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Gibt es genug Trinkwasser für Dresden?

Trotz der Trockenheit gibt es Nachschub. Konsequenzen sind aber schon zu spüren.

Die Talsperre Klingenberg ist noch immer gut gefüllt. Von dort fließt das Wasser durch Stollen und Leitungen ins Coschützer Werk.
Die Talsperre Klingenberg ist noch immer gut gefüllt. Von dort fließt das Wasser durch Stollen und Leitungen ins Coschützer Werk. © Foto: Frank Baldauf

Dresden. Die Stadt trocknet aus. Während im Frühjahr sonst meistens ausreichend Regen fällt, fehlt er seit Anfang März. Zwar wurde im Februar noch die fünffache Menge des für diesen Monat durchschnittlichen Niederschlags gemessen. Doch im März fielen nur 51 Prozent davon. Im April regnete es bisher fast überhaupt nicht, sodass auch der Elbpegel niedrig ist. Die Konsequenzen spüren viele Dresdner, so auch Thomas Ihle. Jetzt dauere es immer eine halbe Stunde, den Garten vor seinem Coschützer Haus zu bewässern. Der 76-Jährige fragt, ob das Wasser in der Talsperre Klingenberg überhaupt ausreicht, um genügend Nachschub für Dresdens größtes Wasserwerk in Coschütz liefern zu können.

Doch dort gibt es noch keine Probleme. „Der Füllstand der Talsperre Klingenberg liegt bei 90,6 Prozent“, sagt Sprecherin Katrin Schöne von der Landestalsperrenverwaltung (LTV). Damit ist sie fast voll. Das Volumen des zur Trinkwasserversorgung nötigen Betriebsraums beträgt 14,1 Millionen Kubikmeter. Derzeit ist die Talsperre mit 12,9 Millionen Kubikmetern Wasser gefüllt. Darüber hinaus gibt es noch weiteren Stauraum, der für Hochwasser vorgesehen ist. Dabei handelt es sich um zusätzlich zwei Millionen Kubikmeter.

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Die oberhalb liegende Talsperre Lehnmühle, die zu dem System gehört, ist zu 65 Prozent gefüllt. Wegen der Trinkwasser-Qualität werde in Klingenberg mehr zurückgehalten. Über einen 20 Kilometer langen Strang von Stollen und Leitungen fließt das Wasser von dort ins Coschützer Werk. Mit der Ressource müsse dennoch sorgsam umgegangen werden. Denn keiner weiß, wie lange die Trockenheit anhält.

„Die Trinkwasserversorgung in Dresden läuft stabil und störungsfrei“, sagt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann. „Es gibt keine Kapazitätsprobleme.“ Derzeit werden 120.000 bis 130.000 Kubikmeter täglich verbraucht. Die Tendenz ist unter anderem wegen der Bewässerung von Gärten leicht steigend.

Allerdings haben sich die Gewohnheiten offenbar schon verändert, da viele Dresdner zu Hause bleiben müssen. Das ergab eine Analyse des Wasserverbrauchs durch Drewag-Spezialisten. Verglichen wurden dabei der Verbrauch eines Sonntags und eines Montags in der jetzigen Zeit mit denen der Tage des gleichen Datums im Vorjahr. Wurde der morgendliche Spitzenwert von rund 7.200 Kubikmetern an einem Montag vor einem Jahr noch um 7 Uhr erreicht, so hat sich das jetzt um anderthalb Stunden nach hinten verschoben.

Ein Blick in die Filterbecken des Wasserwerks Coschütz. Von dort kommt der Großteil des Dresdner Trinkwassers.
Ein Blick in die Filterbecken des Wasserwerks Coschütz. Von dort kommt der Großteil des Dresdner Trinkwassers. © - keine Angabe im huGO-Archivsys

Dresden wird von drei Werken versorgt. Für sie ist es kein Problem, genügend Trinkwasser aufzubereiten. Immerhin liegt ihre Kapazität bei knapp 240.000 Kubikmetern täglich. Rund 60 Prozent davon kommen aus Coschütz, ein Viertel aus Hosterwitz und 15 Prozent aus Tolkewitz.

Trinkwasser gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Das Wasser wird in sämtlichen Stufen der Aufbereitung kontrolliert. So werden täglich Proben an den Abläufen der Filter und des Abflusses ins Stadtnetz genommen. Im Coschützer Labor wird das Wasser dann auf bis zu 290 Parameter untersucht, darunter auf Krankheitserreger. Zudem wird das Trinkwasser über Online-Messtechnik auf Grundparameter, wie Trübung oder elektrische Leitfähigkeit überwacht. Gibt es Veränderungen, wird schnell gehandelt.

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