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Dynamo präsentiert neuen Sportchef

Nun ist er da: Ralf Becker ist in Dresden angekommen. Am Mittwoch wurde er als neuer Sportgeschäftsführer vorgestellt. Damit tritt er das Erbe von Ralf Minge an.

Ralf Becker wurde am Mittwoch auf einer Pressekonferenz als neuer Sportgeschäftsführer von Dynamo Dresden vorgestellt. Er tritt die Nachfolge von Ralf Minge an.
Ralf Becker wurde am Mittwoch auf einer Pressekonferenz als neuer Sportgeschäftsführer von Dynamo Dresden vorgestellt. Er tritt die Nachfolge von Ralf Minge an. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Noch etwas unsicher, wo er dann Platz nehmen soll, betrat Ralf Becker am Mittwoch das Podium des Pressekonferenzraums im Rudolf-Harbig-Stadion. Der 49-Jährige wurde einen Monat nachdem bekannt wurde, dass der Vertrag von Vorgänger Ralf Minge nicht verlängert wird, als neuer Sportgeschäftsführer von Dynamo Dresden vorgestellt. Neben Becker gab es, laut Aufsichtsratsvorsitzende Jens Heinig, noch einen weiteren Kandidaten für die Minge-Nachfolge. Die Entscheidung zugunsten des gebürtigen Schwaben wurde gefällt, "weil er unserer Meinung nach, der Beste war." 

"Ich muss etwas auf die Bremse drücken, wenn ich so viel Lob gleich am Anfang mitbekomme. Wir werden ganz viel investieren müssen, um mittelfristig und langfristig wieder Erfolg zu haben", sagte Becker bei seiner Vorstellung. Dass er auch von höherklassigen Vereinen umworben wurde, spielte für Becker keine Rolle. "Es waren von Anfang an gute Gespräche mit den Verantwortlichen, die im Thema gut waren - und auch vom Gefühl", begründete er seine Entscheidung für Dynamo Dresden. 

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Auch der Abstieg in die 3. Liga und die schwierige Situation in den letzten Wochen hätten ihn nicht daran gehindert nach Dresden zu kommen. "Ich habe die Möglichkeit, bei einem großen, fantastischen Verein zu arbeiten, hier etwas zu bewegen, aktiv mitzugestalten, in einer Rolle, in er man auch großen Einfluss auf Entscheidungen hat.", sagte er. "Der Name Dynamo Dresden ist eine ganz große Nummer in Deutschland und auch international. ich bin sehr froh und sehr glücklich, dass das geklappt hat."

Für Becker stehen in den nächsten Monaten einige schwierige Aufgaben an. Allem voran die Kaderzusammenstellung wird er sich widmen müssen. Viele Spieler waren bis zum Sommer ausgeliehen und haben keine Verträge für die 3. Liga. "Ich habe den einen oder anderen Spieler schon angerufen und werde mich in den nächsten Wochen auch mit den Spielern treffen. Wir haben Spieler, die eine wichtige Rolle gespielt haben und zukünftig spielen werden", sagte er. "Eine Achse zu haben, auch mit dem einen oder anderen, die letzte Saison schon dabei waren, ist wichtig. Wir haben gute Jungs hier." 

Der neue Kader müsse dabei zum Verein passen. "Wenn ich Dresden wahrnehme, dann sehe ich ein fantastisches Stadion, super Fans, gute Atmosphäre. Auf dem Platz brauche ich dann eine Mannschaft, die ausstrahlt. Die kann auch verlieren, wird auch verlieren, aber die muss ausstrahlen, dass sie weiß, für welchen Verein sie spielt. Diese Leidenschaft muss auf den Platz." Auf die Frage, ob er lieber einen größeren Kader mit 30 oder lieber einen kleinen Kader mit 20 Spieler präferiere, antwortete Becker mit einem Lächeln: "Die Mitte ungefähr." 

Er freut sich auf die neue Aufgabe: Ralf Becker ist Dynamos neuer Sportchef. Nach seiner Vorstellung am Mittwoch besichtigte er das Rudolf-Harbig-Stadion.
Er freut sich auf die neue Aufgabe: Ralf Becker ist Dynamos neuer Sportchef. Nach seiner Vorstellung am Mittwoch besichtigte er das Rudolf-Harbig-Stadion. ©  dpa/Robert Michael

Den Tag seiner Vorstellung nutzte er bereits für erste Gespräche mit den Mitarbeitern der Geschäftsstelle und im Nachwuchsleistungszentrum. Auch das neue Trainingszentrum schaute er sich an. "Es ist kein Geheimnis, dass wir da einen kleinen Palast hingestellt haben. Die Bedingungen für die höheren Jugendmannschaften und die Profis sind außerordentlich gut", lobte er die Voraussetzungen in Dresden. 

Becker tritt die Nachfolger von Ralf Minge. Der Vertrag der Dynamo-Legende wurde nach sechs Jahren nicht verlängert. In einer Pressemitteilung des Aufsichtsrates hieß es: "Nach mehr als sechs sportlich und finanziell als historisch zu betrachtenden, aber auch kräftezehrenden Jahren bestand für beide Seiten nun nicht mehr die volle Überzeugung, den bisherigen Weg in der bestehenden Form gemeinsam fortsetzen zu wollen."

Ralf Minge reagierte auf dieses Statement mit einer eigenen Stellungnahme. Er hielt es für erforderlich, seine Sicht auf die Dinge auszusprechen, "damit keine weiteren Missverständnisse aufkommen". Er hänge mit ganzem Herzen am Verein Dynamo Dresden, "aber ganz sicher nicht an irgendeinem Posten", formulierte er in der Stellungnahme. "Ich hätte mir gern ein anderes Ende, einen anderen Abschied als Verantwortungsträger des Vereins gewünscht. Aber ich persönlich kann in den Spiegel schauen und das war mir in meinem Leben schon immer wichtig", teilte der 59-Jährige außerdem mit.

Nun soll es also Ralf Becker richten. Der 49-Jährige kennt sich bestens aus im Fußballgeschäft. Seine letzte Station war der Hamburger SV, bei dem er vor gut einem Jahr aber entlassen wurde. Seine erfolgreichste Station erlebte Dresden neuer starker Mann jedoch bei Holstein Kiel. 2016 wurde er dort Sportgeschäftsführer und stellte eine Mannschaft zusammen, die 2017 in die zweite Liga aufstieg. Ein Jahr später gelang mit dieser Truppe fast der Durchmarsch in die Bundesliga. Erst in der Relegation scheiterte Kiel am VfL Wolfsburg – und Becker wechselte zum Hamburger SV. 

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Bei Dynamo Dresden hat Becker, der vorerst in einem Hotel wohnen wird, einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. "Fußball ist ein ganz schnelllebiges Geschäft. Das weiß jeder. Der Vertrag soll auf jeden Fall ausdrücken, was wir in diesen zwei Jahren erreichen wollen." In diesem Zeitraum soll Dynamo Dresden wieder ein Zweitligist werden.

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