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Dunkle Gestalten im Wald

Sie wollten durch den Schluckenauer Zipfel den Weg nach Wilthen abkürzen – und wären beinahe überfallen worden. Das Erlebnis eines deutschen Ehepaares gibt Beamten auf beiden Seiten der Grenze Rätsel auf.

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Von Annegret Schneider

Sie wollten durch den Schluckenauer Zipfel den Weg nach Wilthen abkürzen – und wären beinahe überfallen worden. Das Erlebnis eines deutschen Ehepaares gibt Beamten auf beiden Seiten der Grenze Rätsel auf.

Am Abend des 3. Oktober hatten sich Roswitha und Werner Müller aus Wilthen (Namen geändert) auf die Heimfahrt von Herrnhut nach Wilthen gemacht. Um den Weg abzukürzen, wollten sie über Rumburk durch den Schluckenauer Zipfel fahren. Kurz nach dem Grenzübergang Seifhennersdorf wurden sie von der tschechischen Polizei angehalten. Die Routinekontrolle war, wie SZ-Recherchen ergaben, Teil einer großen Polizeiaktion im Bezirk Decin. Während Müllers kontrolliert wurden, fiel ihnen ein alter Skoda auf, der am Straßenrand stand. Als sie weiterfuhren, folgte ihnen der Wagen. Kurze Zeit später überholte er sie. Dann machte der Skoda eine Vollbremsung, stellte sich quer auf die Straße, die um diese Uhrzeit kaum befahren ist. Plötzlich sprangen zwei junge Männer heraus, liefen auf den Wagen des Ehepaares zu. Werner Müller fuhr sofort einige Meter rückwärts. Wahrscheinlich dachte in dem Moment der Fahrer des Skodas, dass der Wilthener umlenken wollte, und fuhr ebenfalls rückwärts ein Stück in einen Weg hinein. Diesen Moment nutzte Werner Müller, gab Vollgas und schoss in Richtung Sluknov (Schluckenau) davon. Die Männer rannten auf das Auto zu, einer trat eine Beule in die hintere Wagentür. Später erstattete das Ehepaar Anzeige beim Bundesgrenzschutz. Fälle wie diese seien bisher nicht bekannt, hieß es beim BGS in Ebersbach. „Wir fahren abends dort bestimmt nicht mehr lang“, sagt Roswitha Müller.

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