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Dohnaer Autozulieferer plant für E-Zeitalter

Druckguss spürt den Druck, der auf der Autobranche lastet. Der Chef räumt auf Sächsische.de mit Gerüchten rund um den Standort auf.

Der ehemalige und der neue Druckguss-Chef: Jürgen  Bohn (r.) hat den Posten aus gesundheitlichen Gründen an  Christoph Müller abgegeben.
Der ehemalige und der neue Druckguss-Chef: Jürgen Bohn (r.) hat den Posten aus gesundheitlichen Gründen an Christoph Müller abgegeben. © Norbert Millauer

Christoph Müller ist viel in der Welt herum gekommen. Der 53-jährige gebürtige Rheinländer war für die Uno im Irak, baute eine Firma in China auf und arbeitete in Mexiko und Südafrika. Seit Anfang 2017 ist er in Dohna bei Druckguss und nun hier Vorsitzender der Geschäftsführung. Sein Vorgänger Jürgen Bohn gab den Posten Ende Oktober aus gesundheitlichen Gründen ab. 

Bohn war einer, der jeden Tag mit einer neuen Idee kam. Er hatte Druckguss nach der überstandenen Insolvenz auch wieder nach außen geöffnet. Müller nennt sich Generalist.  Er sei der Stratege und kümmert sich um die Zukunft. Zusammen waren sie ein gutes Gespann - und sind es auch künftig. Bohn ist  weiter für das Unternehmen tätig. 

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Als Automobilzulieferer hat Druckguss alle Krisen durchgemacht, die es in den vergangenen Jahren gab. Plötzlich steht der Dieselantrieb am Pranger und wird verteufelt, sagt Müller.  In zwei Jahren hat Druckguss 30 Prozent des Umsatzes verloren. 

Die Folge: Arbeitszeitverkürzung für die 350 Beschäftigten in Dohna und Kurzarbeit für die 300 am Standort Hof. Doch Müller wurde nicht fürs Klagen Chef. Er hat in seinem Büro ein Getriebe von Ferrari und sein Rennrad stehen. Beide stehen für Bewegung. Getriebe, Motoren, Kupplungsteile - "Das können wir richtig gut", sagt Müller. Doch das reicht im Zeitalter von E-Mobilität nicht mehr. "Also müssen wir über neue Konzepte nachdenken", sagt Müller und hat das schon. 

Erstens in  Richtung neue Produkte und Kunden, unabhängig vom Verbrennungsmotor, hin zum Beispiel zu Heizungs- und Medizintechnik. Zweitens zu antriebsunabhängigen Teilen im Auto. Konsolen und Innenraumelemente zum Beispiel. "Denen ist egal, womit das Auto angetrieben wird", sagt der Pragmatiker Müller. Außerdem hat Druckguss inzwischen noch ein Unternehmen in Friedrichshafen gekauft, das auf Sandguss spezialisiert ist. Damit hat man ein weiteres Standbein. Ein weiteres sind eigene Entwicklungen. An einem marktführenden Fertigungsverfahren haben die Forscher drei Monate gearbeitet. Es sei revolutionär, weil es Druck und damit Gewicht reduziert, sagt Müller. "Wir verkaufen uns über Kompetenz." 

Standort-Optionen

Druckguss hat seinen Sitz in Dohna, mitten in der Stadt. Das befördert immer wieder Spekulationen. Die einen wollen gehört haben, dass die Firma mit Tschechien liebäugelt, die anderen sagen ihr Interesse am Industriepark Oberelbe nach. Letzteres brachte Müller schon wütende Anrufe von IPO-Gegnern ein. Er sieht das emotionslos. "Das stört mich nicht." Für ihn ist es eine wirtschaftliche Frage. 

Tschechien ist zwar unter anderem wegen der Kosten eine für viele Firmen interessante Option, für Druckguss aber nicht, sagt Müller. Erstens hat man noch den Standort in Hof, zweitens in Dohna noch Erweiterungsmöglichkeiten. Und drittens sei eben auch der Industriepark Oberelbe eine Option. Welche das Unternehmen letztlich zieht, ist eine Frage der Aufträge und des Zeitpunktes. Kommen zuerst die für große Teile, kann relativ schnell in Hof gebaut werden. Dort ist ausreichend Platz. Sind kleinere Teile gefragt, ist Dohna die erste Wahl.

Der Industriepark steht nach den derzeitigen Plänen frühestens ab 2027 für eine Ansiedlung zur Verfügung. Für einen Strategen wie Müller ist das derzeit mit zu viel Unsicherheit verbunden. "Wir brauchen einen verlässlichen Zeitplan." 

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