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Dresden

Dresdner Tiefflieger droht hohes Bußgeld

In geringer Höhe flog ein Jet im Juli über die Elbschlösser. Jetzt hat die Flugaufsicht ein Verfahren eingeleitet. Ein Video zeigt den Tiefflug. 

Ein Amateurvideo zeigt die Cessna, wie sie Ende Juli in geringer Höhe über die Dresdner Elbschlösser flog.
Ein Amateurvideo zeigt die Cessna, wie sie Ende Juli in geringer Höhe über die Dresdner Elbschlösser flog. © Screenshot: Youtube/SZ

In nur 100 Metern Höhe donnerte ein Jet am 27. Juli über das Dresdner Elbtal. Inzwischen hat die Flugaufsichtsbehörde den Piloten der Cessna Citation ausfindig machen können. Gegen ihn ist ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden, teilt ein Sprecher der Landesdirektion auf Anfrage von Sächsische.de mit.

Demnach geht die Behörde offenbar davon aus, dass Regeln bezüglich der Mindestflughöhe und des Sichtflugs verletzt wurden. Die Deutsche Flugsicherung hatte zuvor bereits die Radardaten des Tieffliegers übermittelt. In der Europäischen Union gilt, dass Flugzeuge über Städten und anderen dicht besiedelten Gebieten sowie Menschenansammlungen mindestens 300 Meter über dem höchsten Hindernis im Umkreis von 600 Metern fliegen müssen. 

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Über Bühlau und Loschwitz drehte er einen Kreis

Schon Amateur-Videoaufnahmen lassen daran zweifeln. Dort ist zu sehen, wie der Jet ganz in der Nähe des Fernsehturms eine Kurve machte und anschließend über die Elbschlösser flog. Es sei nun ein Anhörungsschreiben an den Piloten geschickt worden, so die Landesdirektion. Dieser hat damit die Möglichkeit, zu dem Vorfall Stellung zu nehmen und sich gegebenenfalls anwaltliche Hilfe zu besorgen.

Zwar sei bislang kein Bußgeld festgesetzt worden, da das Verfahren noch laufe, so die Behörde. Allerdings steht fest, dass dem Piloten im Ernstfall eine Geldbuße von bis zu 30.000 Euro droht. Egal, ob er fahrlässig oder vorsätzlich so tief flog.

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Laut des Portals Flightradar24, das die Position von Flugzeugen in Echtzeit ins Internet überträgt, kam der Cessna Citationjet aus Paris. Vom Tharandter Wald aus steuerte er allerdings nicht wie üblich geradlinig den Dresdner Flughafen an, sondern nahm zunächst Kurs auf das Stadtzentrum. Über Bühlau und Loschwitz drehte er anschließend einen Kreis, danach flog er weiter über die Neustadt und setzte später in Klotzsche auf. Standardmäßig haben in dem Flugzeug sechs Passagiere Platz.

Eine zweite Anzeige gibt es gegen einen mutmaßlichen Tiefflug am 25. Mai dieses Jahres über der Region Wilsdruff. Auch dort flog ein Cessna Citationjet über Wohnhäuser hinweg. Der Vorfall werde derzeit noch geprüft, so die Landesdirektion.

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