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Dschungelcamp im Schützenhaus

Der Weißenberger Fasching erzählt von gestrandeten Personen. Er bietet aber auch Funkengarde und Männerballett.

© Steffen Unger

Von Kerstin Fiedler

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Weißenberg. Dass nun ausgerechnet zu dieser Zeit, wo die Faschingsveranstaltungen stattfinden, das Dschungelcamp im Fernsehen läuft, darüber haben sich die Weißenberger Faschingsnarren vorher keine Gedanken gemacht. Aber so hat der ehemalige Moderator dieser beliebten Fernsehsendung seine Wiederauferstehung in Weißenberg zum Fasching, wo es in diesem Jahr heißt: Ahoi! Wir haben vor’m Dschungel keine Scheu.

Wenn sich nun Johannes Hilbenz in seinem orangefarbenen Hemd über dem dicken Bauch als Dirk Bach verkleidet, dann hat er schon Schwierigkeiten, die Treppe zur Bühne hinaufzukommen. Aber da hat er ja Unterstützung vom Frosch und einem Ureinwohner des Dschungels. Johannes Hilbenz ist beim Fasching dabei, seit die Organisatoren im Sportverein sind. „Meine Freundin hat mich damals angesprochen, ob ich mitmachen will“, sagt der 21-jährige Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Und erinnert sich an seinen ersten Auftritt im Männerballett. Das wird es auch in diesem Jahr geben, verspricht auch Bruder Martin Hilbenz. Die Brüder finden es nicht nur lustig, wenn sie bei den Proben sind. Sie sind auch froh, „dass wir so eine gute Truppe sind. Wir können viel gemeinsam, aber auch mal übereinander, lachen“, sagt der 28-Jährige. Martin Hilbenz, der aus Weißenberg stammt, dort auch lebt und in der Firma Metallbau- Staude als Technologe arbeitet, war zunächst gar nicht so faschingsvernarrt. „Aber ich bin natürlich mit Kumpels hingegangen. So viele Veranstaltungen gibt es ja nicht in der Stadt“, sagt er. Doch als Laura Eger, die jetzt die organisatorischen Fäden für die Faschingsveranstaltung in der Hand hält, ihn fragte, ob er nicht mitmachen kann, war er dabei.

Bühnenerfahren und tanzbereit
Schließlich steht er öfter auf der Bühne, weiß, wie man mit dem Publikum kommuniziert. Grund ist, dass er in der Band „Still surching“ singt und die Texte schreibt. Die Band trifft sich in Nieder Seifersdorf. Die Hilbenz-Brüder sind also seit 2015 Bestandteil des Programms – in verschiedenen Rollen. Unter anderem eben im Männerballett. Wenn sie sich an das vorige Jahr erinnern, können sie immer noch lachen. „Dirty Dancing“ war das Thema, da mussten eben auch Hebefiguren herhalten. Was in diesem Jahr getanzt wird, verraten sie aber nicht. „Es wird schon genug Lacher geben“, sagt Johannes Hilbenz und rückt sich seinen Bauch zurecht. Einer der Tänzer arbeitet zum Beispiel in Berlin in Schichten und versucht, sich die Dienste so einzuteilen, dass er mittanzen kann. Wegen dem Spaß. Vor diesem Wochenende sind schon wieder alle aufgeregt. „Kurz vorher denken alle, das klappt nie. Aber dann fügt sich alles“, sagt Martin Hilbenz. Die Brüder, die derzeit wieder zusammen wohnen, haben auch ein weiteres gemeinsames Hobby. Sie sind in einer Autocross-Truppe in Prachenau, nahe der Kreisgrenze. Das letzte Jahr waren sie sogar bis zur deutschen Meisterschaft gekommen. Sie sind aber auch am Matschenberg in Cunewalde oder in Frankreich zu Wettkämpfen unterwegs.

Doch das zählt jetzt alles nichts. Denn nun ist Faschingszeit. Während die Kostümprobe für den Dschungel funktioniert hat und die Frösche und Dschungelbewohner ihren Tanz zeigen, ist Laura Eger noch beim Absprechen der Punkte für die Funkengarde. Auch die Mädchen, die ihre akrobatischen Übungen zeigen, haben noch ein paar Verbesserungen eingearbeitet. „Es ist anstrengend, aber auch schön“, sagt Laura Eger. Und sie hofft, dass es auch in diesem Jahr dem Publikum gefällt. Neben den Auftritten der Garde, des Funkenmariechens und der Tänzer geht es im Programm unter anderem darum, dass vier bekannte Persönlichkeiten Schiffbruch erleiden, auf einer Insel im Dschungel landen und dort so einiges erleben. Johannes Hilbenz als Dirk Bach moderiert das und wird auch eine Dschungelprüfung verkünden.

Neben der Veranstaltung am Sonnabend folgt am Sonntag der Familienfasching. Da können dann Muttis, Vatis, Omas, Opas, Onkel und Tanten sehen, wie die Kinder im Sportverein trainieren und dabei schöne Programmpunkte einstudieren. Für die Kinder ist es eine Bestätigung.