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Aktuell zum Rückrundenstart: Minge spricht Klartext

Dynamos Sportchef hat fünf neue Spieler geholt. Im Interview vor dem Auftakt heute Abend gegen Karlsruhe sagt er, warum er an den Klassenerhalt glaubt.

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Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge setzt im Abstiegskampf auch auf die atmosphärische Komponente.
Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge setzt im Abstiegskampf auch auf die atmosphärische Komponente. © Foto: Ronald Bonß

Dresden. Dynamo startet heute Abend, 20.30 Uhr, gegen den Karlsruher SC in die restliche Rückrunde der 2. Fußball-Bundesliga. In den verbleibenden 16 Spielen müssen die Dresdner sieben Punkte aufholen, um den Klassenerhalt direkt zu sichern. Deshalb wurde die Mannschaft in der Winterpause mit fünf Neuzugängen verstärkt: Marco Terrazzino (Freiburg), Patrick Schmidt (Heidenheim), Josef Husbauer (Slavia Prag), Godsway Donyoh (Nordsjaelland/Dänemark) und Ondrej Petrak (Nürnberg).

Im Interview mit Sächsische.de schätzt Sportgeschäftsführer Ralf Minge die Situation ein.

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Herr Minge, wie zufrieden sind Sie mit dem Kader-Umbau?

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass es im Winter nicht so einfach ist, die passenden Transfers zu tätigen. Umso mehr können wir zufrieden sein sowohl mit den Typen, die wir dazugewonnen haben als auch ihren individuellen Qualitäten. Sie geben uns noch mal andere Möglichkeiten.

Müssen Sie sich fragen lassen: Warum nicht gleich so?

Natürlich. Aber das habe ich immer gesagt und dazu gestanden. Wir hatten einen Plan, der so nicht aufgegangen ist, dafür trage ich die Verantwortung. Aus der würde ich mich nicht stehlen.

Sind die Fehler nun korrigiert?

Das wäre zu einfach, es sind im Herbst viele Dinge zusammengekommen. Aber das klingt im Nachhinein wie eine Entschuldigung, deshalb möchte ich das abhaken.

Vor Weihnachten gab es kaum noch Zuversicht, jetzt heißt das Motto: Wir. Zusammen. Jetzt. Gibt es diesen neuen Glauben tatsächlich?

Ja, sonst hätten wir den anderen Plan umsetzen müssen. Die Option hätte es gegeben, zu sagen, wir sparen uns das jetzt und planen für die 3. Liga. Aber das stand nie zur Debatte, darin waren wir uns einig. Die Neuzugänge sollten auch zu diesem neuen Geist führen, weil sie unbelastet sind, die Scheiße im Herbst nicht miterlebt haben. Die anderen können sich an ihnen wieder aufrichten und ihr Leistungsniveau, das sie schon gezeigt haben, auch erreichen. Hinzu kommen die Doppelpässe mit dem Umfeld: der Schulterschluss mit der aktiven Fanszene, die Sponsoren-Veranstaltung mit mehr als 400 Partnern, die Verlängerung des Vertrags mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden sowohl für die Nachwuchsakademie als auch die Profis. Das sind Signale, die es jetzt gebraucht hat, um den Kampf anzunehmen.

Außer bei Marco Terrazzino hat sich Dynamo für die Neuzugänge eine Kaufoption gesichert – und damit für die nächste Saison vorgesorgt, wenn der Klassenerhalt gelingt?

Es sind unterschiedliche Modelle, eine Option ist immer eine Möglichkeit. Wenn es die gibt, sollte man auch versuchen, sie sich zu sichern. Das haben wir getan, alles andere wird man zum gegebenen Zeitpunkt sehen.

Was wollen Sie zum Auftakt gegen Karlsruhe sehen?

Ich könnte es mir einfach machen: einen Sieg, drei Punkte. Aber wir sollten Leistungsziele ausgeben, das heißt, so weitermachen, wie wir in der Vorbereitung gute Fortschritte erzielt haben. Dass man ein anderes Gesicht sieht von der Mannschaft als im Herbst, kann und muss man verlangen. Das ist der entscheidende Aspekt.

Sind Sie denn selbst optimistisch?

Ja, sowohl was die atmosphärische Komponente im inneren Zirkel der Mannschaft betrifft als auch die Trainingseinheiten und Testspiele, wie sie gelaufen sind. Das sind Punkte, aus denen man Selbstvertrauen ziehen kann.

Worauf müssen sich die Dynamo-Fans für die restliche Rückrunde einstellen?

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Wichtig wird sein, wie es der Trainer gesagt hat, dass wir nicht dieses eine Endspiel am Mittwoch haben, sondern es sind insgesamt 16. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass es aller Voraussicht nach bis zum letzten Spieltag eng sein wird. Wir brauchen gute Nerven, eine Atmosphäre, die uns alle gemeinsam trägt. Das geht nur zusammen. Wir tun gut daran, nicht jetzt schon an den 17. Mai zu denken, sondern scheibchenweise vorzugehen. Wir sollten uns zu hundert Prozent auf den Mittwoch konzentrieren, den Haken dran machen, und die Schritte entsprechen weitergehen.

Das Gespräch führte Sven Geisler.

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