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Dresdner Kitas wieder normal geöffnet?

Ab Montag müssen Kita-Gruppen auch in Dresden nicht mehr getrennt betreut werden. Welche Regeln nun gelten, was sich noch ändert und was das bedeutet.

Ab Montag müssen Kita-Gruppen nicht mehr getrennt betreut werden. Was sich noch ändert und was das bedeutet.
Ab Montag müssen Kita-Gruppen nicht mehr getrennt betreut werden. Was sich noch ändert und was das bedeutet. © Symbolbild: Arne Dedert/dpa

Dresden. Große Erleichterung bei Kita-Erziehern und Eltern: Ab kommendem Montag dürfen die sächsischen Kindertageseinrichtungen wieder wie gewohnt öffnen. Auch in Dresden nehmen die Einrichtungen wieder ihren normalen Alltag auf. Das hat das Sächsische Kultusministerium beschlossen.

Auch der städtische Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen in Dresden wird die Kleinen in seinen Einrichtungen wieder im normalen Ablauf betreuen. Die freien Träger entscheiden eigenständig über ihre Öffnungszeiten. Die vergangenen Wochen waren für viele Eltern eine Herausforderung: Zunächst waren die Kitas komplett geschlossen, dann folgte die Betreuung nur bei verkürzten Öffnungszeiten. „Die Schließung von Kindertageseinrichtungen und der anschließende eingeschränkte Regelbetrieb hat den Eltern viel abverlangt“, so Sabine Bibas, Leiterin des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen. „Wir werden in unseren Kitas das Bestmögliche tun, um die ursprünglichen Öffnungszeiten wieder anzubieten“.

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Das betrifft vorerst allerdings nur die Kindergartenkinder. In Schulhorten gilt bis zum Ende des Schuljahres am 17. Juli weiterhin ein eingeschränkter Regelbetrieb. Allerdings ist auch hier Erleichterung in Sicht: Mit Beginn der Sommerferien ab dem 20. Juli soll auch in den Horten alles wie gewohnt verlaufen. Mit der Rückkehr der Kitas in den normalen Alltag ist auch die strikte Trennung der Kindergruppen innerhalb der Kitas und in den Außenbereichen aufgehoben. 

Das hat auch Folgen für die pädagogische Arbeit der Erzieher: Die Einrichtungen können so zu ihren individuellen Konzepten zurückkehren. Dies gilt vor allem für Kitas mit teil-offenen oder offenen Konzepten. Das betrifft unter anderem die beiden Einrichtungen der Johanniter in Niedersedlitz und Laubegast. „Die Kinder können nun wieder in verschiedenen Gruppen betreut werden“, sagt Anja Kuhnert, die bei den Johannitern für die Kitas zuständig ist. 

Durch die strikte Trennung, die bislang galt, durften die Kleinen ihre festen Gruppen nicht verlassen. Das hatte zum einen Auswirkungen auf das pädagogische Angebot. „Wenn eine Erzieherin mit ihrer Gruppe getöpfert hat, mussten alle Kinder mitmachen“, beschreibt Anja Kuhnert ein Beispiel. Nun könnten sie wieder selbst entscheiden, ob sie anstatt des Töpferkurses in einer anderen Gruppe lieber malen oder Sport machen. Zum anderen ist nun auch der Kontakt unter den Kindern der gesamten Kita wieder möglich. „Dass sie nicht mit ihren Freunden spielen können, war den Kindern schwer zu vermitteln.“

Kinder können sich frei bewegen

Eine große Erleichterung sei auch, dass der Gartenbereich nicht mehr durch Absperrbänder in verschiedene Bereiche unterteilt werden muss, die die Kinder nicht verlassen dürfen. Beide Einrichtungen der Johanniter werden ab Montag wieder wie gewohnt von 6 bis 17 Uhr geöffnet sein. Aufgrund der strikten Gruppentrennung gab es in vielen Dresdner Kitas keinen Früh- und Spätdienst, weil die Erzieher sonst hätten länger arbeiten müssen. Nun können die Gruppen wieder gemischt werden, sodass weniger Personal gebunden ist, erklärt Anja Kuhnert. 

Zufrieden zeigt sich der freie Träger bei der aktuellen Verordnung vor allem mit dem zeitlichen Vorlauf. „Zuletzt hatten wir erst am Freitag die Information bekommen, wie der Betrieb am Montag starten soll.“ Aufgrund der starken Einschränkungen habe die Vorbereitung und Organisation der Abläufe viel Kraft und Nerven gekostet. 

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Dagegen seien die Regeln, die nun noch weiterhin gelten, unproblematisch umzusetzen. So müssen Eltern zwar auf die Abstände achten und in der Kita eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, aber sie dürfen ihre Kinder wieder persönlich beim Erzieher abgeben. „Unter Einhaltung allgemeiner Hygiene- und Abstandsregeln sind auch wieder Ausflüge oder Veranstaltungen wie Elternabende oder Elterngespräche möglich“, teilt die Stadt mit. 

Auch in die Dresdner Kitas der Arbeiterwohlfahrt dürfen wieder Eltern hinein. "Ja, unter Einhaltung des Mindestabstandes und mit einer Mund-Nasen-Bedeckung ist das wieder möglich. Zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten müssen außerdem alle Personen dokumentiert werden, die sich länger als 15 Minuten in der Einrichtung aufhalten", so Sprecherin Ulrike Novy.

Honorarkräfte können in den Kitas außerdem spezielle pädagogische Angebote anbieten und durchführen. In städtischen Kitas ist es Eltern zudem erlaubt, die Garderoben und die Waschräume zu betreten. Erzieher und Kinder, die in der Kita betreut werden, müssen keinen Mundschutz tragen. Was bleibt, ist die tägliche Bestätigung der Eltern, dass ihr Kind gesund ist. Für weitere Familienmitglieder entfällt das.

"Ja, die Pflicht bleibt mit weiteren Lockerungen bestehen. Die Eltern müssen die tägliche Symptomfreiheit des Kindes bestätigen, allerdings nicht mehr für weitere Mitglieder im Haushalt", so Awo-Sprecherin Novy. Wenn ein Kind Krankheitssymptome aufweise, könne die Kita dieses zurückweisen oder die umgehende Abholung veranlassen, wie das bei einer Erkrankung generell möglich ist und auch geschieht.

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