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Corona: Das sagen Dynamos Chefs zur Lage

Der Verein reagiert auf die Corona-Krise - und lässt die Profis weiter zu Hause trainieren. Die Folgen für den Verein sind unabsehbar.

Dynamos Geschäftsführer Ralf Minge (l.) und Michael Born haben derzeit größere Sorgen als den Abstiegskampf in der zweiten Liga. Während der ausgesetzt ist, geht es um die wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Pandemie.
Dynamos Geschäftsführer Ralf Minge (l.) und Michael Born haben derzeit größere Sorgen als den Abstiegskampf in der zweiten Liga. Während der ausgesetzt ist, geht es um die wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Pandemie. © Lutz Hentschel

Dresden. Das Motto gilt weiter, wenngleich nun gegen die Ausbreitung des Corona-Virus gekämpft wird. „Wir. Zusammen. Jetzt.“ Unter diesem Slogan hat Dynamo Dresden Ende Januar die Aufholjagd in der 2. Fußball-Bundesliga gestartet, seitdem mit drei Siegen und zwei Unentschieden den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze geschafft. Doch jetzt geht es nicht weiter. Nach der Partie in Hannover fällt auch das für Sonntag abgesetzte Heimspiel gegen Greuther Fürth aus.

Der Ligabetrieb ist bis zum 2. April ausgesetzt worden, vorerst. Derzeit ist keine nur ansatzweise seriöse Prognose möglich, wann, wie und ob es überhaupt weitergeht mit dieser Saison. Trotzdem muss sich auch Dynamo darauf einstellen, dass es mit der Partie bei Spitzenreiter Arminia Bielefeld am Freitag, dem 3. April weitergehen könnte, möglicherweise als ein Geisterspiel

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„Ich habe mich heute mit dem Trainerteam sowie der medizinischen Abteilung zusammengesetzt, um das weitere Vorgehen abzustimmen“, erklärt Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Dabei habe man gemeinsam entschieden, die Phase des individuellen Trainings der Profis „mindestens um ein paar Tage“ zu verlängern.

Stürmer Schmidt: Bizarr und schwer zu verstehen

Dynamo hatte die Spieler bereits über das Wochenende mit Bewegungsaufträgen nach Hause geschickt, um das Ansteckungsrisiko auch untereinander zu verringern. Seine Läufe habe er abgespult und zu Hause so gut es geht ein Kraftprogramm durchgezogen, berichtet Stürmer Patrick Schmidt im Interview für die Vereinshomepage. „Ich finde es Wahnsinn, was momentan passiert“, meint der 26-Jährige. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Situation einmal so ernst werden könnte. Das muss ich ehrlich zugeben.“ 

Es laufe wie in einem Film ab, in dem man sich allerdings selbst befindet. „Es ist bizarr und für mich schwer zu verstehen, dass es jetzt wirklich so ist.“

Patrick Schmidt kam in der Winterpause auf Leihbasis vom 1. FC Heidenheim zu Dynamo nach Dresden. Mit seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 in Regensburg (Endstand 2:1) sowie beim 2:1-Sieg im Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue hat der Stürmer maßgeblic
Patrick Schmidt kam in der Winterpause auf Leihbasis vom 1. FC Heidenheim zu Dynamo nach Dresden. Mit seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 in Regensburg (Endstand 2:1) sowie beim 2:1-Sieg im Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue hat der Stürmer maßgeblic © dpa/Matthias Balk

Ihm gehe es gut, aber es fehle ihm natürlich das Training mit den Mannschaftskollegen. Wie lange er darauf verzichten muss, lässt Minge offen. Man werde nach vorheriger Absprache mit Experten und Virologen der Uniklinik Dresden „in ein paar Tagen neu entscheiden, ob wir gegebenenfalls bereits gegen Ende der Woche wieder zusammen das Mannschaftstraining aufnehmen können“. Er wolle jedoch keine Prognose abgeben. „Die Gesundheit unserer Spieler, ihrer Angehörigen und Freunde steht bei uns über allem“, betont Minge.

So ist auch die Entscheidung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) einzuordnen, den Spielbetrieb weiter auszusetzen. „Wir haben in Frankfurt einen der Situation angemessenen und äußerst konstruktiven Austausch erlebt“, sagt Michael Born. Der kaufmännische Geschäftsführer hat Dynamo bei der Tagung vertreten und trägt die gefassten Beschlüsse mit.

Auch wirtschaftliche Schwierigkeiten drohen

Das anschließend von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert skizzierte Szenario, Klubs könnten wegen der finanziellen Verluste durch die Corona-Pause in existenzielle wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, deutet Born in seinem vom Verein veröffentlichten Statement zumindest auch an. „Wir werden wie jedes andere mittelständische Unternehmen in unserer Gesellschaft die Auswirkungen der Corona-Krise für Dynamo Dresden … weiter intensiv analysieren und einen genauen Plan erstellen, welche wirtschaftliche Last auf uns zukommt und mit welchen strategischen sowie kreativen Maßnahmen wir die finanzielle Herausforderung als demokratischer Traditionsverein … stemmen können.“

Bereits am Montagvormittag hatte Dynamo über weitere Maßnahmen informiert. Für die Jugendteams ruht der Spiel- und Trainingsbetrieb bereits seit Freitag, das Internat wurde geschlossen, die Spieler sind bei ihren Familien. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle der Nachwuchsakademie arbeiten ab sofort im Home-Office, andere Angestellte des Vereins dürfen ihre Kinder zu Hause betreuen. 

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