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Fünf Neuigkeiten bei Dynamos Start in die Saison

Nach dem Abstieg in die 3. Liga beginnen die Dresdner heute wieder mit dem Training. Doch diesmal ist einiges anders als zuvor, nicht nur die Spielklasse.

Trainer Markus Kauczinski startet heute mit Dynamo Dresden in die Vorbereitung auf die neue Saison.
Trainer Markus Kauczinski startet heute mit Dynamo Dresden in die Vorbereitung auf die neue Saison. © Lutz Hentschel

Dresden. Es geht schon wieder los. "Der Urlaub war wichtig und schön, um die Akkus wieder aufzuladen", sagte Markus Kauczinski  - und Dynamos Cheftrainer kündigte auf der Internetseite des Vereins an: "Wir freuen uns jetzt aber schon sehr darauf, wenn wir zum ersten Mal in Vorbereitung auf die neue Saison gemeinsam auf dem nagelneuen Übungsgelände trainieren werden."

Der Ärger über den Abstieg unter Corona-Bedingungen soll damit abgehakt sein, die Entscheidung für den Neuanfang ist gefallen. Die SGD verzichtet auf eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und legt den Fokus nun voll auf den erneuten Anlauf in der 3. Liga. Wenn die Mannschaft heute, 14 Uhr, wieder loslegt, ist tatsächlich vieles neu.

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Auch im nächsten Jahr bleiben die Dresdner Verkehrsbetriebe ihrem guten Ruf als verlässliche Ausbildungsstätte und sicherer Arbeitgeber treu.

Neuer Ort

Das beginnt bereits beim Ort. Seit Herbst 1969 haben die Schwarz-Gelben im Großen Garten trainiert, nun wurde Ende Juni die AOK-Plus-Walter-Fritzsch-Akademie eröffnet, das neue Trainingszentrum im Sportpark Ostra. Der Name sollte den Profis dabei durchaus Respekt einflößen, denn der einstige Meistertrainer Fritzsch war bekannt und bei den Spielern gefürchtet für sein straffes Programm. Unter ihm gewann Dynamo zwischen 1969 und 1977 fünfmal den Titel in der DDR und wurde zweimal Pokalsieger.

Wichtiger als die Erinnerung an die Erfolge von einst sind die modernen Bedingungen für das Training jetzt: zweieinhalb Plätze mit Natur- und einer mit Kunstrasen, zwei davon im Winter beheizbar. Im dreistöckigen Funktionsgebäude gibt es unter anderem einen Kraftraum mit Geräten und Sprintstrecke, draußen mehrere kleinere Felder für spezielle Übungseinheiten sowie einen Fitnessparcours, wie er auch auf dem Trainingsgelände des FC Bayern in München steht. 

"Die körperliche Fitness ist im Fußball seit jeher ein entscheidender Baustein für den Erfolg", meint Kauczinski. "Im Athletik- oder Reha-Training können wir so etwa an der Schnelligkeit und der Explosivität beim Antritt unserer Spieler arbeiten." 

Neue Spieler

"Wir müssen eine intakte Einheit werden, müssen uns schnell einspielen", nennt Kauczinski die Herausforderung für die nächsten fünfeinhalb Wochen. Gemeinsam mit dem - ebenfalls neuen - Sportdirektor, hat sich der Chefcoach entschieden, Dynamo neu aufzustellen und der Mannschaft ein anderes Gesicht zu geben. Von insgesamt 17 Spielern hat sich der Verein nach dem Abstieg aus der Bundesliga getrennt, auslaufende Verträge nur mit Ex-Kapitän Marco Hartmann, Ersatztorwart Patrick Wiegers und Eigengewächs Max Kulke verlängert. Am Vorabend vor dem Trainingsauftakt wurde zudem Stürmer Alexander Jeremejeff, dessen Vertrag in Dresden bis 2022 läuft, an den holländischen Erstligisten Twende Enschede für ein Jahr ausgeliehen

Dynamos bisher acht Neuzugänge; oben von links: Agyemang Diawusie, Robin Becker, Tim Knipping, Philipp Hosiner. Unten von links: Yannik Stark, Panagiotis Vlachodimos, Pascal Sohm und Sebastian Mai.
Dynamos bisher acht Neuzugänge; oben von links: Agyemang Diawusie, Robin Becker, Tim Knipping, Philipp Hosiner. Unten von links: Yannik Stark, Panagiotis Vlachodimos, Pascal Sohm und Sebastian Mai. © SGD/Steffen Kuttner, Dennis Hetzschold

Außerdem sind mit Torwart Kevin Broll, Routinier Chris Löwe, Kevin Ehlers, Sascha Horvath, Justin Löwe und Ransford-Yeboah Königsdörffer sowie den zuletzt ausgeliehenen Luka Stor und  Matthäus Taferner weitere acht Profis dabei, die auch in der vorigen Saison zum Einsatz gekommen sind. Osman Atilgan ist nach einer Leihe zu Hansa Rostock bereits seit Januar zurück, hat aber zuletzt keine Rolle gespielt.

Bislang acht Spieler hat Dynamo neu verpflichtet: Robin BeckerSebastian Mai und Tim Knipping für die Abwehr, Yannik Stark für das Mittelfeld sowie Agyemang Diawusie, Philipp Hosiner, Pascal Sohm und Panagiotis Vlachodimos für den Angriff und die offensiven Außenpositionen. 

Außerdem rücken Torwart Stefan Kiefer, Verteidiger Maximilian Großer und Simon Gollnack aus dem eigenen Nachwuchs zu den Profis auf. Stürmer-Talent Vasil Kusej, inzwischen 20 Jahre, wurde an seinen Heimatverein FK Ústí nad Labem verliehen und soll dort möglichst viel Spielpraxis sammeln.

Neue im Trainerstab

Kauczinski bleibt, daran hat er trotz des Abstiegs nie einen Zweifel gelassen. Der 50-Jährige hatte im Dezember 2019 die Nachfolge von Cristian Fiel angetreten und Dynamo bereits auf dem letzten Tabellenplatz übernommen. Er war sich also von Anfang an bewusst, dass es schiefgehen könnte. Durch die besonderen Umstände in der Corona-Pandemie mit der Benachteiligung nach der Quarantäne wurde aus der schwierigen eine unlösbare Aufgabe.

Ferydoon Zandi (rechts) ist neuer Co-Trainer von Chefcoach Markus Kauczinski. David Yelldell (links) kümmert sich um die Torhüter.
Ferydoon Zandi (rechts) ist neuer Co-Trainer von Chefcoach Markus Kauczinski. David Yelldell (links) kümmert sich um die Torhüter. © SGD/Steffen Kuttner

Nun will Kauczinski Dynamo gemeinsam mit seinem Stab zurück in die zweite Liga führen. Heiko Scholz bleibt als Co-Trainer an seiner Seite, während sich Willi Weiße wieder ausschließlich um die Bundesliga-Junioren der U19 kümmert. Neuer Assistenzcoach ist Ferydoon Zandi. Der 41 Jahre alte Sohn einer Deutschen und eines Iraners gehörte bei der WM 2006 zum Aufgebot des Iran, für den er 29 Länderspiele bestritt. Zuletzt war er vier Jahre lang Co-Trainer bei der zweiten Mannschaft des FC St. Pauli und hatte dort bereits Berührungspunkte mit Kauczinski, der von Dezember 2017 bis April 2019 Profi-Coach beim Kiezklub war.

Einen Wechsel gibt es zudem beim Torwartcoach. Branislav Arsenovic hat Dynamo nach fünf Jahren auf eigenen Wunsch verlassen - und sein Nachfolger zu Dresden eine spezielle Beziehung: David Yelldell  stand im Tor von Bayer Leverkusen, als Dynamo gegen das Top-Team mit Stars wie Michael Ballack am 30. Juli 2011 im DFB-Pokal eine grandiose Aufholjagd gelang. Einen 0:3-Rückstand drehten die Schwarz-Gelben noch in ein 4:3. Bei seinem inzwischen legendären Siegtor in der Verlängerung überwand Alexander Schnetzler den Deutsch-Amerikaner im Bayer-Tor mit einem frechen Lupfer. "Ich weiß aus eigener Erfahrung also nur zu gut, wie emotional und leidenschaftlich der Fußball in Dresden gelebt wird", erklärte Yelldell zu seiner neuen Aufgabe. 

Weiter zum Trainerstab gehört Athletik und Fitnesscoach Matthias Grahé, dessen Vertrag für ein Jahr in der 3. Liga erneuert worden ist. 

Neue Situation

In der Corona-Krise läuft auch der Trainingsstart nicht wie gewohnt. Normalerweise wären einige Neugierige dabei gewesen, um die neuen Gesichter zu sehen und sich einen ersten Eindruck vom Team zu machen. Doch das geht diesmal nicht live, also zumindest nicht in der Akademie. Auf dem Trainingsgelände sind Zuschauer nicht zugelassen. "Wir bedauern diese Maßnahme sehr, weil uns der Kontakt zu unseren Mitgliedern und Fans auch rund um den Trainingsbetrieb unseres Profi-Teams wichtig ist", erklärt Geschäftsführer Michael Born. 

Er hatte vorher bereits grundsätzlich angekündigt, dass Dynamo auch künftig die "Kiebitze" zulassen und nicht komplett hinter verschlossenen Türen trainieren will. "Aber auch wir müssen der durch das Coronavirus hervorgerufenen neuen Lebenswirklichkeit ins Auge schauen, entsprechende Hygienekonzepte entwickeln und diese selbstverständlich konsequent umsetzen", betont Born.

Neu ist allerdings auch, dass dieses Training live vom Fernsehsender MDR übertragen wird, ab 14 Uhr startet der Livestream im Internet. "So bekommen alle Interessierten die Möglichkeit, zumindest an den Bildschirmen live beim diesjährigen Auftakttraining unserer Mannschaft dabei sein zu können", meint Born.

Neue Termine

Eigentlich  hätte Dynamo bereits zwei Spiele in der 3. Liga hinter sich, denn die Saison sollte am 24. Juli starten. Durch die Zwangspause wegen der Corona-Pandemie musste der Terminplan jedoch völlig neu aufgestellt werden. Demnach geht es am Wochenende vom 11. bis 14. September mit der ersten Runde im DFB-Pokal los, in der die Dresdner auf den Hamburger SV treffen. Das ist nicht nur für Sportgeschäftsführer Becker ein spezielles Los, sondern für die Mannschaft eine echte Herausforderung und ein Härtetest vor dem Liga-Beginn eine Woche später. 

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Das erste Testspiel bestreitet sie an diesem Sonntag, 9. August, unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Rudolf-Harbig-Stadion. Der MDR überträgt auch diese Partie im Livestream. Anstoß ist 14 Uhr.  Medienberichten zufolge ist eine Partie beim Bundesligisten Union Berlin im Stadion "An der Alten Försterei" für Samstag, 15. August, 14.30 Uhr geplant. Eine Bestätigung dafür gibt es von Dynamo noch nicht.

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