merken
PLUS Döbeln

Droht Roßwein eine Haushaltssperre?

Der Stadt werden in diesem Jahr viele Steuereinnahmen fehlen. Aber wie kann sie diese kompensieren?

Viele Roßweiner Firmen machen von der Möglichkeit der Herabsetzung der Gewerbesteuervorauszahlung Gebrauch.
Viele Roßweiner Firmen machen von der Möglichkeit der Herabsetzung der Gewerbesteuervorauszahlung Gebrauch. © Dietmar Thomas/Archiv

Roßwein. Die finanzielle Lage der Stadt Roßwein ist nicht die beste. Sie nimmt in diesem Jahr voraussichtlich bis zu 1,3 Millionen Euro weniger Steuern ein, als geplant.

Durch die Corona-Pandemie besteht für die Gewerbetreibenden die Möglichkeit der Herabsetzung der Gewerbesteuervorauszahlung. Diese nutzen viele Firmen, sodass Roßwein mit Gewerbesteuermindereinnahmen in Höhe von rund 915.000 Euro rechnet, erklärt Kämmerin Bianka Graf in der Stadtratssitzung.

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Für die Einkommens- und Umsatzsteuer lägen noch keine aktuellen Zahlen vor. Aber auch in diesem Bereich geht die Stadt von Ausfällen zwischen 300.000 und 400.000 Euro aus.

Um die Kommunen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, stellt ihnen der Freistaat Sachsen eine sogenannte Ausfallentschädigung in Aussicht. Roßwein geht von einem ersten Betrag in Höhe von rund 355.800 Euro aus. Ein zweiter Betrag in selber Höhe soll folgen.

Nach der Auflösung der Vorsorge in Höhe von 183.800 Euro stehen voraussichtlich rund 895.400 Euro zur Verfügung. „Den Rest werden wir aus den liquiden Mitteln der Stadt decken“, so die Kämmerin. Wie sich die finanzielle Lage von Roßwein genau entwickelt, könne aber erst zum Stichtag 31. Dezember festgestellt werden.

Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) zeigt sich optimistisch, „dass wir das gewuppt bekommen.“ Roßwein habe in den vergangenen Jahren schon andere Täler erfolgreich durchschritten.

Dann stehe die Stadt wohl jetzt vor einer Haushaltssperre, will Stadtrat Peter Krause (Die Linke) wissen. Das verneint Lindner. Er sehe im Moment keine Notwendigkeit, über eine Haushaltssperre nachzudenken. Zwar werde es sicher für einige Zeit eine finanzielle Durststrecke geben, aber solche habe die Stadt schon mehrfach überstanden. „Notfalls müssen wir für zwei bis drei Jahre den Gürtel enger schnallen“, kündigte Lindner an. Daher sei er erleichtert, dass viele große Projekte schon bewältigt seien oder wie die Grundschulsanierung gerade liefen.

„Rundrum“ ist die Kommune aber auch nach der Fertigstellung der Grundschule nicht. Nebenan bedarf es einer neuen Turnhalle. Die Sanierung des Rathauses ist auch ein komplexes Projekt, das die Verwaltung schon länger vor sich herschiebt, irgendwann aber doch anpacken muss.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln