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So hat Dürrröhrsdorf-Dittersbach gewählt

Ein reichliches Jahr nach der verkorksten Kommunalwahl waren die Einwohner aufgefordert, neue Gemeinde- und Ortschaftsräte zu wählen.

Nächster Anlauf für einen neuen Gemeinderat in Dürrröhrsdorf-Dittersbach.
Nächster Anlauf für einen neuen Gemeinderat in Dürrröhrsdorf-Dittersbach. © Steffen Unger

Reichlich sechs Jahre war der Gemeinderat von Dürrröhrsdorf-Dittersbach im Amt, ein Jahr mehr als üblich und mittlerweile - zumindest was einzelne Räte angeht - auch nicht mehr ganz freiwillig. Doch inzwischen ist für diejenigen, die nicht wieder angetreten sind, ein Ende der Ratsarbeit abzusehen. Sofern das Wahlergebnis dieses Mal der Prüfung durch die Kommunalaufsicht standhält und nicht wieder an Formfehlern scheitert. Ursprünglich sollte die Gemeinde schon am 5. April neu wählen. Der Termin wurde coronabedingt abgesagt.

Wahlsieger sind nun - wie im Mai 2019 - die Unabhängigen Bürger, welche trotz Verluste acht der 16 Sitze im Gemeinderat einnehmen. Insgesamt sind sie mit 13 Kandidaten ins Rennen gegangen. Die meisten Stimmen entfielen auf Robin Steglich (250), Hubert Braun (240), Holger Gelbrich (239), Michael Steglich (226), Thomas Kreisl (186), Ralph Ehrentraut (176), Siglinde Giel (175) und Wolfgang Weiß (128). Damit konnten sie 48,6 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen. Zum Vergleich: Bei der ungültigen Wahl von 2019 waren die Unabhängigen Bürger noch auf zehn Sitze gekommen. Diese haben sie aber offenbar an die beiden neuen Wählervereinigungen abgeben müssen. 

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Neu im Gemeinderat und auf Anhieb erfolgreich ist die Liste Ehrenamt Freiwillige Feuerwehr. Gewählt wurden: Thomas Heinrich (166), Marcus Schmidt (126), Sven Teubner (35) und Thomas Eisold  (82). Mit 14 Personen stellte diese Wählervereinigung auch die meisten Kandidaten.  Gegenüber der Wahl 2019 konnte die Freiwillige Feuerwehr noch einen Sitze drauflegen. 

Neu im Gemeinderat ist auch die Wählervereinigung Familie. Sie kann drei Sitze für sich verbuchen. Gewählt wurden: Manja Adrian (160), Anne Friebe (147) und Stephan Heinrich (135). Angetreten sind hier acht Kandidaten. Auch diese Wählervereinigung konnte noch einen weiteren Sitz ergattern.

Der CDU-Abwärtstrend hält in Dürrröhrsdorf-Dittersbach an. Die einst zweitstärkste Kraft hinter den Unabhängigen Bürgern muss sich auch weiter mit einem Sitz zufrieden geben. Dieser geht an Armin Stettinius, der 94 Stimmen erhielt und zugleich Ortsvorsteher von Dürrröhrsdorf-Dittersbach ist. Zur Wahl gestellt hatten sich vier Unions-Kandidaten. Keinen Sitz im neuen Gemeinderat hat die Freie Wählergemeinschaft Dobra, die mit zwei Kandidaten angetreten war.

Alle vorstehenden Angaben sind ohne Gewähr, das Wahlergebnis ist noch nicht endgültig bestätigt worden.

Das wollen die neuen Gemeinderäte

Die Wählervereinigung Unabhängige Bürger ist seit der Wende immer im Gemeinderat vertreten und hält die Mehrheit. Sie stellt den Bürgermeister, der aber direkt von den Bürgern gewählt wird. Sie sind der Meinung, dass die Gemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach finanziell gut aufgestellt ist. Deshalb müsse man auch Investitionen anpacken. Dazu gehört zum Beispiel eine neue Sporthalle, für die sportliche Betätigung und als Grundlage für ein Vereinsleben. Die Unabhängigen Bürger wollen das forcieren, ebenso den Breitbandausbau. Die Einwohnerzahlen in der Gemeinde steigen. Dazu gehören attraktive Angebote, um sich in der Gemeinde niederzulassen, eine ausreichende Anzahl an qualitativ hochwertigen Krippen-, Kindergarten, Schul- und Hortplätzen. Auch dafür stehe die Wählvereinigung.  Ein weiteres Thema ist die Versorgung der älteren Menschen. Im Ort gibt es kein Altenheim. Diejenigen, die betreut werden müssen, können so nicht in ihren Heimatorten bleiben. Deshalb will sich die Wählervereinigung auch dafür einsetzen,  Betreiber und Investoren für Betreutes Wohnen zu finden. 

Letzteres ist ein Thema, bei dem es Schnittpunkte mit der neuen Wählervereinigung Familie gibt. Denn auch deren Gemeinderäte wollen erreichen, dass ältere Menschen nicht mehr wegziehen müssen, wenn sie Betreuung brauchen. Sie stehen aber auch dafür, dass die Gemeinde ein attraktiver Wohnort wird und man vom Dresdner Speckgürtel profitiert. Die Gemeinde liegt verkehrsgünstig auch an den Achsen nach Pirna, Bautzen und Radeberg. Nun brauche es neue Wohngebiete, ausreichend Kindergarten-, Schul- und Hortkapazitäten. Die Wählervereinigung will aber noch ein anderes Thema angehen. Sie will sich für das Mehrgenerationswohnen einsetzen und sozusagen auch eine Anlauf- und Beratungsstelle für Interessierte sein. Ein Ziel sei, dass vor allem die größeren Bauernhöfe in den Dörfern nicht leer stehen, sondern weiter genutzt werden. 

Die CDU hat vor den Wahlen eine deutliche Entlastung der Einwohner und Betriebe versprochen, hinsichtlich der Grund- und Gewerbesteuern wie auch der Hundesteuer. Das Straßenlicht soll die ganze Nacht mit energiesparenden LEDs bestritten werden. Die Mitgliedschaft im Landschaftsverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge soll überprüft werden. Außerdem will man sich für eine zeitliche Straffung von Planungsvorhaben einsetzen. Die Ortsteile sollen besser an den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr angebunden werden. Die CDU will die Baumschutzsatzung aufheben, da hier Grundsätze bereits mit dem Landesrecht verbrieft sind. Darüber hinaus soll die Verwaltung kommunaler Mietwohnungen effizienter und der Breitbandausbau vorangetrieben werden.

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