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Privatkoch tischt am Scharmützelsee auf

Kai Kochan zaubert ein Hochzeitsmenü. Warum der Dresdner Koch ausschließlich Produkte aus der Region mitnimmt.

Erdbeeren aus Hosterwitz, Kräuter aus Mobschatz; Privatkoch Kai Kochan hat sein Auto mit regionalen Produkten für die Hochzeit vollgeladen.
Erdbeeren aus Hosterwitz, Kräuter aus Mobschatz; Privatkoch Kai Kochan hat sein Auto mit regionalen Produkten für die Hochzeit vollgeladen. © Sven Ellger

Dresden. Es soll eine unvergessliche Hochzeit werden, die ein Berliner Medienunternehmer an diesem Freitag feiert. 70 Personen sind an den Scharmützelsee geladen und kochen wird ausgerechnet ein Dresdner: Kai Kochan. Kennengelernt hat er den Bräutigam im vorigen Jahr. Auch damals hat er gekocht. Davon war der Medienunternehmer wohl mehr als angetan und bat Kochan, das Menü für seine Hochzeitsgäste zuzubereiten. Das Schöne daran: Kochan hat völlig freie Hand, was die Speisekarte betrifft. Denn sein Auftraggeber weiß die Philosophie des Privatkochs zu schätzen: Es gibt das, was gerade wächst und was regionale Landwirte erzeugen.

Kochan hat sein Auto am Donnerstagmittag in Dresden-Hosterwitz vollgeladen. Die frischen Lachse und Bachsaiblinge hat er von der Fischzucht Gunter Ermisch in Neustadt/Sachsen geholt und in Kühlboxen gelagert. Tatsächlich Lachse: Ermischs Betrieb hat am Lachsprogramm  für Sachsen und die Tschechische Republik mitgearbeitet und in seiner Anlage seit 1994 Brut herangezogen. 1998 kamen die ersten Rückkehrer in die Flüsse zurück.

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Viel Platz im Kastenwagen nehmen auch die Kräuter des Dresdner Kräutergärtners Veith Adam ein. Das blühende Strauchbasilikum verströmt seinen Duft im ganzen Auto, dabei sind auch bolivianischer Koriander, Pfefferkraut und Duftgeranie. "Letzte gibt den Gerichten eine leicht zitronige Note, wenn man es mitkocht", sagt Kochan. 

Regionalität liegt im Trend

Ihm ist es wichtig, handwerklich produzierte Zutaten zu nutzen. Und er bemerkt einen Trend, dass die Leute wieder mehr Wert auf solche Dinge legen. So wie das Winzer- und Fladenbrot von der Backwirtschaft Wippler, Käse von der Käserei Vetter aus Wehrsdorf oder Quark vom Kanzleigut Halsbrücke aus dem Erzgebirge. "Wir haben in unserer Region Erzeuger von außerordentlich guten Produkten und über die Jahre habe ich mir ein Netzwerk von Lieferanten aufgebaut", sagt der 52-jährige Koch.

Schön sei, dass seine Kunden diese Produkte durch seine Arbeit kennen lernten und oft auch zu schätzen wüssten. Wie das Fleisch von Roberto Pusch aus dem Dorf Wehlen. "Der hält seine Tiere sehr ordentlich auf der Weide und im Fleisch selbst schmeckt man die feinen Kräuter, die die Rinder gefressen haben", sagt Kochan. Gewürze seien überflüssig.

Kochan plant Weihnachtsmarkt und Onlinehandel

Besonders viele Zutaten stammen vom Obsthof Robert Rüdiger in Hosterwitz. Frischer Spitzkohl, selbst gezogene Süßkartoffeln, Zucchini und Salat. Und natürlich Erdbeeren, frisch vom Feld. Mit Rüdiger verbindet Kochan eine berufliche wie freundschaftliche Beziehung, hat er doch auf dem Gelände des Obsthofes seine Espressobude stehen und kocht regelmäßig aus dem frischen Gemüse - zum Beispiel Grünkohlpesto oder Erdbeerchutney. 

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Künftig wollen die beiden noch enger zusammenarbeiten. Ein kleiner Weihnachtsmarkt ist in Planung, von dem die Besucher mit Kutschen zum Christmas Garden im Pillnitzer Schlosspark fahren können. Auch ein Onlinehandel soll ab September aufgebaut werden. Doch jetzt kombiniert Kochan erstmal die sächsischen Produkte für ein unvergessliches Menü zur Hochzeit am Scharmützelsee.     

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