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DSC verpflichtet Toptalent des deutschen Volleyballs

Viele Volleyball-Bundesligisten wollen Emma Cyris verpflichten. Doch die 18-Jährige entscheidet sich für Dresden – trotz einer unangenehmen ersten Erfahrung.

Emma Cyris bleibt zunächst bis 2022 beim Dresdner SC. Auf die Arbeit mit dem Talent freut sich Trainer Alexander Waibl.
Emma Cyris bleibt zunächst bis 2022 beim Dresdner SC. Auf die Arbeit mit dem Talent freut sich Trainer Alexander Waibl. © dpa

Wenn man den Experten glauben darf, haben sich die Volleyballerinnen des Dresdner SC nach einer sportlich mehr als enttäuschenden Saison nun eines der größten deutschen Talente schlechthin geangelt – und das gleich für mehrere Jahre. Am Mittwoch stellte der Verein die erst 18-jährige Außenangreiferin Emma Cyris vor, die an der Elbe einen Vertrag bis 2022 unterzeichnete – und das tatsächlich am Fluss. Für die Präsentation des zweiten Neuzugangs nach Libero Lenka Dürr hatte der DSC sich am Terrassenufer das Motorschiff „August der Starke“ auserkoren. Das kann man auch als Kampfansage interpretieren.

Der gesamten Liga aufgefallen

„Emma und unsere gemeinsame Zusammenarbeit wird ein Schritt in die Zukunft sein“, betont DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann. „Es macht uns sehr stolz, dass sie sich für uns entschieden hat. Das zeigt, dass wir es weiterhin schaffen, junge Spielerinnen hierher zu locken und ihnen das Gefühl zu geben, dass wir sie auf dem weiteren Karriereweg begleiten können“, erklärt die DSC-Geschäftsführerin. Denn dem Vernehmen nach hat sich die gesamte Bundesliga um Cyris bemüht, die in den vergangenen beiden Spielzeiten bei der Ausbildungsmannschaft des VC Olympia Berlin in der Beletage des deutschen Volleyballs nicht nur durch ihre 1,90 Meter Körpergröße aufgefallen ist.

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„Wir wollen sie behutsam aufbauen. Deswegen haben wir uns für eine sehr lange Vertragslaufzeit entschieden“, meint DSC-Trainer Alexander Waibl. „Sie ist eine Außenangreiferin, die durch ihre Physis sehr große Möglichkeiten hat, die aber auch in der Lage ist, sehr gut anzunehmen“, beschreibt der 51-Jährige sein neues Angriffsjuwel, das aus Halle an der Saale stammt und beim VC Bitterfeld-Wolfen seine Karriere begonnen hat. „Ich war auch mit anderen Klubs im Gespräch, habe mich aber für Dresden entschieden, weil ich das ganze Umfeld total schön finde. Ich kannte die Trainer, Dresden liegt auch nah an meiner Heimat“, erzählt Cyris. Bei der Frage, ob man denn wissen dürfe, wer sich noch alles für die Dienste der Angreiferin beworben habe, schaltet sich Waibl noch mit einem verneinenden Brummen ein.

Später verrät er, dass sie mit dem VC Olympia Berlin jedes Wochenende gegen einen Kontrahenten geschmettert habe, der an ihr interessiert gewesen sei. „Und zwar wirklich jedes Wochenende“. Das schließt also auch die beiden Spitzenvereine und erneuten Meisterschaftsfinalisten Schwerin und Stuttgart mit ein. Neben den etablierten DSC-Angreiferinnen Katharina Schwabe, Nikola Radosova und Lena Stigrot wird Cyris trotz ihrer Vorschusslorbeeren nicht unbedingt auf übermäßig viele Spielanteile kommen. Das weiß sie auch. Dennoch – oder gerade deshalb – will sich Cyris im ersten Jahr in Dresden nur auf Volleyball fokussieren, nachdem sie im Mai ihr Abitur in Berlin abschließen wird. „Emma kann sich in den drei Jahren bei uns zu einer Leistungsträgerin entwickeln“, hofft Waibl bei der hoch aufgeschossenen Blondine mit den Endlosbeinen.

Bei Probewoche fällt Dresden durch

Für sie ist der Kontrakt beim DSC bereits der zweite Versuch in Dresden. Vor acht Jahren hatte der Bundesstützpunkt beim VC Olympia Dresden, der Ausbildungsmannschaft des DSC, Cyris zu einer Probewoche inklusive Sportschule eingeladen. „Da hat es mir nicht so gefallen, weil ich viel mit älteren Spielerinnen trainiert habe. Da fühlte ich mich ein bisschen alleingelassen. Aber jetzt bin ich ja schon etwas älter“, kokettiert die nun jüngste Spielerin im DSC-Kader.

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Cyris’ künftiger Klubtrainer wird seine neue Spielerin bereits weit vor der nächsten Bundesligasaison unter Wettkampfbedingungen auf Herz und Nieren prüfen können. Waibl betreut die deutsche Studentenauswahl bei der Universiade vom 3. bis zum 14. Juli in Neapel. Da gehört auch DSC-Neuzugang Emma Cyris zum Kader.

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