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Dynamos Krise verschärft sich weiter

Die Dresdner verlieren 1:3 in Stuttgart und sind nach der fünften Niederlage in Folge jetzt Tabellenletzter. Stellt sich damit die Trainerfrage? Und wie sieht Fiel das Spiel?

Dynamo am Boden, und der Blick nach oben ist ein wenig hoffnungsvoller. Jannis Nikolaou symbolisiert die Lage.
Dynamo am Boden, und der Blick nach oben ist ein wenig hoffnungsvoller. Jannis Nikolaou symbolisiert die Lage. © dpa/Tom Weller

So dramatisch wie am vergangenen Mittwoch beim Pokal-Aus nach Elfmeterschießen ist es nicht, zumindest aber lange Zeit spannend. Am Ende jedoch steht das Ergebnis – und damit die nächste Niederlage für Dynamo. 1:3 (0:2) verlieren die Dresdner am Sonntagnachmittag beim Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart.

Die Gastgeber gingen bereits nach zwei Minuten durch Marc-Oliver Kempf in Führung, in der 38. Minute erhöhte Santiago Ascacibar auf 2:0. Direkt nach der Pause erzielte dann jedoch Moussa Koné per Elfmeter das 2:1 - sein sechster Saisontreffer und sein 22. Tor überhaupt für Schwarz-Gelb. Damit ist er jetzt Dynamos Rekordtorschütze in der zweiten Liga. Angesichts der aktuellen sportlichen Situation ist das nicht mehr als eine Randnotiz – weil Silas Wamangituka in der 84. Minute zum 3:1 traf.

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Fünf Fragen, fünf Antworten zu einer wenig optimistisch stimmenden Partie, nach der Dynamo auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht ist.

Wie lief das Spiel?

Mit einem katastrophalen Start geht´s los. Schon nach zwei Minuten gerät Dynamo in Rückstand. Nach dem ersten Eckball der Gastgeber kommt Kempf völlig frei zum Schuss, und auf der Torlinie kann Brian Hamalainen den Ball nicht klären. Stattdessen stochert er ihn unglücklich über die Torlinie zum 0:1. Stuttgart ist danach die dominierende Mannschaft, nutzt die Überlegenheit, die eher an Dynamos Schwäche liegt, aber nicht aus. In der 24. Minute rettet die Latte für die Dresdner, zwei VfB-Tore zählen zudem aufgrund von Abseitsstellungen nicht. Schließlich sorgt Ascacibar vor der Pause dann noch für das 0:2.

In der zweiten Halbzeit darf Dynamo trotzdem Hoffnung schöpfen, als Koné an der Strafraumgrenze gefoult wird und der Schiedsrichter nach Betrachten der Videobilder drei Minuten später auf Elfmeter entscheidet. Koné selbst verwandelt sicher. Danach bestimmt Stuttgart wieder und weiter die Partie, die angesichts des knappen Spielstands bis zum Schluss von der Spannung lebt.

Wie präsentierte sich Dynamo?

Im Prinzip chancenlos und doch wieder nicht, vor allem in der ersten Hälfte aber auch spür- und sichtbar verunsichert. Ballannahme, Spielaufbau, Offensivaktionen – kaum etwas will gelingen, zwischenzeitlich grenzt es an Auflösungserscheinungen. Entsprechend aufgebracht tobt der Trainer an der Seitenlinie. Immer wieder schreit und gestikuliert Fiel, gibt Anweisungen und muss doch hilflos zusehen, wie seine Mannschaft die, den Pokal eingeschlossen, sechste Niederlage in Folge kassiert.

Das Bemühen lässt sich den Dresdnern dabei nicht mal absprechen. Dass die Partie so knapp ausgeht, liegt jedoch an der schlechten Chancenverwertung der Gastgeber. Sie bestimmen auch nach Konés Anschlusstreffer das Spielgeschehen. Mehrfach ist es Torwart Kevin Broll zu verdanken, dass es lange Zeit beim 1:2 bleibt. 

Hatte Dynamo überhaupt Chancen?

In der ersten Halbzeit genau zweieinhalb. In der 21. Minute zieht Koné an seinem Gegenspieler vorbei und schießt – knapp am Tor vorbei. Keine Minute später trifft Dzenis Burnic den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig. Und kurz vor dem 0:2 bietet sich erneut Koné die Chance. Er stochert sich und den Ball gegen mehrere Stuttgarter durch, doch an VfB-Torwart Gregor Kobel kommen weder der Senegalese noch das Spielgerät vorbei.

Nach der Pause ist es zunächst Koné, der per Elfmeter trifft. Und dann ist es der eingewechselte Luka Stor, der nach 77 Minuten binnen 20 Sekunden zwei riesige Möglichkeiten vergibt.

Welche personellen Änderungen hat Fiel vorgenommen?

Insgesamt sind es drei im Vergleich zum Pokalspiel. Kapitän Marco Hartmann, Burnic und Patrick Möschl, der nach 24 Minuten angeschlagen ausgewechselt werden muss, rücken in die Anfangsformation. Dafür sind die gesperrten Niklas Kreuzer und Patrick Ebert sowie Kevin Ehlers nicht dabei. Der 18-jährige Verteidiger fehlt sogar gänzlich im Spieltagsaufgebot. Wie schon einige Male in den vergangenen Monaten gewährt Fiel dem Abwehrtalent, der im Pokal den entscheidenden Elfmeter verschossen hatte, eine Verschnaufpause.

Wie geht´s jetzt bei Dynamo weiter?

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Nächsten Freitag trifft man im Heimspiel auf den Tabellen-16. Wehen Wiesbaden, danach ist erst einmal wieder Länderspiel- und damit Ligapause. Weil an dem punktspielfreien Samstag (16.11.) die Mitgliederversammlung samt Aufsichtsratswahl stattfindet, dürfte sich bis dahin die Trainerfrage zumindest aus Vereinssicht nicht stellen. Intern wird zwar sicher weiter alles sehr kritisch hinterfragt, wie es Sportchef Ralf Minge zuletzt immer wieder betont hat. Er selbst steht ohnehin fest zu Fiel. Und auch keiner der Aufsichtsräte dürfte zusätzlichen Druck aufbauen, denn keiner mag in dieser schwer kalkulierbaren Stimmungslage die angestrebte Wiederwahl gefährden.

Das sagen die Trainer nach dem Spiel

Tim Walter (Stuttgart): "Wir haben uns den Gegner in der ersten Halbzeit so zurechtgelegt, um danach ernten zu können. Das ist uns aber nicht gelungen, weil wir fahrig aus der Kabine kamen. Das war neu für uns, weil wir im ersten Durchgang schon gut waren, die Jungs hatten Bock. Nach dem Gegentor fing aber das Wackeln an, weil die Konsequenz nicht da war. Trotzdem waren wir vorn brandgefährlich, haben aber zu viele Chancen vergeben. Am Ende war es sehr lehrreich, was wir heute mitgenommen haben."

Cristian Fiel (Dynamo): "Wir wollten den Schwung vom Pokal aus Berlin mitnehmen, auch wenn es mit dem Ausscheiden dort ein bitterer Abschluss war. Der VfB sollte nicht die Möglichkeit bekommen, das Spiel aufzuziehen, das haben wir in der ersten Halbzeit gut gemacht. Gleichzeitig konnten wir aber nicht die Bälle in unseren Rücken verteidigen. Man brauchte nicht denken, dass wir hier her fahren und Stuttgart dominieren, dafür sind sie zu stark. Bitter war aber, dass wir ihnen so schnell ein Tor schenken. Das machte es nicht leichter. Nach dem Elfmetertor für uns kam das Selbstbewusstsein zurück. Wenn du aber die Chancen nicht nutzt, wird es schwer Spiele zu gewinnen."

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