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Dynamos Trainer: Es gibt jetzt keine Ausreden mehr

Eine Niederlage gegen Wehen Wiesbaden würden den Kampf um den Klassenerhalt extrem erschweren. Möglich ist das kleine Wunder weiterhin.

Markus Kauczinski hat vor dem Duell gegen den Tabellennachbarn Mutmacher gefunden.
Markus Kauczinski hat vor dem Duell gegen den Tabellennachbarn Mutmacher gefunden. © dpa

Dresden. Das Sechs-Punkte-Spiel bemühte Markus Kauczinski nicht. Es ist auch mathematischer Unsinn, allerdings eine gern genutzte Floskel, um die Brisanz eines Duells von Tabellennachbarn zu betonen. Dynamos Trainer verzichtet also auf die Metapher, am Thema des Tages kommt er jedoch nicht vorbei. Wenn der Vorletzte Wehen Wiesbaden kurz vor dem Saisonende das Schlusslicht aus Dresden empfängt, geht es kaum brisanter. (Sächsische.de berichtet am Samstag aktuell hier im Liveticker)

Das bestreitet auch Kauczinski nicht. „Natürlich ist die Partie richtungsweisend, da reden wir auch nicht drumherum“, erklärt der 50-Jährige. Nur mit den Begrifflichkeiten fremdelt er. Mit Endspiel kann er auch nichts anfangen. „Es bedeutet ja, dass danach nichts mehr kommt. Wir haben dann aber noch sechs Spiele.“

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Allerdings kann sich am Samstag die Ausgangslage fürs Restprogramm dramatisch verändern – in beide Richtungen. Bei einem Sieg würden die Schwarz-Gelben bis auf einen Punkt an die Hessen heranrücken, drei Zähler wären es bis zum Relegationsrang – zumindest bis Sonntag, wenn der Karlsruher SC in Aue antritt. Angesichts der beiden Nachholspiele, die Dynamo durch die 14-tägige Quarantäne noch bestreiten muss, sehe alles schon wieder viel freundlicher aus. Ein Unentschieden am Samstag wäre dagegen kein Punktgewinn. Und bei einer Niederlage würde sich der Rückstand auf den Vorletzten auf sechs Punkte vergrößern. Mindestens.

Der Trainer setzt auf eine ausgeruhte Offensivreihe

Rein rechnerisch wäre zwar auch dann weiterhin alles möglich und selbst die Rechnung von Kauczinski, wonach vier Siege und ein, zwei Unentschieden zumindest für eine Saisonverlängerung reichen müssten, ginge noch immer auf. Daran glauben würden jedoch wohl nur noch dynamische Berufsoptimisten.

„Es ist sowohl für uns als auch für Wehen Wiesbaden ein entscheidendes Spiel. Wir sind uns der Bedeutung natürlich sehr bewusst“, fasst Kauczinski die Ausgangslage zusammen und bemüht sich, Mutmacher zu finden. Seine Aufstellung bei der 0:3-Niederlage in Hannover ist so ein Punkt. Dort hatte er die komplette Offensivabteilung gegenüber dem Neustart ausgetauscht. Dadurch seien Patrick Schmidt, Simon Makienok und Godsway Donyoh nun ausgeruht. „Diese Reihe wird uns guttun“, glaubt Kauczinski.

Und selbst den beiden Niederlagen nach dem Re-Start gegen Stuttgart und Hannover kann er etwas Gutes abgewinnen. „Wir haben da drei gute Halbzeiten und eine schlechte gespielt“, argumentiert er und ist sich sicher: „Das Selbstbewusstsein hat nicht gelitten.“ Zur Wahrheit gehört aber auch, dass seine Mannschaft in den drei guten Hälften keinen Treffer erzielt hat, was wiederum Folgen hat für das am Ende womöglich mitentscheidende Torverhältnis. Und Hannover wollte am Mittwoch nach der 3:0-Pausenführung das Ergebnis vor allem verwalten. Das gelang.

Über die ersten 45 Minuten gegen die Niedersachsen war auch der Cheftrainer „erschrocken“, wie er einräumte. „Was wir da geleistet haben, war nicht das, was man im Abstiegskampf spielen muss.“ Den Nachteil durch die verpassten Trainingseinheiten während der Quarantäne will er nicht als Ausrede gelten lassen. „Wenn man über Müdigkeit spricht, dann darf man die am Ende merken und nicht am Anfang.“ Anders formuliert: Ihm fehlte vor der Pause die körperliche Gegenwehr.

Der Tabellennachbar ist das Fairplay-Schlusslicht

Die ist die Basis, egal gegen welchen Gegner. Wehen Wiesbaden hat damit offensichtlich kein Problem, der Aufsteiger ist Schlusslicht in der Fairplay-Tabelle der 2. Bundesliga. „Wir wissen, dass es ein Spiel mit Haken und Ösen wird“, sagt Kauczinski und deutet die Kartenstatistik des Gegners so, dass er „den Abstiegskampf schon vom ersten Spieltag angenommen hat. Wir müssen das lernen.“ Dafür ist es jetzt allerhöchste Zeit.

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„Wir haben viele gute Fußballer in unseren Reihen, aber wir müssen in den Kampf kommen, dagegenhalten, da gibt es keine Ausrede mehr“, fordert er. „Es gibt keine Alternative, nur Vollgas.“ Im Mittelfeld gibt es nach der Verletzung von Dzenis Burnic zwar noch Alternativen, aber sie werden immer weniger. Marco Hartmann und Baris Atik fehlen weiter, ob Ondrej Petrak und Josef Husbauer wieder spielen können, ließ der Trainer offen. Auch der Einsatz von Florian Ballas ist fraglich, der Kapitän hat Schmerzen im Halswirbelbereich.

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