merken
PLUS Niesky

Dumm gelaufen

Die neue Turnhalle in Kreba-Neudorf muss noch einmal überplant werden. Obwohl eigentlich schon alles klar war.

Obwohl die neue Turnhalle noch einmal komplett überplant werden muss, sind die Tage ihres Vorgängers gezählt. Kreba-Neudorfs Bürgermeister Dirk Naumburger hat den Auftrag zum Abriss des alten Gemäuers unterschrieben. Damit kann der Abbruch in Kürze beginn
Obwohl die neue Turnhalle noch einmal komplett überplant werden muss, sind die Tage ihres Vorgängers gezählt. Kreba-Neudorfs Bürgermeister Dirk Naumburger hat den Auftrag zum Abriss des alten Gemäuers unterschrieben. Damit kann der Abbruch in Kürze beginn © André Schulze

Dirk Naumburgers bestimmendes Thema in diesen Tagen ist die neue Turnhalle für seinen Ort. Eigentlich war schon alles klar, die Planung fertig, das Geld zugesagt – nur das abschließende Okay fehlte noch. Dass dies anders, als ursprünglich angenommen, nicht ganz leicht werden würde, zeichnete sich schon Ende vergangenen Jahres ab. 

Da hatte man dem Kreba-Neudorfer Bürgermeister mitgeteilt, dass besonderes Augenmerk auf eine behindertengerechte Bauweise gelegt würde. Die abschließende Prüfung durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) ergab jedoch gleich mehrere Unzulänglichkeiten. Entscheidend dafür, so Naumburger, seien die unterschiedlichen Sichtweisen gewesen. „Wir haben diesen Gebäudekomplex immer für die sportliche Nutzung, gleichzeitig aber auch für Kultur und Jugend vorgesehen. Deshalb haben wir Fördermittel aus dem Programm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur beantragt.“ Das SIB aber habe das Projekt nach den Bedingungen für eine Standard-Einfeld-Sporthalle geprüft. Damit seien die Raumanforderungen wesentlich geringer gewesen. „Zwei Kabinen und die Umkleide für Lehrer und Schiedsrichter wären weggefallen“, so Naumburger. 

Anzeige
Sachsen entdecken und erleben
Sachsen entdecken und erleben

Lernen Sie unbekannte Orte der Region kennen - wir geben Ihnen Insidertipps um die Schönheit und Einzigartigkeit Sachsens neu zu entdecken.

Die Krux: Kreba-Neudorf hatte bei seinem Ingenieurbüro die Planung eines Gebäudes in Auftrag gegeben, das einer Zweifeldturnhalle mit den dazugehörigen Nebenräumen und Anlagen entspricht, allerdings mit nur einer Halle. „Wir haben das Projekt in der Vergangenheit so vielen Beteiligten vorgestellt, dass die Sache eigentlich klar schien“, so der Bürgermeister. Zumal aus der anfangs favorisierten Sanierung der alten Sporthalle im Laufe der Planungen eine neue Halle geworden sei, die nun wiederum nicht den geforderten Bedingungen entspreche.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung als verwaltende Fördermittelstelle des Bundes wollte trotz der durchaus einleuchtenden Erklärungen des Kreba-Neudorfer Bürgermeisters nicht mitgehen und forderte Änderungen. 24 Auflagen wurden aufgelistet, die berücksichtigt werden sollten. Hauptsächlich wurde die nicht vorhandene Barrierefreiheit im Obergeschoss des Kabinentraktes bemängelt, dazu noch die zu große Deckenhöhe der Turnhalle.

Vor etwa drei Wochen legte Dirk Naumburger in einer Telefonkonferenz noch einmal den Standpunkt der Gemeinde dar. Danach war klar, dass man nicht um eine Neuplanung herumkommen würde. „Wir haben die Dinge jetzt so geregelt, dass das Obergeschoss komplett wegfällt und die dort vorgesehenen Kabinen im Untergeschoss mit eingeordnet werden. Damit wird das Bauwerk bei gleicher Breite 6,63 Meter länger, insgesamt also 47,60 Meter lang. Der dazu notwendige Platz ist vorhanden.“ Außerdem spare man an Höhe bei der Turnhalle. Die bleibe aber in der bisherigen Konstellation mit Geräteräumen, Jugend- und Vereinsbereich bestehen. In einem Schreiben habe ihm das Bundesinnenministerium versichert, diese Veränderungen mitzutragen.

Damit befindet sich Kreba-Neudorf aber wieder am Anfang einer neuen Planungs- und Genehmigungsrunde. Denn zum Einen muss das bisher mit den Planungen beauftragte Büro das Projekt an die neuen Bedingungen anpassen, zum Anderen steht die erneute fachliche Prüfung durch das SIB an. Schließlich muss der Bauantrag beim Bauaufsichtsamt des Landkreises noch einmal neu gestellt werden und das Projekt die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange überstehen. „Ich rechne mit einem Zeitverzug von zwei bis drei Monaten“, so Dirk Naumburger, der zwar noch keine neue Kostenkalkulation kennt, aber von etwa der gleichen Bausumme ausgeht – rund 2,3 Millionen Euro. Nach seinen Informationen will das Bundesinnenministerium den vorzeitigen Beginn der Baumaßnahme genehmigen. „Das wäre enorm wichtig, weil wir damit die Ausschreibung starten könnten.“

Für den Abriss der alten Sporthalle hat das Hin und Her um den Neubau keine Auswirkungen. Der Auftrag für das aus Großröhrsdorf stammende Abbruchunternehmen ist unterschrieben. In den nächsten Tagen könnte der Rückbau beginnen. „Unser Ziel ist es“, so Naumburger, „im August den Neustart zu geben, um mit einem geschlossenen Rohbau über den Winter zu kommen. Die Fertigstellung war ursprünglich für 2020 vorgesehen. Ich denke, das werden wir auch unter den veränderten Bedingungen schaffen.“

Mehr lokale Themen:

www.saechsische.de/ort/niesky

Mehr zum Thema Niesky