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Dresdner Mühle feiert ein Jahrhundert Traditionshandwerk

Seit Monaten wird das große Jubiläum vorbereitet. Doch das Fest drohte, in letzter Sekunde ins Wasser zu fallen.

Von Linda Barthel

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Dirk Willkomm hat nervenaufreibende Stunden hinter sich. Der Verkaufsleiter der Dresdner Mühle rechnete schon mit dem Schlimmsten, als der Regen in den vergangenen Tagen nicht nachließ. „Das war ein Schock. Ich habe mir große Sorgen gemacht“, sagt Willkomm. Denn das Traditionshaus in der Waltherstraße steht kurz vor der großen Jubiläumsfeier zum 100. Geburtstag. Seit mehr als einem Jahr wird bereits geplant und organisiert. „Als plötzlich die Flut kam, schien mit einem Mal alles umsonst“, so Willkomm.

Doch im Gegensatz zur Jahrhundertflut 2002 blieb die Dresdner Mühle in diesem Jahr trocken. Der eingebaute Wasserschutz an Kellerfenstern und -türen hat gehalten. Dem Tag der offenen Tür am Sonnabend steht somit nichts mehr im Weg. Zwischen 11 und 20 Uhr können die Besucher die modernen Produktionsanlagen des denkmalgeschützten Gebäudes erkunden.

Dass die Hundertjahrfeier nun doch wie geplant stattfindet, wurde erst in den vergangenen Tagen entschieden. Denn selbst nachdem sich die Hochwasserlage entspannt hatte, waren die Mühlenmitarbeiter unsicher, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Fest ist. „Wir haben uns natürlich schon gefragt, ob wir es nicht absagen sollten“, sagt Verkaufsleiter Dirk Willkomm. „Wir glauben aber, dass sich alle Dresdner – auch die von der Flut Betroffenen – über eine kleine Ablenkung freuen.“ Es gebe auch bereits mehr als 300 Anmeldungen für die Mühlenführungen, die am Sonnabend über den ganzen Tag verteilt organisiert wurden.

Seit mittlerweile einem Jahrhundert prägt die von der Familie Bienert errichtete Hafenmühle mit ihrem 63 Meter hohen Turm die Stadt. Pro Jahr werden hier 125 000 Tonnen Getreide aus verschiedensten Regionen in Sachsen vermahlen. Dadurch werden pro Tag bis zu 340 Tonnen Weizen- und Roggenmehle hergestellt. Dieses wird dann in einem der insgesamt 62 Silos eingelagert und anschließend an die Kunden geliefert. Zu diesen zählen Bäckereien in Sachsen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die 55 Mitarbeiter fertigen aber auch spezielle Produkte wie Stollen- oder Waffelmehl.

Für die Jubiläumsfeier wurde extra ein neues Brotrezept entwickelt. Die „Mühlenkruste“ wird seit Kurzem in rund 50 Bäckereien im Umkreis von 75 Kilometern verkauft. In den Teig kommen neben Roggen- und Weizenmehl auch Natursauerteig, Hefe, Salz und Backhonig. „Es erinnert an das frühere Bienert-Brot, wird aber im Gegensatz zu diesem zur Hälfte mit Vollkornmehl zubereitet“, sagt Bäckermeister René Krause. Er hat die „Mühlenkruste“ seit knapp drei Wochen im Angebot. Das Spezialbrot können die Besucher auch am Tag der offenen Tür in der Hafenmühle kosten oder kaufen.

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