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Das sagt Kauczinski nach dem Trainingsstart

Dynamos Chefcoach spricht über die Neuzugänge, fehlende Spieler und mögliche Abgänge in der Winterpause.

Dynamos Chefcoach Markus Kauczinski (2. v. r.) hat ab Samstag zwei Spieler mehr beim Training.
Dynamos Chefcoach Markus Kauczinski (2. v. r.) hat ab Samstag zwei Spieler mehr beim Training. © dpa/Matthias Rietschel

Bei der ersten Einheit im neuen Jahr fehlten Patrick Schmidt und Marco Terrazzino noch, restliche Formalitäten der Leihgeschäfte mussten geklärt werden, erst danach wurden ihre Verpflichtungen verkündet. Wie dringend Dynamo neue Offensivkräfte braucht, wurde beim Trainingsspiel deutlich. Quälende 20 Minuten dauerte es, bis das erste Tor fiel, am Ende stand es 1:1. Eine maue Ausbeute.

Ähnlich mies war die bei den ersten 18 Zweitliga-Spielen – mit 17 erzielten Treffern ist Dynamo auch in dieser Kategorie abgeschlagenes Schlusslicht. Mit den beiden Neuzugängen soll sich das nun ändern. Die Vorschusslorbeeren, die Sportdirektor Ralf Minge und Trainer Markus Kauszinski verteilten, lassen jedenfalls viel Optimismus erkennen. „Er hat in seiner bisherigen Karriere in der Bundesliga und in der 2. Bundesliga jede Menge Erfahrung gesammelt und soll mit seiner Spielintelligenz in erster Linie unsere Offensive bereichern“, lobt Minge den 28-jährigen Terrazzino, der vom SC Freiburg kommt. Kauszinski findet, dass Schmidt „ein körperlich starker Stürmer ist, der in die Tiefe und bei Flanken in den 16er geht, sehr aggressiv im Anlaufen ist und den Gegner stressen kann“. Klingt also alles vielversprechend.

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Nur konnten beide ihre Stärken zuletzt kaum einbringen. Schmidt kam bei seinem bisherigen Arbeitgeber, dem 1. FC Heidenheim, in dieser Saison lediglich auf vier Einsätze, in der vergangenen waren es immerhin 20, bei denen er einen Treffer erzielte. Zuletzt gehörte er an den Spieltagen nicht mal mehr zum Kader, weshalb der Ligakonkurrent der bis zum Saisonende befristeten Leihe zustimmte. Dynamo sicherte sich eine Kaufoption, die wohl nur für den Fall gilt, dass die Schwarz-Gelben die Klasse halten. Für einen Neuanfang in Liga 3 wäre Schmidt somit kein Kandidat.

Marco Terrazzino: "Ich weiß genau,, worauf ich mich hier einlasse."
Marco Terrazzino: "Ich weiß genau,, worauf ich mich hier einlasse." © © dreipass-foto/Kuttner

Das wird jedoch nicht passieren, ist der 26-Jährige sicher. „Ich bin hierher gekommen, weil ich hundertprozentig davon überzeugt bin, dass wir den Klassenerhalt noch schaffen werden“, diktiert er unmittelbar nach dem Trainingsauftakt in die Mikrofone. „Deshalb war relativ schnell klar, dass ich das machen will.“

In Dresden hofft der gebürtige Homburger das zu bekommen, was ihm in Heidenheim sein Namenvetter Frank Schmidt verwehrt hatte. „Als Stürmer braucht man Selbstvertrauen, und das kriegt man über Spielminuten“, meint er. In Heidenheim habe es nicht geklappt, weil „die Konkurrenz stark war – im ersten Jahr mit Robert Glatzel, der dann nach England gegangen ist, und diese Saison mit Tim Kleindienst. Manchmal ist es im Fußball eben so, dass es in dem Moment nicht passt.“

Bei Dynamo soll es passen. Die Vorzeichen stehen zumindest nicht schlecht, weil Dynamo im Angriff dringenden Handlungsbedarf hatte. Drei Stürmer waren für eine Doppelspitze, die Kauczinski bevorzugt auflaufen lässt, eine karge Besetzung. Zudem laborierte Alexander Jeremejeff zuletzt am Sprunggelenk, fehlte auch beim Trainingsauftakt. „Es ist bei ihm schon besser geworden, wird aber noch sieben bis neun Tage dauern. Ich hoffe, dass er im Trainingslager einsatzfähig ist“, so Kauczinski. Dynamo fliegt nächste Woche Sonntag für acht Tage nach Spanien.

Jeremejeff verletzt, Koné hat länger Urlaub

Patrick Schmidt: "Viele haben uns abgeschrieben, aber entscheidend ist, was wir als Mannschaft glauben."
Patrick Schmidt: "Viele haben uns abgeschrieben, aber entscheidend ist, was wir als Mannschaft glauben." © Lutz Hentschel

Sturmpartner Moussa Koné fehlte am Donnerstag ebenfalls, sein Weihnachtsurlaub wurde aufgrund der ungünstigen Flugverbindungen um einen Tag verlängert. Marco Hartmann und Patrick Möschl kurieren ihre Verletzungen aus, Florian Ballas pausiert aufgrund eines Infektes.

So war die Truppe, die am Donnerstagmittag auf dem Gelände im Großen Garten trainierte, mit 18 Feldspielern, darunter vier Talente aus der U19, eher übersichtlich. Am Samstag werden mit Schmidt und Terrazzino aber bereits die ersten beiden Neuzugänge dazustoßen. Für den gebürtigen Mannheimer Terrazzino ist Dresden bereits die siebente Station in den vergangenen neun Jahren. Beim SC Freiburg kam der Linksaußen in der Hinrunde lediglich zweimal bei der Regionalliga zum Einsatz. Dass er wegwollte, ist somit verständlich. „Bei mir zu Hause hängt die Zweitliga-Tabelle auch nicht falsch herum an der Wand. Ich weiß genau, worauf ich mich hier einlasse und bin bereit für diese Aufgabe“, wird der Deutsch-Italiener in der Pressemitteilung des Vereins zitiert.

Seinen neuen Trainer kennt er aus gemeinsamen Zeiten beim Karlsruher SC, danach kickte er in Bochum, Hoffenheim und zweimal Freiburg. Seine 73 Bundesliga- und 96 Zweitligaeinsätze zeigen, worauf Dynamo bei den Wintertransfers auch Wert legt: Erfahrung. Und die Einkaufstour ist noch nicht zu Ende. Auch fürs Mittelfeld und die Defensive wünscht sich Kauczinski Verstärkungen. Dass es noch einmal mit einem Doppelschlag an einem Tag klappt, ist aber eher unwahrscheinlich. „Wir müssen erst mal schauen, dass wir Jungs überzeugen, in den Abstiegskampf zu kommen. Das ist nicht immer leicht“, gesteht er. Kandidaten stehen einige auf der Wunschliste.

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Ob Dynamo Spieler in der Winterpause abgibt, ließ Kauczinski offen. Zuletzt kursierte das Gerücht, Matthäus Taferner würde zu Wacker Innsbruck zurückkehren. In der Vorbereituing werde sich jetzt zeigen, „wer die Chance nutzt, sich aufzudrängen. So ein Neuanfang ist ja auch immer die Möglichkeit, seinen eigenen Stellenwert zu verändern“, so der Trainer, der auch erst unmittelbar vor dem Heimspiel gegen Karlsruhe den Kapitän bestimmen will.

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