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Welche Spieler bleiben nach dem Abstieg bei Dynamo?

Kaufoption, Ausstiegsklausel, Leihe – die Kaderplanung wird zum Puzzlespiel. Auf den neuen Sportdirektor wartet viel Arbeit und manche Überraschung.

Matthäus Taferner (l.) und Vasil Kusej spielen derzeit bei Wacker Innsbruck. Kehren sie jetzt zurück nach Dresden?
Matthäus Taferner (l.) und Vasil Kusej spielen derzeit bei Wacker Innsbruck. Kehren sie jetzt zurück nach Dresden? © PICTURE POINT

Dresden. Das letzte Spiel der Saison, noch dazu im eigenen Stadion – das ist die beste Gelegenheit, sich vor dem Anpfiff mit einem Blumenstrauß, einem Händedruck und warmen Worten von den Profis zu verabschieden, die den Verein verlassen. Am Sonntagnachmittag, vorm Duell von Dynamo gegen den VfL Osnabrück, könnte dieser Programmpunkt jedoch ausfallen.

Ohne Zuschauer auf den Rängen ergibt eine solche Zeremonie wenig Sinn. Außerdem müssten sehr viele Blumensträuße verteilt werden, und bei einigen ist unklar, ob sie bleiben oder gehen. Fest steht: Wie nach den Abstiegen in die Drittklassigkeit 2006 und 2014 wird es eine Zäsur geben.

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Sämtliche Vertragsgespräche hatte der Verein Ende März wegen Corona ausgesetzt. Die Verhandlungen wären in den meisten Fällen ohnehin schwierig geworden, weil alle Beteiligten nicht wussten, in welcher Liga die Mannschaft in der neuen Saison antreten wird. Die SZ gibt einen Überblick über den Stand der Dinge:

Welche Spieler haben eigentlich noch gültige Verträge?

„Wir hätten schon einige im Falle des Worst Case“, hatte der scheidende Sportdirektor Ralf Minge Ende Januar im Wintertrainingslager erklärt, aber keine Namen genannt. Dynamo verrät bei Transfers und Vertragsverlängerungen seit einiger Zeit nicht mehr, für welche Ligen die Spieler unterschrieben haben. Man wolle sich so besser vor Abwerbungsversuchen schützen, heißt es dazu. Dass die Spielerberater dadurch tatsächlich unwissend bleiben, kann man sich jedoch kaum vorstellen.

Neben Torhüter Kevin Broll, einigen Nachwuchsspielern und Rückkehrern haben lediglich Sascha Horvath, Kevin Ehlers und Jannis Nikolaou auch in der 3. Liga gültige Kontrakte. Ob sie in Dresden bleiben, ist dennoch ungewiss. Der erst 19-jährige Ehlers wollte sich Ende Januar nicht über seine Zukunft im Abstiegsfall äußern. Er soll von Zweit- und sogar Bundesligisten umworben werden. Nikolaou zählte zu den Leistungsträgern bei den Schwarz-Gelben. Auch er wird das Interesse von Zweitligisten geweckt haben.

Bei welchen Profis laufen die Verträge am Dienstag aus?

Die sechs im Winter verpflichteten Leihspieler Ondrej Petrak, Josef Husbauer, Marco Terrazzino, Godsway Donyoh, Simon Makienok und Patrick Schmidt werden Dresden wohl verlassen. Zwar hat Dynamo in vier Fällen Kaufoptionen, die aber nur in der 2. Liga gültig sind. Bei Schmidt könnte das letzte Wort dennoch nicht gesprochen sein. Der von Heidenheim ausgeliehene Stürmer hatte stets erklärt, dass er gern in Dresden bleiben würde. Nun sprach er über seinen nahenden Abschied mit dem Zusatz „Stand jetzt“.

Beim derzeit verletzten Dzenis Burnic endet der Leihvertrag mit Borussia Dortmund. Bei Max Kulke und Patrick Ebert laufen die Kontrakte aus. Der von Brian Hamalainen hätte sich bei 20 Einsätzen über mindestens 45 Minuten um ein Jahr verlängert – aber nur in der 2. Liga. Marco Hartmann hatte angekündigt, bei einem Neuanfang zur Verfügung zu stehen. Ob er bleiben darf, müssen Trainer Markus Kauczinski und der Minge-Nachfolger entscheiden.

Welche Spieler haben Verträge, aber nicht für die 3. Liga?

Durch die Geheimhaltung des Vereins ist das nicht so leicht zu beantworten, doch es dürfte sich um Linus Wahlqvist, Niklas Kreuzer, Florian Ballas, Baris Atik, René Klingenburg, Jannik Müller, Alexander Jeremejeff und Chris Löwe handeln. Der 31-jährige Löwe hatte nach dem Sieg in Sandhausen erklärt, dass er bei Dynamo bleiben wird oder seine Karriere beendet: „Ein anderes Trikot ziehe ich mir nicht mehr an.“

Wie geht es nun auf der Torhüter-Position weiter?

Broll war nicht nur die unangefochtene Nummer eins, sondern auch der beste Dynamo-Spieler in dieser verkorksten Saison. Er kam vergangenen Sommer aus Großaspach, kennt also die 3. Liga. Aber will er dorthin zurückkehren? Laut Vertrag müsste er das. Jedoch soll es laut Bild-Zeitung eine Ausstiegsklausel über eine halbe Million Euro geben. Bei Patrick Wiegers und Tim Boss, die sich in der Rolle als Nummer zwei ablösten, enden die Arbeitsverträge. Sollte Broll wechseln, könnte einer der beiden zum Stammkeeper aufsteigen.

Was wird aus dem Nachwuchs-Quartett?

Ransford-Yeboah Königsdörffer und Kulke standen zweimal in der Startelf. Justin Löwe bekam einen Kurzeinsatz, Simon Gollnack keinen. Die vier Talente spielten in der zweiten Liga keine große Rolle. Eine Klasse tiefer könnte das jedoch ganz anders sein. Deshalb gilt es als wahrscheinlich, dass alle vier bleiben.

Kehren die ausgeliehenen Spieler zurück nach Dresden?

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Osman Atilgan kam bereits im Winter von Hansa Rostock zurück. Durch Verletzungen ergab die Leihe keinen Sinn mehr. Matthäus Taferner und Vasil Kusej wurden indes zum österreichischen Zweitligisten Wacker Innsbruck verliehen. Dort konnte Taferner zumindest Spielpraxis sammeln, Kusej dagegen kaum. Stürmer Luka Stor hat für den slowenischen Erstligisten NK Aluminij nach seiner Rückkehr noch nicht getroffen. Alle fünf galten unter Trainer Cristian Fiel als Talente, die sich entwickeln sollen und die in sein favorisiertes System passten. Dass sein Nachfolger Kauczinski ähnlich denkt, ist unwahrscheinlich. Die Zeichen stehen wohl auf Trennung.

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