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Dubiose Firmen wollen Coswiger abzocken

Mehrere Firmen versuchen gerade, von Bürgern angebliche Schulden einzutreiben. Doch die lassen sich nicht austricksen.

© Arvid Müller

Von Philipp Siebert

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Der Briefkopf ist opulent gestaltet und flößt auf den ersten Blick Ehrfurcht ein: Eine große Weltkugel schmückt das Schreiben, daneben steht in dicken Lettern der Name des Unternehmens geschrieben: „Welt Forderungs Management“. Das soll wohl belegen, dass es sich hier um zertifizierte Fachleute handelt. Aber es sind wohl mal wieder Abzocker.

Ein solcher Brief flatterte jetzt beim Coswiger Sven Böttger ins Haus. Adressiert war er an seinen Vater Kurt. Genau 179 Euro soll er bis heute zahlen – so, wie es telefonisch vor wenigen Tagen mit ihm abgesprochen worden ist, schreibt das Unternehmen. Ansonsten wolle man ihn vor Gericht zerren.

„Das wird ihnen nicht gelingen“, sagt Sven Böttger, „mein Vater ist vor einem Jahr gestorben.“ Doch nicht nur das entlarvt die Betrüger. Die Mahnung ist zudem mit Rechtschreibfehlern gespickt. Auch der Familiename ist falsch geschrieben. „Aus Böttger haben die Büttger gemacht“, sagt der Coswiger.

Das Geld soll noch dazu auf ein bulgarisches Konto überwiesen werden. Eine Adresse hat die dubiose Firma aber auf der Friedrichstraße in Berlin. Telefon- und Faxnummer werden dagegen mit Schweizer Vorwahl genannt. Bei einem Anruf ist allerdings nur zu erfahren, dass der Anschluss nicht erreichbar ist.

Auf dem Schreibtisch von Coswigs Ordnungsamtsleiter Olaf Lier stapeln sich zurzeit derartige Schreiben. „Es kursieren in Coswig gerade Briefe von mehreren solcher Unternehmen“, sagt Lier. Sie tragen Namen wie „Global Network Inkasso“ oder „Dr. Walter Barkley – Treuhandgesellschaft für Erbschaften, Schenkungen und Dividenden“. Mal werden 189 Euro gefordert, mal 40 oder 50 Euro Bearbeitungsgebühr. Offenbar wurden die Briefe in großen Stil verschickt, sagt Coswigs Ordnungsamtschef.

Olaf Lier rät allen, die solche Schreiben in den letzten Tagen bekommen haben, nichts zu tun. Weder die bezeichneten Firmen noch die Forderungen selbst seien real existent. „Betroffene sollten sich von solchen Schockmahnungen auf keinen Fall einschüchtern lassen“, sagt er. Offenbar sollen vor allem ältere Menschen mit der Masche um ihr Geld gebracht werden.

Sven Böttger wird das nicht passieren. Der fantasiereiche Briefkopf ist dem Coswiger natürlich nicht entgangen. Ebenso wie die Berliner Adresse der Firma und die Telefonnummer in der Schweiz. Jetzt will er möglichst viele Menschen davor bewahren, in die Falle zu tappen. Deshalb geht er an die Öffentlichkeit, um „andere, vor allem ältere Menschen vor dieser Betrügerei“ zu warnen.

Zugleich droht der Coswiger, auch eine strafrechtliche Verfolgung anzuschieben. Denn das sei ein Fall für den Staatsanwalt. Sven Böttger nennt die Machenschaften schlicht kriminell.

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