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Fünf Fragen zu Dynamos Nullnummer

Beim 0:0 gegen Regensburg vergeben die Dresdner wieder mehrere Torchancen. Doch das ist nicht der einzige Grund fürs unbefriedigende Unentschieden.

Dynamos Niklas Kreuzer am Boden.
Dynamos Niklas Kreuzer am Boden. © Robert Michael

Sie wollten die Ergebniskrise beenden, immerhin ein Punkt ist es geworden, der erste im Jahr 2019. Doch das 0:0 im Heimspiel gegen Jahn Regensburg ist für die Dresdner Dynamos auch deshalb besonders enttäuschend, weil die Gäste nach einer guten Anfangsphase kaum noch etwas investiert haben. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem torlosen Unentschieden.

Warum konnte Dynamo gegen Regensburg zu Hause nicht gewinnen?

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Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Es passt einfach nicht. Weder das Zusammenspiel, noch die Körpersprache. Dynamo hadert zwar auch nach dieser Partie vor allem mit der Chancenverwertung, und die bleibt ein Problem. Aber erstens hat auch das etwas mit fehlender Qualität zu tun, konkret im Abschluss. Und zweitens ist es auch darauf zurückzuführen, dass dem Dresdner Spiel insgesamt die Überzeugung, die Entschlossenheit, die Aggressivität fehlt. 

In der zweiten Halbzeit gab es nur zwei gefährliche Abschlüsse: Der Kopfball von Jannik Müller ging drüber (48.), der von Jannis Nikolaou in der Nachspielzeit vorbei. Auch die offensiven Wechsel blieben ohne Wirkung, weil Lucas Röser eine Fußspitze fehlte (82.). Wie es Ebert im SZ-Interview gesagt hatte: Es plätschert über weite Strecken dahin. Und so ist es ein schwaches Zweitliga-Spiel.

Dynamos Jannis Nikolaou (r.) gegen Regensburgs Maximilian Thalhammer.
Dynamos Jannis Nikolaou (r.) gegen Regensburgs Maximilian Thalhammer. © Robert Michael

Wie ist die Leistung in der ersten Halbzeit zu bewerten?

Einerseits konnte Dynamo froh sein, dass die Gäste trotz ihrer Überlegenheit weitgehend harmlos blieben. Mehr als 20 Minuten lang ließen die Regensburger den Dresdnern nicht ins Spiel kommen, war aggressiver, entschlossener, laufstärker. Allerdings ergaben sich durch ihr frühes Pressing ab und zu Kontermöglichkeiten, die jedoch unpräzise oder überhastet vergeben wurden. „Hier regiert die SGD!“, wie vom K-Block skandiert, galt vielleicht für die Stimmung, nicht fürs Spiel.

Was man den Schwarz-Gelben zugute halten kann: Sie wurstelten sich irgendwie rein. Und plötzlich hatten sie – mit freundlicher Unterstützung des Gegners – die klaren Chancen. Koné war schon nach einer Viertelstunde an Philipp Pentke gescheitert. Der Jahn-Torwart, der in der Jugend bei Dynamo gespielt, dann bei den Profis aber keine Chance bekommen hatte, parierte auch gegen Haris Duljevic (37.) und Patrick Ebert (39.). Beide Male hatte Koné seine Schnelligkeit eingesetzt und im richtigen Moment abgespielt, doch beide Male zögerten die Mitspieler zu lange mit dem Abschluss. „Es ist wichtig, dass wir treffen, egal wie und egal wer“, hatte Walpurgis vorher gesagt – und gefordert: „Wir müssen mutiger und entschlossener in offensiven Aktionen sein.“ Koné traf zwar, stand aber klar im Abseits (21.).

Mit einem Freistoß von Ebert, den Pentke über die Latte lenkte (44.), blieb für den zweiten Durchgang die Hoffnung, dass es besser wird. Wurde es aber nicht.

Dynamos Moussa Koné traf zwar, stand dabei aber deutlich im Abseits. 
Dynamos Moussa Koné traf zwar, stand dabei aber deutlich im Abseits.  © Robert Michael

Wie hat Torwart Markus Schubert sein Missgeschick weggesteckt?

Der 20 Jahre alte Schlussmann schien manchmal etwas übermotiviert, zum Beispiel als er an die Strafraumgrenze eilte und ins Leere faustete. Die Aktion blieb folgenlos. Bei Rückpassen machte Schubert keine Kompromisse, was jedoch einmal fast schiefgeht (61.). Vor allem bewahrte er Dynamo mit starkem Reflex vor dem zu diesem Zeitpunkt fälligen Rückstand. Dzenis Burnic hatte auf links den Ball gegen Sebastian Stolze verloren, wieder war der Gegner aggressiver im Zweikampf, Sargis Adamyan hatte aus Nahdistanz freie Bahn, aber der Torwart parierte (33.).

Wie hat der Trainer die Mannschaft auf- und eingestellt?

Vom Auftritt in Hamburg war Walpurgis durchaus angetan, nur das Gegentor kurz vor Schluss hatte den zu Wochenbeginn noch von einer Bronchitis geplagten Chefcoach zu Hause am Fernseher geärgert. Grundsätzlich sah er jedoch wenig Grund für Veränderungen und nahm in der Startelf lediglich einen Wechsel vor: Für Sören Gonther rückte Ballas ins Abwehrzentrum. Der 1,96 Meter große Verteidiger hatte gegen den HSV wegen Rückenproblemen gefehlt. „Er ist enorm wichtig, das haben wir in Heidenheim gesehen“, meinte Walpurgis – und verwies auf die Zweikampfstatistik in der Luft. Die sei mit Ballas und Marco Hartmann positiv, ohne sie nicht. Hartmann fällt allerdings weiter aus. Die neueste Diagnose: eine geplatzte Vene im Oberschenkel.

Die taktische Ausrichtung blieb mit einer Dreierkette hinten und Moussa Koné als einzige Spitze in der offensiven Reihe unverändert.

Dynamos Trainer Maik Walpurgis
Dynamos Trainer Maik Walpurgis © Robert Michael

Wieso waren diesmal weniger Zuschauer im Stadion als sonst?

Immerhin 25.303 sind es gewesen, für einen Zweitligisten eine stolze Zahl, für Dynamo jedoch weit unter Durchschnitt. Das sind rund 28 000. Winterferien in Sachsen? Der erste Frühlingsspaziergang? Der Grund ist ein anderer: Dynamo hatte nicht nur die ersten drei Spiele nach der Winterpause verloren, sondern zuletzt auch zweimal zu Hause enttäuscht gegen Kiel (0:2) und (3:4). Überhaupt ist die Heimbilanz auch in dieser Saison alles andere als berauschend mit nun fünf Unentschieden sowie je drei Siegen und Niederlagen. Macht 14 Zähler.

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Dynamos Trainer fasst das torlose Unentschieden zusammen und ist hin- und hergerissen. Sein Kollege freut sich über den einen Punkt.

Die Fans brachten es mit ihrem Spruchband auf den Punkt, mit dem sie auch Rabattaktionen des Vereins kritisierten: „Ohne Frauenpower und Valentinsscheiß: Bei guter Leistung füllt sich das Stadion auch zum normalen Preis.“ Über mangelnde Unterstützung konnten sich die Schwarz-Gelben auch am Sonntag nicht beschweren, die Ultras feuerten sie bedingungslos an bis zum Schluss. Allerdings macht sich im weiten Rund hörbar Unruhe breit. Am Ende gibt es Pfiffe.