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Dubioser Auskunftsdienst wirbt mit Tricks

Etliche Firmen in Coswig erhalten gerade Post von einer Berliner Firma – eine Kostenfalle.

Von Philipp Siebert

Coswig. Das Schreiben kommt seriös daher: Schwarze Schrift auf weißem Papier, keine Werbesprüche, nur die Aufforderung: „Ergänzen oder korrigieren Sie bei Annahme fehlende oder fehlerhafte Daten“. Darunter findet sich die Anschrift des Adressaten wieder. Abschließend der Satz: „Die Daten bei Annahme des Angebots nochmals auf Richtigkeit kontrollieren – Bitte mit Ihrer Unterschrift bestätigen.“ Das Antwortschreiben könne dann kostenlos gefaxt werden.

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Eine ausgedehnte Fahrradtour ist fabelhaft – wenn sie gut vorbereitet ist.

Gewerbetreibende aus Coswig haben solche Briefe in den letzten Tagen erhalten – Rechtsanwälte genauso wie Handwerker und Ladenbesitzer. Dabei geht es um den Eintrag in ein Branchenregister und die Empfehlung der Firmen auf einer Internetplattform.

Das sollte man allerdings keinesfalls tun, warnt Coswigs Ordnungsamtsleiter Olaf Lier. Seit der vergangenen Woche stapeln sich solche Schreiben in seinem Büro. „Das Problem versteckt sich im Kleingedruckten“, erklärt er. Dort ist zu lesen, worum es wirklich geht: Wer unterschreibt, schließt einen Zweijahresvertrag mit der Firma GES Registrat GmbH aus Berlin ab. Kosten: 588 Euro pro Jahr – für zwei Jahre also 1 176 Euro. Im Voraus zu zahlen.

„Wer den Brief flüchtig liest, könnte denken, dass es nur darum geht, seine Adresse zu korrigieren – und nicht einen Vertrag über den Eintrag in einem Internetportal abzuschließen“, sagt der Ordnungsamtschef. Olaf Lier empfiehlt daher, keinesfalls auf das Angebot einzugehen. Denn die Masche der Berliner Firma ist nicht neu. Im Internet findet man schnell Warnungen vor dem Branchenbuchanbieter.

Erst Anfang des Jahres wollte das Unternehmen beispielsweise Gewerbetreibende im nordrhein-westfälischen Emmerich abzocken. Und auch im Rest der Republik ist der Register-Anbieter aktiv. So warnen etwa die Stadt Lauchringen in Baden-Württemberg oder das Amt Bruchhausen-Vilsen aus Niedersachsen auf ihren Internetseiten vor dem dubiosen Angebot.

Die Berliner Firma ist nicht die Erste, die versucht, mit diesem Trick Geld zu verdienen. Bereits vor drei Jahren sorgte die Gewerbeauskunftzentrale aus Düsseldorf für ähnliche Schlagzeilen. Das Unternehmen wurde daraufhin gerichtlich gerügt: Weil der Preis derart versteckt angegeben wurde, wäre der Vertrag unwirksam, urteilten die Richter.

Coswigs Ordnungsamtsleiter rät den Unternehmern, die Anfragen zu Firmeneinträgen zu ignorieren. „Es handelt sich dabei um kein amtliches Register. Wir ermitteln jetzt gegen die Betreiber-Firma.“

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