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Dynamos wichtigster Neuzugang fällt aus

Die Dresdner wollen am Mittwoch gegen Karlsruhe ihre Aufholjagd beginnen, doch ausgerechnet ein Schlüsselspieler ist krank. Wie der Trainer ihn ersetzen will.

Von Sven Geisler
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Dynamos Trainer Markus Kauczinski muss auf Neuzugang Josef Husbauer verzichten.
Dynamos Trainer Markus Kauczinski muss auf Neuzugang Josef Husbauer verzichten. © Lutz Hentschel

Dresden. Es kann losgehen. Markus Kauczinski hätte zwar gerne noch eine Woche länger für die Vorbereitung gehabt. "Prinzipiell hätte es uns gut getan, noch an einigen Dingen zu arbeiten", meint Dynamos Trainer. Gleichzeitig ist er zufrieden mit dem, was er mit der Mannschaft im Trainingslager und den Übungseinheiten zu Hause erreicht hat. "Es ist stetig etwas dazugekommen. Die Jungs haben die Dinge, die wir trainiert haben, auch in den Testspielen gut umgesetzt", sagt der 49-Jährige vor dem scharfen Start.

Mit dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC am Mittwochabend, 20.30 Uhr, soll die Aufholjagd beginnen. Für den direkten Klassenerhalt in der 2. Bundesliga müssen die Schwarz-Gelben sieben Punkte Rückstand wettmachen, zum Relegationsplatz sind es sechs. Das ist die Frage: Schafft Dynamo noch das Wunder? "Es sind so Plattitüden die man sagt: Stunde null, alles zurückdrehen, den Reset-Knopf drücken. Das will man nicht hören und auch gar nicht sagen", meint Kauczinski, aber: "Im Leben ist es manchmal so platt. Manchmal muss man einen Strich ziehen, einfach abhaken, weil man das, was war, nicht mehr verändern kann."

Doch als wäre die Ausgangslage nicht schwierig genug, wird sie gleich noch ein wenig komplizierter. Denn außer Kevin Ehlers, der wegen eines lädierten Sprunggelenks bis zu sieben Wochen fehlen wird, und Marco Hartmann, der immerhin am Aufwärmprogramm mit der Mannschaft teilnehmen kann, fällt einer aus, der als Schlüsselspieler im zentralen Mittelfeld vorgesehen ist.

Josef Husbauer, tschechischer Nationalspieler und von Slavia Prag ausgeliehen, hat einen stärkeren Infekt mit Fieber, muss Antibiotika nehmen. Er wird erst Anfang nächster Woche wieder ins Training einsteigen können, ist also auch keine Option für das zweite Spiel am Sonntag in Heidenheim. Kauczinski sagt das so beiläufig wie möglich und möchte auch auf Nachfrage kein großes Ding daraus machen. "Josef wird uns fehlen, aber ich weiß, dass andere Jungs in die Bresche springen werden", wehrt er ab. "Das ist so im Fußball. Man entwirft etwas, wie es sein könnte, weiß aber, dass es anders kommen kann. Deswegen ist es wichtig, dass man nicht auf einen Spieler angewiesen ist."

Mit Ondrej Petrak hat Dynamo erst am Sonntag eine mögliches Pendant zu Husbauer von Slavia Prag geholt, ebenfalls ein erfahrener Tscheche mit - wie es Kauczinski sagt - einer "Nationalmannschaftskarriere im Hintergrund". Die beschränkt sich bei Petrak zwar auf den Nachwuchs von der U16 bis zur U21, trotzdem ist er "ein Spieler mit sehr viel Erfahrung, der im Mittelfeld Stabilität reinbringen kann." Das, betont der Chefcoach, sei wichtig auf allen Positionen: nicht auf einen Spieler angewiesen zu sein. "Wir sind mittlerweile gut aufgestellt, können auf alles reagieren, haben eine guten Konkurrenzkampf."

Er gehe davon aus, dass Petrak nicht von Beginn an auf dem Platz steht, sagt Kauczinski, der seine Startelf bereits im Kopf hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es die gleiche ist, die im geheimen Testspiel am Freitag beim VfB Stuttgart (1:3) begonnen hat, als Husbauer bereits passen musste. In der Schaltzentrale vor der Abwehr agierten dort Dzenis Burnic und René Klingenburg, also zwei, die in der Hinrunde wie fast alle Dynamo-Profis unter ihren Möglichkeiten geblieben waren.

Kauczinski ist es ohnehin wichtig, nicht zu unterscheiden: "Es geht nicht um alt oder neu, dünn oder dick, sondern wir müssen eine Mannschaft sein und zusammen agieren. Da hat jeder seinen Job zu machen. Die neuen allein werden den Unterschied nicht machen." Der soll aber ab sofort deutlich zu sehen sein. "Wir haben uns vorgenommen, eine andere Körpersprache zu zeigen, wir wollen kämpferischer sein mit mehr Aggressivität. Das verlangt, dass wir taktisch zusammen anders agieren", betont er. "Wenn wir schaffen, das auf den Platz zu bringen, ist es unbestritten, dass die Mannschaft darüber hinaus auch Fußball spielen kann. Das hat sie schon bewiesen."

Es kann also losgehen. Doch vorher schwören sich Fans und Mannschaft am Montagabend noch bei einer öffentlichen Trainingseinheit im Stadion ein.

Dynamo spielt voraussichtlich mit: Broll - Wahlqvist, Ballas, Nikolaou, Hamalainen - Klingenburg, Burnic - Horvath, Ebert, Terrazzino - Schmidt.