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Görlitz

Drohungen gegen Görlitzer Tierpark

Die kleine Wolfswaise von der A4 ist noch immer Thema in sozialen Netzwerken. Die Schärfe der Diskussion nimmt zu.

Die an der A 4 bei Burkau gefundene kleine Wölfin lebt jetzt in der Lüneburger Heide. Bei der Eingewöhnung bekommt sie Unterstützung von Hündin Vega.
Die an der A 4 bei Burkau gefundene kleine Wölfin lebt jetzt in der Lüneburger Heide. Bei der Eingewöhnung bekommt sie Unterstützung von Hündin Vega. ©  dpa

Die kleine Wölfin, die am Pfingstmontag an der Autobahn 4 in der Nähe von Burkau von Spaziergängern gefunden wurde, ist in sozialen Netzwerken noch immer ein heiß diskutiertes Thema. Die Schärfe der Meinungsäußerungen hat dabei erheblich zugenommen. 

Wolfsgegner würden das Tier am liebsten töten. Vermeintliche Tierschützer bedrohen die Einrichtungen, die das Tier aufgenommen haben, für den Fall, dass sie den Wolf einschläfern. Das berichtet der Görlitzer Tierparkdirektor Dr. Sven Hammer.

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Er informiert aber auch, dass es dem kleinen Waisentier im Wildpark Lüneburger Heide gut geht, wo es nach dem Aufenthalt in Görlitz jetzt lebt. „Die kleine Wölfin hat sich dort wunderbar integriert“, sagt er.

Über die Schärfe der Angriffe in den Netzwerken ist der Görlitzer Tierparkdirektor erschrocken. „Wir machen unseren Job, handeln nach Recht und Gesetz“, betont er. Sowohl mit Tierrechtlern als auch Wolfsgegnern müsse er sich derzeit auseinandersetzen. Die extreme Polarisation in den Netzwerken werde zudem unter dem erträglichen Niveau geführt, jeder könne sich äußern, ohne seine Identität preiszugeben. Hammer will sich dazu nicht weiter äußern, nur so viel: „Wir müssen das aushalten, geben dazu aber keinen Kommentar ab.“ Mit jedem, der sich klar identifiziert, ist der Zoodirekter jedoch bereit, zum Thema zu diskutieren.

Mit dem Wildpark im Landkreis Harburg habe die kleine Wölfin eine Lebensperspektive, denn wieder aussiedeln könne man sie nicht. Der Wolfswelpe habe nach Ansicht des Tierparkchefs eine Botschafterfunktion für seine Artgenossen. „Es ist ein gesundes Tier, das vermittelt, dass der Wolf schützenswert ist“, betont Sven Hammer.

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Der Wolfswelpe kam nach seinem Auffinden in den Görlitzer Tierpark und von dort in den Wildpark. Wie verschiedene Medien berichten, sei die Wölfin mittlerweile auf den Namen „Anuschka“ getauft worden. Sie wiegt nun schon mehr als sieben Kilogramm, hat also seit ihrem Auffinden sechs Kilogramm zugenommen. Hilfe hatte der Welpe offenbar von einer älteren Hündin, die im Wildpark lebt und den kleinen Wolf unter ihre Fittiche nahm. Besucher im Wildpark bekommen aber nichts davon mit, denn Anuschka und die Hündin Vega halten sich in einem für Gäste nicht sichtbaren Gehege auf.

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