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Dresdner krönt sich zum Kanu-Weltmeister

Warum der Kajak-Vierer um Tom Liebscher nun zu den Favoriten auf den Olympiasieg gehört und er seine Siegerblumen verschenkt - ein Interview.

So ausgelassen freute sich Tom Liebscher am Freitag über seinen Einzel-Triumph. Am Sonntag legte er mit dem deutschen Vierer nach.
So ausgelassen freute sich Tom Liebscher am Freitag über seinen Einzel-Triumph. Am Sonntag legte er mit dem deutschen Vierer nach. © Ute Freise

Der Dresdner Tom Liebscher war bei der Kanu-WM in Ungarn mit zwei Goldmedaillen einer der erfolgreichsten Athleten. Der 26-Jährige vom KC Dresden gewann Gold im Einer auf der nicht olympischen 500-m-Strecke und den Titel mit dem Kajak-Vierer. Das Quartett ist damit der Top-Favorit für Olympia 2020. 

Dagegen verpasste die Dresdnerin Steffi Kriegerstein im Kajak-Zweier als Sieger des B-Finals vorerst einen Quotenplatz für die Spiele in Tokio. Liebscher erklärt im SZ-Gespräch das Erfolgsgeheimnis des Vierers. Und er verrät, wem er seine Siegerblümchen schenkt.

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Tom, was bedeutet dieser WM-Triumph im Vierer in der vorolympischen Saison im Hinblick auf Tokio?

Man hat die Anspannung gemerkt, dass es jetzt nicht mehr nur um die Medaillen, sondern auch um die Quotenplätze für Olympia geht. Die Aufgabe haben wir mit Bravour gelöst. Wir wussten, dass wir gut drauf sind, das hat man schon in meinem Einer-Finale gesehen. Wir haben viel zusammen trainiert und uns auch viel aneinander aufgerieben. Wir haben versucht, unseren Stiefel durchzuziehen. Dass wir das so souverän lösen konnten, macht die Sache umso schöner.

Ist der deutsche Vierer nach dem dritten WM-Gold in Serie automatisch auch der Olympia-Favorit?

Klar sind wir der Anwärter auf Olympia-Gold. Man sieht aber auch, dass wir einmal in der Saison ein nicht so überzeugendes Rennen mit drin haben. Nichtsdestotrotz haben wir die Qualität, uns wieder aufzuraffen. Wir haben jetzt noch neben den Stärken auch unsere Schwächen, die wir kennen, an denen wir arbeiten müssen. Dann freuen wir uns auch auf das Rennen in Tokio. Wir wollten unsere Vormachtstellung so beweisen, dass an uns keine Zweifel aufkommen.

Sie haben auch das Einzelrennen auf der nicht olympischen Strecke über 500 Meter gewonnen. In Tokio sind die 200 Meter und 1.000 Meter im Einer olympisch. Erwägen Sie aufgrund der WM-Ergebnisse einen Olympia-Doppelstart?

Man muss halt gucken, wie gut man drauf ist. Dann muss man sehen, was am Ende herauskommt. Es bringt uns nichts, wenn wir zweimal Silber haben, anstatt einmal Gold. Das ist im deutschen Sportsystem so. Der Zeitplan gibt auf jeden Fall einen Doppelstart her. Aber darüber muss man sich unterhalten, wenn es so weit ist.

Die Kanu-Begeisterung zur WM in Ungarn schien grenzenlos. Wie viel Euphorie kommt bei Ihnen im Boot an?

Man merkt es schon, dass da so viele Leute an der Strecke sind, darauf haben wir uns auch extrem gefreut. Die Ungarn haben wieder eine super WM organisiert, da muss man einfach mal ein Lob aussprechen.

Sie haben in Szeged zwei Sträuße Siegerblümchen bekommen. Was machen Sie eigentlich damit?

Meine Mama hat einen bekommen – und einen meine Freundin.

Wie planen Sie nun Ihre nächsten Tage?

Ich bin noch bis Mittwoch in Szeged, dann muss ich zur deutschen Meisterschaft weiter nach Brandenburg.

Müssen Sie dort starten?

Das ist eine Mischung aus guten Willen und Müssen. Ich will mit meinen Dresdner Trainingspartnern noch einmal zusammen paddeln. Die treiben mich auch in schwierigen Zeiten immer voran. Da ist mir wichtig, etwas zurückzugeben, wenn es geht.

Das Gespräch führte Alexander Hiller.

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