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Durchsuchungen in Islamistenszene

Erst nahmen sie mutmaßliche Terroristen fest, jetzt haben die Berliner Behörden deren Umfeld im Visier. Durchsucht wurden mehr als ein Dutzend Wohnungen.

Berlin. Vier Tage nach der Festnahme zweier mutmaßlicher Islamisten haben die Berliner Sicherheitsbehörden ihre Ermittlungen ausgeweitet. Am Dienstagmorgen durchsuchten rund 200 Polizisten, Staatsanwälte und ein Spezialeinsatzkommando weitere Wohnungen – elf in Berlin, eine in Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam und eine in Nordhausen in Thüringen, wie die Polizei mitteilte. Die Durchsuchungen sollten weitere Beweise für terroristische Aktivitäten in Syrien bringen. Anhaltspunkte dafür, dass von der Gruppe Anschläge in Deutschland geplant worden seien, lägen nicht vor, so ein Polizeisprecher.

Am Freitag waren zwei Männer in Berlin festgenommen worden. Sie gelten als die Führer einer islamistischen Logistikzelle. Einer von ihnen soll als „Emir“ in Berlin-Moabit an einer Koranschule Unterstützer für die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien angeworben haben. Die Gruppe soll auch schwere staatsgefährdende Gewalttaten in Syrien vorbereitet und unterstützt haben. Durchsucht wurden diesmal Wohnungen von Unterstützern des „Emirs“. Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost ging es um elf Männer und eine Frau. Die Maßnahmen hätten sich vor allem gegen weitere Mitglieder des Moscheevereins in Moabit gerichtet, teilte die Polizei mit. Sie hätten überwiegend in engem Kontakt mit den Festgenommenen gestanden.

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In Berlin leben laut Verfassungsschutz etwa 570 Menschen, die den Salafisten zuzurechnen sind. 290 davon gelten als gewaltorientiert. Etwa 10 Prozent von ihnen sind Konvertiten. (dpa)