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Dummer Jungen-Streich endet vor Gericht

Zu Silvester haben zwei Jugendliche einen Briefkasten in Bischdorf in die Luft gejagt - mit einem illegalen Böller. Es war eine Racheaktion unter Alkohol.

Symbolbild.
Symbolbild. © Symbolbild: dpa

Ein Böller hat gereicht - und der Briefkasten an der Fassade eines Privathauses in Bischdorf war abgerissen und etwa sechs Quadratmeter Außenputz beschädigt. Das waren die Folgen des unter reichlichem Einfluss von Alkohol begangenen "Dummen-Jungen-Streichs" in der Silvesternacht 2018/2019. Der angerichtete Sachschaden betrug etwa 2.400 Euro. Nun mussten sich die beiden zur Tatzeit 17 und 19 Jahre alten jungen Männer dafür vor dem Zittauer Amtsgericht verantworten.

Schon die Wucht der Detonation deute darauf hin, dass es sich bei dem verwendeten pyrotechnischen Gegenstand nicht um einen in Deutschland handelsüblichen Böller drehte, sondern einen illegal eingeführten mit deutlich höherer Sprengkraft, stellte Staatsanwalt Rochus Gun beim Verlesen der Anklageschrift fest. Klar sei auch, dass beide Angeklagte mit dem festen Vorsatz handelten, dem Hauseigentümer eins auszuwischen. Das bestätigten die Täter auch. Es habe im Vorfeld Reibereien im Jugendklub gegeben, hieß es. Damals sei man aneinander geraten, als der Geschädigte dort betrunken auftauchte und aufgefordert wurde, zu gehen. So folgte die Retourkutsche.

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Ein Nachbar erkannte aber einen der beiden Böller-Jungs und teilte dies dem Geschädigten mit, der selbst nicht zu Hause war. Der wiederum rief die Mutter des Jugendlichen an und machte seine Ansprüche geltend. Wenig später erschienen die beiden reumütig bei ihm, entschuldigten sich und versprachen, den Schaden wieder gut zu machen. Das wurde laut Aussage der Vertreterin der Jugendgerichtshilfe, Gudrun Scheibe, inzwischen eingeleitet, und die beiden Jungs zahlten über den Täter/Opfer-Ausgleich schon erste Raten von ihrem Lehrlingsgehalt.  Der Geschädigte sagte aus, inzwischen sogar schon über den Fonds Opferhilfe die volle Summe erhalten zu haben. Somit sei für ihn die Geschichte eigentlich erledigt. 

In Anbetracht dessen, dass die beiden Angeklagten bisher nie strafrechtlich in Erscheinung getreten waren, in geordneten Verhältnissen leben und pflichtbewusst ihrer Ausbildung nachgehen, schlug Gudrun Scheibe vor, das Verfahren vorläufig einzustellen. Dem schlossen sich sowohl Staatsanwalt Rochus Gun als auch die beiden Verteidiger und das Gericht unter Vorsitz von Holger Maaß an. So erging ein entsprechender Beschluss. Doch die Sache wird erst endgültig ad acta gelegt, wenn die Schuld voll beglichen ist.

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