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Die ersten Hinweise nach Dynamos erstem Test

Die Dresdner verlieren mit 2:3 gegen Hertha BSC II, aber das Ergebnis ist dem Trainer weniger wichtig. Für Kauczinski war das Spiel sehr aufschlussreich.

Marco Hartmann (l.) im Zweikampf mit Herthas Christalino Atemona - Dynamos Ex-Kapitän trug beim Testspiel in der zweiten Halbzeit wieder die Binde.
Marco Hartmann (l.) im Zweikampf mit Herthas Christalino Atemona - Dynamos Ex-Kapitän trug beim Testspiel in der zweiten Halbzeit wieder die Binde. © dpa/Robert Michael

Dresden. Der erste Test wenige Tage nach dem Trainingsauftakt verspricht in der Regel wenig Aufregendes. Wenn es aber der erste ist nach einem Abstieg und einem Komplett-Umbau des Kaders, erhofft man sich zumindest einige Hinweise darauf, wie es in der nächsten Saison laufen könnte. So gesehen erfüllte Dynamos 2:3-Niederlage gegen die U23 von Hertha BSC die Erwartungen. „Das Ergebnis“, bemerkte Neuzugang Yannick Stark „war nach den fünf Tagen harter Arbeit zweitrangig.“

Trainer Markus Kauczinski ordnete die Partie als „ersten guten Schritt“ ein und erinnerte daran, dass man am vergangenen Dienstag bei „Stand null“ angefangen habe. „Wir hatten nichts, auf das wir zurückgreifen können. Deshalb bin ich insgesamt ganz zufrieden.“Es war ein überraschend flotter Test angesichts der äußeren Umstände. Mehr als 40 Grad zeigte das Thermometer in Rasennähe. Hinzu kam die kurze Vorbereitung. Folglich haperte es beim Zweitliga-Absteiger an der Spritzigkeit wie der Abstimmung. Kauczinski bot in den beiden Halbzeiten zwei komplett verschiedene Mannschaften auf. 

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In der Startelf standen sechs und damit die Hälfte der bisher verpflichteten zwölf Neuzugänge. Sebastian Mai, der sich nach einer Leisten-Operation noch schonen muss, und der erst am Freitag von Arminia Bielefeld verpflichtete Patrick Weihrauch (muskuläre Probleme) fehlten.

Auf frühes Anlaufen verzichteten die Schwarz-Gelben, was womöglich auch an der Hitze lag. In Hälfte eins bot der Trainer ein 4-3-3-System auf, also drei Stürmer. In der vergangenen Saison hatte er das nie probiert. Da war Dynamo jedoch meist der Außenseiter, in der 3. Liga wird die Mannschaft nun oft das Spiel bestimmen – ein offensiv ausgerichtetes System wäre eine Option. Auch personell könnten sich die Dresdner drei Stürmer in der Startelf leisten. Die eigene Homepage ordnet gleich neun Spieler dem Angriff zu.

Fotos von der Hitzeschlacht - hier durchklicken

Bei mehr als 40 Grad in Rasennähe wird das Spiel zur Hitzeschlacht. Trotz der Temperaturen war es ein flotter Test.
Bei mehr als 40 Grad in Rasennähe wird das Spiel zur Hitzeschlacht. Trotz der Temperaturen war es ein flotter Test. © dpa-Zentralbild
Die Trinkpause muss sein: Dynamos Christoph Daferner, Kevin Ehlers, Osman Atilgan, Panagiotis Vlachodimos, Luka Stor, Jonathan Meier und Pascal Sohm (v. l.).
Die Trinkpause muss sein: Dynamos Christoph Daferner, Kevin Ehlers, Osman Atilgan, Panagiotis Vlachodimos, Luka Stor, Jonathan Meier und Pascal Sohm (v. l.). © dpa-Zentralbild
Philipp Hosiner (l.) versucht, an Herthas Florian Baak vorbeizukommen. Der Stürmer, der vorige Saison beim Chemnitzer FC spielte, konnte in der ersten Halbzeit einige Akzente setzen.
Philipp Hosiner (l.) versucht, an Herthas Florian Baak vorbeizukommen. Der Stürmer, der vorige Saison beim Chemnitzer FC spielte, konnte in der ersten Halbzeit einige Akzente setzen. © dpa-Zentralbild
Dynamos Neuzugang Agyemang Diawusie (l.) fällt positiv auf, auch wenn er hier an Herthas Torwart Florian Palmowski scheitert. Foto: dpa/Robert Michael
Dynamos Neuzugang Agyemang Diawusie (l.) fällt positiv auf, auch wenn er hier an Herthas Torwart Florian Palmowski scheitert. Foto: dpa/Robert Michael © dpa/Robert Michael

Nach der Pause stellte Kauczinski auf das klassische 4-4-2 um. Der Gegner hatte einen großen Anteil daran, dass es ein flotter Test war. Die von Ex-Profi Andreas „Zecke“ Neuendorf trainierten Berliner bestritten die Generalprobe vor dem Saisonstart in der Regionalliga. Am Samstag treffen sie auf Lok Leipzig. Ein Klassenunterschied war wohl auch deshalb nicht zu sehen. „Man hat gemerkt, dass sie in einer anderen Phase stecken“, erklärte Stark.

Das erste Tor erzielte dennoch Dynamo. Der vom FC Ingolstadt verpflichtete Neuzugang Agyemang Diawusie setzte sich auf der rechten Seite energisch durch, seine abgefälschte Eingabe musste Ransford-Yeboah Königsdörffer nur noch über die Linie drücken. Nicht nur wegen dieser Szene war Diawusie der auffälligste Dresdner auf dem Platz, beeindruckte mit seiner Schnelligkeit, bereitete weitere Großchancen vor und vergab selbst eine sehr gute.

Den zweiten Dynamo-Treffer markierte nach der Pause mit Panagiotis Vlachodimos ein weiterer Neuzugang zum zwischenzeitlichen 2:1. „Für die wenige Zeit, die wir bisher zusammen waren, haben wir es ganz gut gemacht“, fand der aus Großaspach gekommene Torschütze. „Aber man hat auch gemerkt, dass die Automatismen fehlen, Kraft und Leichtigkeit noch nicht da sind.“

Kauczinski über Gegentore: Das ärgert mich schon

Auffällig war zudem der Leistungsabfall nach der Pause. Die Elf der ersten Halbzeit könnte schon viel Ähnlichkeit mit einer möglichen Startelf beim ersten Pflichtspiel in fünf Wochen im Pokal gegen den Hamburger SV gehabt haben. Kauczinski fand auch, dass „wir es in der zweiten Hälfte nicht mehr so gut gemacht haben, nicht so engagiert waren und die Gegentore zu leicht fielen. Das ärgert mich schon.“

Die Niederlage hätte sogar noch höher ausfallen können. In den zweiten 45 Minuten scheiterten die Hertha-Talente allein zweimal an Pfosten und Latte. „Natürlich ist Hertha viel, viel weiter als wir“, meinte Kauczinski. „Aber wir wollten genau diesen Test, weil wir so sehen konnten, wo es noch hapert. Es war sehr aufschlussreich.“

Zumindest einen Hinweis gab der Test auch mit Blick auf die Kapitänsfrage. Die Binde trug zunächst Neuzugang Stark, später Marco Hartmann, der seit Donnerstag nach einer Erkrankung wieder trainieren kann. „Es war ein schönes Zeichen vom Trainerteam“, fand der Ex-Darmstädter Stark, wollte dieses aber nicht überbewerten und zählte gleich mal die anderen Kandidaten für das Amt auf: Neben Hartmann kämen für ihn Chris Löwe, Sebastian Mai und Tim Knipping infrage. „Die bringen alle Erfahrung mit, können vorangehen.“ Kauczinski will die Entscheidung erst „nach dem Trainingslager“ Ende des Monats treffen. „Die Jungs müssen sich richtig kennenlernen, das braucht noch Zeit.“

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Mit einem 2:3 gegen die U23 von Hertha BSC starten die Dresdner in die Saison-Vorbereitung. Trainer Kauczinski bietet zehn der zwölf Neuzugänge auf.

Zeit braucht auch Justin Löwe. Der Mittelfeldspieler hatte sich am Mittwoch beim Training an der Schulter verletzt. Eine Diagnose teilte der Verein nicht mit. Der Trainer verriet nun, dass Löwe „operiert werden muss und länger ausfällt. Das tut mir leid für ihn.“ Der 21-Jährige hatte schon länger Probleme an der Schulter.

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