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Dresdnerin sammelt Schlafsäcke für Obdachlose

Mit der Aktion „Ich verschenke meinen Schlafsack“ unterstützt Isabel Heller Menschen auf der Straße. Die Idee kam ihr nach einer besonderen Begegnung.

© André Wirsig

Von Christiane Raatz

Es war an einem kalten Wintertag, als Isabel Heller in Pieschen einen Obdachlosen sah, der in Sandalen durch den Schnee lief. Die Füße blau und verfroren. „Ich habe etwas gezögert, dann bin ich dem Mann hinterhergerannt“, erzählt Isabel Heller. Sie wollte dem Obdachlosen eigentlich neue Schuhe kaufen, aber der Mann war bereits verschwunden.

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Der Gedanke an die Begegnung hat die Dresdnerin allerdings nicht wieder losgelassen und die junge Frau überlegte, wie sie Menschen ohne Dach über dem Kopf helfen könnte. Als sie im Büro des Jugendvereins Roter Baum, wo sie als Assistentin der Geschäftsführung arbeitet, einen Schlafsack herumliegen sah, kam Isabel Heller die zündende Idee: Schlafsäcke könnten doch zumindest etwas Wärme in kalten Nächten spenden. Kurzerhand rief sie im vergangenen Jahr die Aktion „Ich verschenke meinen Schlafsack“ ins Leben. Auch in diesem Winter sind die Dresdner aufgerufen, ihre gebrauchten, aber gut erhaltenen Schlafsäcke an einer der vier Sammelstellen abzugeben. Dort werden diese gereinigt und kleine, schadhafte Stellen ausgebessert, bevor sie an die Obdachlosentreffs in der Stadt verteilt werden. Erst in der vergangenen Woche wurde die Treberhilfe mit mehr als einem Dutzend Schlafsäcken beliefert. Mittlerweile werden in den Sammelstellen nicht nur Schlafsäcke, sondern auch Winterkleidung abgegeben. Und noch etwas hat sich Isabel Heller einfallen lassen: Gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helfern backt sie „Schlafsackplätzchen“. Sie werden für einen kleinen Obolus unter anderem in Neustädter Läden verkauft, der Erlös kommt Projekten für Obdachlose zugute. „Viele unterschätzen das Problem“, erklärt Heller. Darum will sie zumindest einen kleinen Beitrag leisten.