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Du-du-du

Ich mag Ikea. Zum Gucken und zum Kaufen. Nur an das Du muss ich mich jedes Mal wieder neu gewöhnen. Inzwischen greift die Masche ja um sich. Überall das vertraute Du zwischen wildfremden Menschen. Das hat natürlich Prinzip.

Von Heike Sabel

Ich mag Ikea. Zum Gucken und zum Kaufen. Nur an das Du muss ich mich jedes Mal wieder neu gewöhnen. Inzwischen greift die Masche ja um sich. Überall das vertraute Du zwischen wildfremden Menschen. Das hat natürlich Prinzip. Es ist eine clevere Marketingidee, die das Gefühl von Vertrautheit und großer Familie schafft.

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Aber nicht nur Geschäfte auf der Suche nach mir als Kunden machen einen auf Kumpel. Es gibt auch Leute, die aus der Tatsache, dass wir uns schon lange kennen, das Recht ableiten, mich zu duzen und am liebsten auch gleich noch umarmen. Ich bin geneigt, mit du-du-du zu antworten. Sie können sich gern den erhobenen Zeigefinger dazu denken. Nicht wegen der blöden Weisheit, dass man sich schneller Schimpfwörter an den Kopf wirft, wenn man sich duzt. Das trifft wohl nur auf die Kommunikation Auge in Auge zu. In der Hinter-dem-Rücken-Kommunikation sind die Siezer mindestens genau so aktiv. Ich mag einfach nicht vereinnahmt werden.

Mir hat jetzt ein älterer Mann, den ich sehr achte, das Du angeboten. Das hat mich berührt, und ich fühle mich geehrt. Für mich ist so ein Du immer noch etwas Besonderes. Am Ende ist Du oder Sie nicht wirklich wichtig, wenn man sich achtet und sich nicht immer du-du-du sagt.

In diesem Sinne, ein Wochenende, mit dem Sie auf Du und Du stehen …