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Dresdner Tourismus: Einbruch um 96 Prozent

Fehlende Gäste bringen einer wichtigen Branche den Einbruch. Wie das Geschäft jetzt langsam wieder anläuft.

Immer weniger Touristen verreisen nach Dresden.
Immer weniger Touristen verreisen nach Dresden. © dpa-Zentralbild/Robert Michael

Dresden. Im März und April stand das Leben in Dresden beinahe still, die Hotels waren geschlossen. Nun, langsam,  werden die Folgen offenbar. Laut den Zahlen des  Tourismusverbandes sind im April dieses Jahres nur rund 7.000 Touristen nach Dresden gekommen. Das ist ein Minus von mehr als 96 Prozent im Vergleich zum April 2019. Es dürften fast ausschließlich Geschäftsreisende gewesen sein, den private touristische Reisen waren nicht erlaubt. 

Auch die Zahl der Übernachtungen im April sank um fast 95 Prozent auf 20.800. Im März reisten noch immer rund 61 Prozent weniger Übernachtungsgäste in die sächsische Landeshauptstadt, teilte das Statistische Landesamt  mit. Die Zahl der Übernachtungen ging gegenüber dem März 2019 um etwa 59 Prozent zurück. Touristische Reisen waren am 18. März verboten worden, um die Epidemie einzudämmen.

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Allein die zweite März-Hälfte führte dazu, dass die gesamten Gewinne, die der Tourismus bis dahin erzielt hatte, weg sind. Stieg die Zahl der Übernachtungen von Anfang Januar und Ende Februar noch um rund 17 Prozent, steht im Zeitraum von Januar bis März nun ein Minus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 

"Gerade kein Geld für Urlaub"

"Die Belegung in den Dresdner Hotels ist sehr verhalten", sagt Thomas Gaier, Chef der Dresdner Hotelallianz und vom Schloss Eckberg auch jetzt. Laut einer Umfrage, die er unter seinen Mitgliederhotels ist Dresden gestartet hat, rechnen 45 Prozent aller Hotels mit einem Umsatzeinbruch um 80 Prozent für den Sommer. Während sonst im Juni die Herbergen zu 70 Prozent ausgelastet sind, sind sie es aktuell gerade einmal zu 30 Prozent. "Das ist eine Katastrophe", so Gaier. Die Gründe: Obwohl die Reisewarnungen zu großen Teilen aufgehoben sind, sind viele Touristen noch sehr verhalten bei Reisen. Egal, ob innerhalb Deutschland oder ins Ausland. Ein Grund sind auch die vielen Menschen, die durch Corona in Kurzarbeit sind oder waren. "Diese Menschen haben einfach gerade kein Geld für Urlaub", so Gaier.

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Gaier selbst und das Schloss Eckberg leben zu großen Teilen von Hochzeiten. "Wir hatten jetzt eine erste Hochzeit mit 50 Personen, doch die meisten haben ihre Feier auf 2021 verschoben." So fehlen ihm und anderen beliebten Locations in diesem Jahr das Geld dafür. Gaiers Hoffnung: die Verlängerung des Striezelmarktes. "Der Striezelmarkt ist für uns wie das Oktoberfest in München und wir setzen große Hoffnungen hinein, dass dann mehr Gäste kommen.

Spezielle Angebote für Dresdner und Gäste

So sieht das auch Tourismusverbandschef Johannes Lohmeyer, er ist zugleich Chef des Courtyard-Hotels auf der Stauffenbergallee: "Wir brauchen diese Verlängerung." Die Nachfrage nach Übernachtungen aus dem Inland ziehe langsam an, aber es fehlten die Kongresse und Veranstaltungen. Die neuen Verordnungen, wie das Beherbergungsverbot von Menschen aus Infektions-Hotspots wie Gütersloh stellten seine Mitarbeiter vor neue Herausforderungen. "Sie müssen immer bei jedem Gast extra schauen, wie das Infektionsgeschehen in seinem Kreis ist." Lohmeyer wünscht sich jetzt von der Stadt und der Dresden Marketing Gesellschaft mehr Werbung für Dresden als Urlaubsziel, damit die Branche aus den roten Zahlen kommt. 

Ralf Kutzner , der Direktor des Bülow Palais beschreibt die Auslastung seines Hotels mit 40 Prozent. "Der erwartete Ansturm mit den Lockerungen ist ausgeblieben." Bei ihm machen Touristen aus dem Inland rund 95 Prozent aller Gäste aus. 

Um die gesamte Branche wieder ein wenig in Schwung zu bringen, startete die Dresden Information GmbH, Dresdens offizieller Tourismusorganisation, im Mai spezielle Angebote, die unter www.dresden.de/wiederentdecken buchbar sind. Die Dresdner und alle Gäste können ab 39 Euro pro Nacht Hotels und gemütliche Pensionen in vier Preiskategorien buchen. Die Preise gelten jeweils für eine Übernachtung pro Person im Doppelzimmer. Zu jeder Buchung gibt es Zusatzleistungen – so zum Beispiel 2-für-1-Tickets für Stadtrundgänge, eine Stadtrundfahrt oder den Besuch der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Aktion läuft bis zum 31. August.

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