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Jetzt bekommt Dresden einen Elbe-Tunnel

Ab nächster Woche wird unter dem Fluss gebohrt. Was die Dresdner von der 2,60 Meter großen und begehbaren Röhre haben.

Der Bohrer wird am Mittwoch in die Tiefe gehoben. Er wird einen Tunnel unter der Elbe in Dresden bohren.
Der Bohrer wird am Mittwoch in die Tiefe gehoben. Er wird einen Tunnel unter der Elbe in Dresden bohren. © René Meinig

Dresden. Acht Elbe-Brücken hat Dresden. Auf ihnen sind täglich Tausende Autos, Fahrräder und Fußgänger unterwegs. Und unterirdisch? Dort entsteht jetzt der erste begehbare Tunnel, der Alt- und Neustadt verbindet. Vier Wochen wird es dauern, bis sich der riesige Bohrer unter dem Fluss durchs Erdreich gekämpft hat. Die Maschine ist am Mittwoch über einen Schacht in 18 Meter Tiefe gehoben worden.

Ab kommenden Montag soll der Bohrer vom Volksfestgelände an der Pieschener Allee aus täglich bis zu zehn Meter in Richtung Neustädter Hafen vordringen. Rund 240 Meter lang ist die Strecke. Auf der anderen Elbseite, in Höhe der Uferstraße, ist in den vergangenen Monaten ebenfalls ein Schacht entstanden, wo die Maschine nach getaner Arbeit wieder an die Oberfläche geholt wird. Anfang September soll es soweit sein, wenn nichts dazwischen kommt.

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Platz für Fußgänger und Radfahrer wäre vorhanden

Doch wofür ist der Tunnel gedacht? Sollen Fußgänger in Zukunft schneller von Pieschen ins Ostragehege kommen? Platz wäre vorhanden. Immerhin misst das Tunnel-Innere am Ende 2,60 Meter im Durchmesser. Aber nein, die Drewag  lässt zwei Fernwärmerohre einbauen, einmal um weitere Haushalte in Pieschen und der Leipziger Vorstadt ans Fernwärmenetz anzuschließen, zum anderen um die Wärmeversorgung schon angeschlossener Wohnungen auf der Neustädter Elbseite zu sichern.

Zwei Kräne heben den Bohrer an...
Zwei Kräne heben den Bohrer an... © René Meinig
... und tragen ihn über das Schacht-Bauwerk.
... und tragen ihn über das Schacht-Bauwerk. © René Meinig
Dann wird der Bohrer in die Tiefe gelassen. Polier Bernd Sillmann koordiniert die Aktion mit.
Dann wird der Bohrer in die Tiefe gelassen. Polier Bernd Sillmann koordiniert die Aktion mit. © René Meinig
Der Schacht ist etwa 18 Meter tief.
Der Schacht ist etwa 18 Meter tief. © René Meinig
Von dort aus wird der Bohrer ab Montag unter der Elbe in Richtung Neustädter Elbufer durchdringen.
Von dort aus wird der Bohrer ab Montag unter der Elbe in Richtung Neustädter Elbufer durchdringen. © René Meinig

Denn bislang fließt das warme Wasser, mit dem Tausende Wohnung in Dresden beheizt werden, über ein Rohr in der Carolabrücke von der Altstädter auf die Neustädter Seite. Wird diese ausgerechnet an einem kalten Wintertag beschädigt, würden viele Dresdner bis zur Reparatur im Kalten sitzen. Bis Anfang kommenden Jahres will die Drewag die Fernwärme-Rohre im neuen Elbtunnel eingebaut haben. Begehbar wird die Röhre dann nur für Wartungspersonal sein.

Tunnel kostet zehn Millionen Euro

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Allein der Bau des Tunnels, die Fachleute sprechen von einem Düker, kostet rund zehn Millionen Euro. Das gesamte Projekt zur Fernwärmeversorgung des Nordwestens der Stadt summiert sich auf etwa 41 Millionen Euro. Die Landeshauptstadt Dresden und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung fördern das Vorhaben mit knapp neun Millionen Euro. Laut Drewag werden durch Ausbau in Zukunft jährlich mehr als 3.200 Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger freigesetzt, um die Wohnungen zu beheizen - unter anderem durch die Einsparung emissionsreicher fossiler Brennstoffe.

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