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Dresdnerin enttäuscht bei der Kanu-WM

Steffi Kriegerstein paddelt zunächst an den Olympia-Quotenplätzen vorbei. Doch ihre Chancen auf die Sommerspiele 2020 in Tokio bleiben intakt.

Steffi Kriegerstein hat durch das Training auf der Elbe einen Vorteil gegenüber den meisten deutschen Kanutinnen.
Steffi Kriegerstein hat durch das Training auf der Elbe einen Vorteil gegenüber den meisten deutschen Kanutinnen. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Die Enttäuschung sitzt noch tief. Die Analyse ihres Abschneidens bei der Kanu-Weltmeisterschaft überlässt Steffi Kriegerstein lieber ihrem Trainer. Die 26-jährige hatte im Kajak-Zweier über 500 Meter mit ihrer Partnerin Jasmin Fritz aus Magdeburg das A-Finale und damit auch zwei Quotenplätze für Olympia 2020 verpasst. Ihren Traum von einem Start in Tokio muss die Athletin vom KC Dresden jedoch noch lange nicht begraben, sagt Heimtrainer Jens Kühn und nennt dafür zwei entscheidende Gründe.

Einerseits haben Kriegerstein und Fritz in Szeged nach dem enttäuschenden Aus im Halbfinale dann wenigstens das B-Finale gewonnen. „Die beiden haben das gezeigt, was sie momentan gemeinsam können. Sie hatten auch ein bisschen Pech mit ihrem Halbfinale“, haderte Kühn. In der Tat landete das deutsche Duo hinter Polen, Slowenien und Frankreich, die im Finale Silber und Bronze holten sowie Fünfte wurden.

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Damit hat der Deutsche Kanu-Verband im Kajak-Bereich der Frauen nur vier von sechs möglichen Quotenplätzen für Tokio geholt, weil der deutsche Vierer auf Platz fünf zwar auch enttäuschte, aber das Mindestziel Platz sechs für Tokio erfüllte. „Steffi und Jasmin können aufgrund ihres Erfolgs im B-Finale im Mai 2020 bei einem Rennen im tschechischen Racice die beiden Quotenplätze noch holen“, sagte Kühn. Er rechnet aber auch damit, dass es innerhalb des deutschen Frauen-Vierers noch „Verschiebungen geben kann“, bei denen Kriegerstein eine Rolle spielt. Denn die vier Quotenplätze sind nicht namentlich gebunden. „Steffi ist auf einem guten Weg. Das hat sie kürzlich erst mit ihrem Sieg bei den Finals gezeigt“, erklärt der Landestrainer und ergänzt: „Auch der Vierer ist ja unter den Erwartungen geblieben.“

Da sind die personellen Besetzungen nicht in Stein gemeißelt, zumal die Rahmenbedingungen auf der Regatta-Strecke von Tokio wohl am ehesten für Kriegerstein sprechen. „Die Strecke liegt in einem Hafenbecken. Wir haben Videos vom Rudern und auch vom Kanu bekommen. Der Wellengang ist sehr beachtlich. Und Steffi ist sehr wellen- und bootssicher. Damit hat sie einen Vorteil gegenüber den meisten deutschen Paddlerinnen“, betont Kühn.

Die Athletin meldete sich nur auf ihrer Facebook-Seite zu Wort. „Mit einem vierten Platz hat es nicht für das A-Finale gereicht. Der Traum für unser Team die Quotenplätze für Tokio 2020 zu holen, ist erst mal vorbei. Sch**** fällt mir dazu nur ein“, erklärte Kriegerstein dabei und gab sich dennoch kämpferisch. „Alles in allem sind wir ein Rennen gefahren, welches nah an unserer Bestzeit war. Im internationalen Vergleich jedoch sind uns die anderen Nationen einfach einen Schritt voraus. Wir sind unser Rennen gefahren, haben uns optimal vorbereitet und und können uns nichts vorwerfen. Trotzdem ist die Enttäuschung groß“, schrieb die Dresdnerin.

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