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Drogenhandel vorm Asylheim

Ein Marokkaner soll mit Haschisch gedealt haben. Vor Gericht schwieg er. Verurteilt wurde er trotzdem.

Das Amtsgericht in Döben.
Das Amtsgericht in Döben. © André Braun

Von Helene Krause

Döbeln. Im Herbst 2017 soll ein heute 35-jähriger Mann aus Marokko vor dem Asylbewerberheim in Döbeln einem Drogenkonsumenten eine Platte mit 100 Gramm Haschisch für 350 Euro angeboten haben.

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Das brachte ihn wegen des unerlaubten Handeltreibens, Abgebens oder Besitzes von Betäubungsmitteln vors Schöffengericht des Amtsgerichts Döbeln. Zur Tat schwieg der Angeklagte. Er kam vor fast drei Jahren nach Deutschland und wohnt in einem Asylbewerberheim in Döbeln.

Ein damaliger Drogenkonsument schilderte nun als Zeuge, dass er am Asylbewerberheim vorbeiging und der Angeklagte ihm die Haschischplatte angeboten habe. „Sie war so groß, wie eine Tafel Schokolade und in Folie eingepackt“, sagte der Zeuge. „Wir verständigten uns mit Händen und Füßen.“ Gekauft habe er das Gras nicht.

Das Gewicht der Droge wurde nur geschätzt. Der Wirkstoffgehalt blieb unbekannt. Deswegen und weil ein weiterer Zeuge fehlte, zogen sich das Schöffengericht und Verteidiger Carsten Forberger zur Beratung zurück. Danach verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Karin Fahlberg den Beschuldigten nur wegen des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro. 

„Es gibt keinen Zweifel am Handeltreiben“, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung. Staatsanwältin Angelika Rickert hatte auf 1200 Euro plädiert. Die Verteidigung schloss sich der Staatsanwaltschaft im Hinblick auf das Strafmaß an. Das Urteil ist rechtskräftig. 

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