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Dynamos Trainer: Ich würde rechtliche Schritte einleiten

Markus Kauczinski empfiehlt, sich gegen die Ungerechtigkeiten des Liga-Neustarts vor Gericht zu wehren. Und er verteidigt die harte Kritik von Chris Löwe an der DFL.

Markus Kauczinski ist nach dem nahezu sicher scheinenden Abstieg nachdenklich. Die Kritik seines Spielers Chris Löwe an der DFL unterstützt er - inhaltlich.
Markus Kauczinski ist nach dem nahezu sicher scheinenden Abstieg nachdenklich. Die Kritik seines Spielers Chris Löwe an der DFL unterstützt er - inhaltlich. © dpa/Robert Michael

Dresden. Der enge Spielrhythmus hat auch Pressekonferenzen im Drei-Tages-Rhythmus zur Folge. Bei der am Freitagmittag sollte es eigentlich um Dynamos vorletztes Saisonspiel beim SV Sandhausen am Sonntag gehen. Eigentlich. 

Im Mittelpunkt stand stattdessen die wütende Attacke von Chris Löwe. Der Dynamo-Verteidiger hatte den Ligaverband DFL unmittelbar nach der 0:2-Niederlage am Donnerstagabend in Kiel und dem damit beinahe besiegelten Abstieg in die 3. Liga hart kritisiert. Er warf der DFL unter anderem Desinteresse am Schicksal des Vereins vor. Dabei fielen fielen Worte, die nicht jugendfrei sind.

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Bei der Online-Pressekonferenz äußerte sich nun Trainer Markus Kauszinski erstmals zu Löwes Äußerungen und seiner Sicht auf die Entwicklung in den vergangenen Wochen. Hier seine wichtigsten Aussagen.

Stimmt Kauczinski der Kritik von Löwe zu?

"Wenn man merkt, dass man gegen etwas ankämpft, aber keine Chance hat, dann tut das weh. Mich nervt, dass wir die einzigen sind mit diesem Programm. Deshalb ist es kein fairer Wettkampf. Es geht um so viel, um den Verein, um die Region, um Arbeitsplätze. Da steht so viel auf dem Spiel. Es staut sich was auf, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt. Dann kommt das raus. Er hat das gesagt, was alle im Herzen und im Kopf haben."

Hätte der Trainer die Kritik auch so formuliert?

"Ich bin ein paar Jahre älter, muss Dinge vorleben. Deshalb hätte ich es mit Sicherheit anders formuliert, zwei Sätze weggelassen. Ein Vergleich hat mir nicht gefallen.  Aber wenn es um das Thema Chancengleichheit geht, hat er uns allen aus der Seele gesprochen."  

Rechnet Kauczinski damit, dass Löwe für seine Aussagen bestraft wird?

"Darüber habe ich mir noch keinen Kopf gemacht. Ich kann es mir nicht vorstellen - und wenn, dann ist es so."

Fände es der Trainer gut, wenn Dynamo wegen der Wettbewerbsverzerrung rechtliche Schritte einleitet?

"Ich weiß nicht, ob der Verein das will. Und ich weiß auch nicht, ob es Sinn macht. Aber: Ich würde es tun - einfach, um zu zeigen, dass wir uns wehren, dass wir nicht einfach alles über uns ergehen lassen und dass das, was hier passiert, nicht richtig ist. Ich persönlich würde diesen Schritt wählen, weil es meine Art ist, mit den Dingen umzugehen. Auch ich habe an diesem Spielplan, der nicht fair ist, für einige schwer und für andere weniger schwer, zu knabbern.  Das trifft mich als Trainer in den alten Werten,  Fairness und Chancengleichheit sind für mich das A und O. Wenn ein Tank nur halbleer  ist und der andere voll, dann brauche ich kein Rennen fahren."

Hält Kauczinski den Spielplan mit neun Partien in 29 Tagen für den Hauptgrund des nahenden Abstiegs?

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"Im Endspurt fühlen wir uns benachteiligt. Alles darauf abzuwälzen, wäre aber auch nicht richtig. Eine Saison besteht nicht nur aus drei Monaten. Auch wir als Verein haben Fehler gemacht, und da bin ich ein Teil davon. Nach der Saison muss es weitreichendere Analysen geben als die emotionale jetzt." 

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