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Damit verblüfft Dynamos neuer Torwart-Trainer

Wer bei den Dresdnern als Nummer eins im Tor steht, scheint längst klar zu sein. Plötzlich ruft David Yelldell einen Konkurrenzkampf aus.

Mit 38 Jahren könnte David Yelldell selbst noch im Tor stehen, sicher zupacken kann er allemal. Der einstige Bundesliga-Keeper trainiert nun Dynamos Torhüter.
Mit 38 Jahren könnte David Yelldell selbst noch im Tor stehen, sicher zupacken kann er allemal. Der einstige Bundesliga-Keeper trainiert nun Dynamos Torhüter. © Lutz Hentschel

Dresden. Das Datum hatte er längst verdrängt, seit ein paar Wochen ist es wieder präsent. Der 30. Juli 2011 war auch für David Yelldell ein besonderer Tag. Mit 3:0 führte Bayer Leverkusen nach 68 Minuten in der ersten Runde des DFB-Pokals in Dresden, am Ende der Verlängerung stand es 3:4 aus seiner Sicht – und der Keeper war einer der großen Verlierer des Abends.

Seit der gebürtige Stuttgarter bei Dynamo als Torwart-Trainer angeheuert hat, wird er immer wieder auf dieses Spiel angesprochen. „Das nervt nicht“, beteuert er. Es war zwar eine schmerzliche Niederlage, aber keine persönliche, so lässt sich sein Fazit nach mehrmaligem Videostudium der 120 Minuten zusammenfassen. „Es war ja nicht so, dass ich mir die vier Dinger selber reingeworfen habe“, findet er. „Wir haben damals als Mannschaft versagt.“

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Erst fünf Jahre später durfte er bei Bayer noch einmal zurück ins Tor – bei seinem Abschiedsspiel vom Werksklub. Wie es sich anfühlt, die Nummer zwei oder drei zu sein und auf seine Chance zu warten, damit kennt sich Yelldell also bestens aus. Womöglich ist das auch der Grund, warum er bei Dynamo nun etwas überraschend einen Konkurrenzkampf um den Stammplatz im Tor ausruft.

"Es wird sich zeigen, wie die Hierarchie ist"

„Beim ersten Spiel gegen den Hamburger SV wird sich zeigen, wie die Hierarchie unter den drei Torhütern ist“, erklärt der 38-Jährige. Dabei ist die Rollenverteilung längst geklärt: Kevin Broll, vergangene Saison einer der besten Spieler beim Absteiger, ist die unumstrittene Nummer eins. Über seinen Wechsel zu einem Erst- oder Zweitligisten wurde spekuliert, doch konkrete Angebote gab es offensichtlich nicht. Zudem erklärte Broll im SZ-Interview, ein „Klare-Kante-Typ“ zu sein: „Entweder oder!“ Das heißt, dass er seinen auch in der 3. Liga gültigen Vertrag erfüllen wird. Patrick Wiegers ist – wie im vergangenen Jahr auch – die Nummer zwei, der 19-jährige Stefan Kiefer soll mit den Profis trainieren und langsam an das Niveau herangeführt werden. „Jetzt in der Vorbereitung können sich alle drei zeigen und anbieten“, sagt Yelldell. Wobei Kiefer bisher in keinem der vier Tests auch nur eine Minute auf dem Platz stand.

Der neue Tortwart-Coach kannte Broll bereits vor seinem Wechsel nach Dresden. Bei der SG Sonnenhof Großaspach waren sie zunächst Konkurrenten, in der Saison 2017/18 trainierte Yelldell dann den Stammkeeper. „Ich weiß, wie ich ihn anpacken muss, jeder Torwart hat ja so seine Macken.“ Mit seinen 25 Jahren sei Broll „noch nicht fertig. Da ist viel Potenzial nach oben“, findet der Trainer und nennt ein Beispiel: „Er hat immer mal wieder einen drin, es geht darum, die Konstanz über 90 Minuten hinzubekommen.“

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In der vorigen Saison betreute Yelldell die Torhüter der deutschen U18-Auswahl. Damit hat er aufgehört, zeitlich sei das nicht vereinbar. Nebenbei kümmert sich der 38-Jährige nur noch um seinen Trainerschein. „Ich wollte wieder täglich auf dem Platz stehen und mit den Jungs arbeiten“, begründet er seinen Wechsel vom DFB zu Dynamo.Dass er in Dresden seinen Ex-Konkurrenten und Ex-Zögling wiedertrifft, habe ihn gefreut. Und natürlich, dass Broll bleiben will. Vielleicht hat Yelldells Verpflichtung dabei sogar ein bisschen geholfen. „Geschadet hat es sicher nicht“, glaubt er und grinst.

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