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Drewag fädelt Rohre unter der Prießnitz hindurch

Die Stadtwerke bauen das Fernwärmenetz aus. Bevor die Leitungen in die Erde kommen, wurde tagelang gebohrt.

© André Wirsig

Von Ulrike Kirsten

Ralf Krawalski und Lutz Piehler sind Experten, wenn es darum geht, Leitungen zu verlegen – ohne vorher riesige Gruben auszuheben. Derzeit ist das eingespielte Team von der NRW Bohrtechnik GmbH aus Oelsnitz im Erzgebirge in der Hohnsteiner Straße im Einsatz. Dort verlegen die Stadtwerke gerade auf einer Länge von 160 Metern Fernwärmeleitungen.

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Während Krawalski die Strecke regelmäßig mit einem Ortungsgerät abläuft, sitzt Piehler in einem kleinen Bagger und bedient das Bohrgestänge. Mit diesem werden unterirdisch Kanäle gebohrt, in die später die Fernwärmeleitungen eingefädelt werden. „Ich kontrolliere, dass der Bohrkopf die Richtung beibehält, und gebe meinem Kollegen Bescheid, wenn er das Gerät korrigieren muss, er bohrt quasi ins Blinde und muss sich dabei auf mich verlassen“, sagt Ralf Krawalski. Die Daten übermittelt ein Sender im Bohrkopf an das Ortungsgerät. Eine spezielle Emulsion, die über das Bohrgestänge ins Erdreich geleitet wird, befördert die Erde dann aus dem Kanal in die Start- und Zielgrube.

Das Besondere an dem Projekt in der Radeberger Vorstadt ist aber vor allem, dass die Fernwärmeleitungen unter der Prießnitz hindurch verlegt werden müssen, sagt Projektleiter Alexander Schneider von der Drewag. Bevor die Fernwärmerohre am Montag unter die Erde kommen, mussten Piehler und Krawalski erst einmal mehrere Tage lang zwei Kanäle bohren, in die am Freitag Schutzrohre eingezogen wurden. „Das ist zur Sicherheit, damit die richtigen Leitungen in der Erde nicht, beispielsweise durch Steine, beschädigt werden“, erklärt Schneider. Zu groß wäre der Aufwand, wenn die unter dem kleinen Fluss hindurch geführten Rohre repariert werden müssten.

Mit der Verlegung der Fernwärmeleitungen an der Kreuzung Prießnitz-/Hohnsteiner Straße weitet die Drewag aber nicht nur das Netz von der Neustadt in die Radeberger Vorstadt aus. Gebaut werden auch neue Fernwärmeanschlüsse für die Kita „Prießnitzzwerge“ und die 103. Grundschule „Unterm Regenbogen“. Ende Juni sollen diese ans Netz angeschlossen sein. Bis Ostern soll aber zunächst die Kreuzung, die derzeit gesperrt ist, wieder vollständig hergerichtet sein, verspricht Alexander Schneider. Die Kosten für die Fernwärmetrasse und Anschlüsse betragen insgesamt etwa 200 000 Euro.