonders hart. © Symbolbild: Sven Ellger

Dresden. Dresdens Hotels trifft die Corona-Krise hart. Nicht nur ausländische Gäste stornieren ihre Reisen, auch deutsche Touristen bleiben weg. „Die Dresdner Hotellerie befindet sich gerade in einer nie gekannten Krise“, sagte der Chef des Dresdner Tourismusverbandes, Johannes Lohmeyer, am Sonnabend. Tausende Übernachtungen seien in den vergangenen Tagen storniert worden.

Das bedeute für die Dresdner Hotellerie nicht nur ein Rentabilitäts- sondern inzwischen auch ein Liquiditätsproblem. „Viele unserer Mitgliedsunternehmen werden kommende Woche Kurzarbeit anmelden müssen, um einer drohenden Insolvenz auszuweichen“, so Lohmeyer weiter. Liquiditätsreserven der meisten Dresdner Hotels seien aufgrund der an sich schon mangelnden Rentabilität unzureichend oder gar nicht vorhanden. „Ich ersuche den Oberbürgermeister daher dringend darum, zur Vermeidung von Insolvenzen die Beherbergungssteuer auszusetzen und den Betrieben noch offene Forderungen zu stunden.“

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Am Sonntag meldete sich nun Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zu Wort: "Die Forderung der Tourismuswirtschaft, dass die Stadtverwaltung offene Positionen aus der Beherbergungssteuer derzeit nicht aktiv einfordert, ist nachvollziehbar", sagte er. "Wir werden schnellstmöglich entsprechende Regelungen mit den Betrieben treffen, um die Liquidität der Unternehmen nicht zu gefährden.“ Allerdings sei zu beachten, dass die Bettensteuer nicht von den Hotels und Pensionen selbst bezahlt wird, sondern von den Gästen. Die Hotels reichen sie nur an die Stadt weiter. "Trotzdem ist es uns wichtig, die Branche zu unterstützen und nicht mit offenen Forderungen in dieser Situation zu belasten", so Hilbert weiter. Die Verwaltung werde die Vertreter der Branche noch der kommenden Woche einladen und die Situation besprechen. "Wir werden einen Schulterschluss zwischen allen Beteiligten aktiv herbeiführen."

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