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Drohnen über Königsbrück

Sven Helbig Richter kann seine Stadt aus der Vogelperspektive fotografieren. Das ist durchaus gefragt.

© René Plaul

Von Nicole Preuß

Königsbrück. Es ist alles vorbereitet. Die Drohne steht startbereit auf einem leicht befestigten Feldweg, die Propeller beginnen sich zu drehen, wirbeln Staub auf und schließlich erhebt sich das Fluggerät unter lautem Surren. Sven Helbig Richter hat gegen die Sonne das Basecap aufgesetzt und kann so die Drohne hoch oben verfolgen. Doch eigentlich ist das Interessante unten auf dem Tablett zu erkennen.

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Das ist ein Blick über Königsbrück, den sonst eigentlich nur ein Flugzeug einfangen kann. Sven Helbig Richter schafft das auch mit seiner Drohne.
Das ist ein Blick über Königsbrück, den sonst eigentlich nur ein Flugzeug einfangen kann. Sven Helbig Richter schafft das auch mit seiner Drohne. © Sven Helbig Richter

Die DJI Phantom 4 Pro überträgt die Bilder, die sie in Vogelperspektive von der Stadt einfängt, in Echtzeit auf das I-Pad des Königsbrückers. „Wo ist denn gleich die Hauptkirche?“ Sven Helbig Richter kann die Drohne in 95 Metern Höhe um wenige Grad drehen, bis das höchste Gebäude von Königsbrück auf dem Monitor erkennbar ist. Er fotografiert den Blick, er könnte aber auch einen Film drehen. „Die Drohne steht selbst bei Wind wie eine Eins“, sagt er.

Sven Helbig Richter ist fasziniert von Drohnen und von dem, was sie fotografisch leisten können. Der 35-Jährige leitet eigentlich die Verpackungsentwicklung im Schwepnitzer Unternehmen Packwell, in seiner Freizeit ist der verheiratete Königsbrücker aber auch immer häufiger mit seinen Drohnen unterwegs. Viele Kunden buchen ihn, weil sie sich ein Foto von ihrem Grundstück und ihrem Haus aus einer ungewohnten Perspektive wünschen. Manche haben den Service auch schon verschenkt. Sven Helbig Richter hat bereits Geburtstagsgesellschaften mit der Drohne fotografiert. Er hilft aber auch Immobilienfirmen mit seinen Bildern, die ungewöhnliche Portfolios von Gebäuden zusammenstellen wollen. „Und man kann noch andere schöne Sachen machen“, sagt Sven Helbig Richter. Er würde zum Beispiel einmal gern eine Hochzeit aus der Vogelperspektive fotografieren, Bilder für Werbung könnte er drehen oder auch die Sequenzen für technische Inspektionen liefern.

Die nötige Technik hat er sich nach und nach gekauft. Er begann vor drei, vier Jahren mit einem Modell-Helikopter, den er zum Geburtstag bekam. Dann kaufte er sich die erste günstige Drohne aus dem Discounter. „Ich hatte aber immer zu tun, das Ding überhaupt in der Luft zu halten“, sagt er. Trotzdem: Das Interesse war geweckt. Und so investierte er in neue Technik und wurde bald immer mal wieder gefragt, ob er nicht einen Auftrag übernehmen könnte. „Damals hab ich das Nebengewerbe angemeldet“, sagt er. Er gründete Areapixi, stellte eine Internetseite zusammen und begann, seine Arbeit bekannt zu machen.

Regeln verschärft

Heute hat er zwei Drohnen, die unter Profis verbreitet sind. Die Technik ist bei dem Nebenjob aber nicht alles. Sven Helbig Richter muss sich vor allem mit der Rechtslage auseinandersetzen, und die wurde zum 1. Oktober vom Bund noch einmal verschärft. Die Drohne darf nicht über Industrieanlagen, Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten, Bundes- und Landesbehörden, Einsatzorten der Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften und erst recht nicht über Flugplätzen fliegen. Der Königsbrücker lässt sich auch immer eine schriftliche Genehmigung erteilen, wenn er im Auftrag über Wohngebäuden fliegt. Denn das ist ebenfalls sonst verboten. Wenn der Königsbrücker eine Drohne auf dem Markt starten lassen will, braucht er ebenfalls eine Genehmigung der Stadtverwaltung.

Sven Helbig Richter hat zudem vorsorglich einen Drohnenführerschein gemacht. Seine Drohnen liegen zwar noch unter dem Mindestgewicht für die Vorgabe. „Doch man weiß ja nicht, was noch kommt“, sagt der Königsbrücker. Die Technik hilft ihm, die Vorgaben zu erfüllen. Die GPS-gesteuerte Drohne startet zum Beispiel nicht in Flugverbotszonen und das Antikollisionssystem schützt vor Zusammenstößen. „Im Prinzip kann nichts passieren“, sagt er. Und tatsächlich kommt die Drohne auch dieses Mal unversehrt zurück. Sie landet und wird wieder im Koffer verstaut. Bis zum nächsten Mal.

www.areapixi.de