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Dynamo Dresden verkauft seinen heiligen Rasen

Vor dem Zieleinlauf des „Team-Challenge“-Rennens konnten Fans für einen guten Zweck ein Stückvom Spielfeld kaufen. Danach wurde gefeiert.

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Von Sebastian Schneider

Nach sechs Jahren und über 125 strapaziösen Ligaspielen war es dann endlich genug. Der ramponierte Rollrasen im Rudolf-Harbig-Stadion wurde erlöst. Gestern Nachmittag verkaufte Dynamo Dresdens Teile seines Spielfeldes für einen guten Zweck. Anlass war die „1. Team Challenge“, ein Firmenlauf im großen Stil, der über 1800 Hobbyläufer am Abend vom Kulturpalast bis Stadion bewegte.

Zwischen Bratwurstbuden, Bierständen, Sponsorenzelten und einer Bühne samt Lasershow feierten am Abend tausende Stadionbesucher. Stunden zuvor konnten Dynamo-Fans zum ersten Mal auf ihrem heiligen Rasen stehen – oder ihn einfach kaufen. 15 mal 25 Zentimeter grüner Drittliga-Teppich für fünf Euro, mit Seitenlinie acht. Schon am Sonntag hatten findige Fan-Shop-Mitarbeiter neuralgische Punkte des Spielfeldes auf Ebay versteigert. „Für Anstoßpunkt, Elfmeterpunkte, Tornetze und Teile der Coaching Zone haben wir insgesamt 300 Euro eingenommen“, sagt Fanshop-Leiter André Butter.

Der gesamte Erlös soll in die Ulf-Kirsten-Stiftung fließen und den Dynamo-Nachwuchs unterstützen. Frieder Erdmann war deshalb großzügig. Der langjährige Dauerkartenbesitzer aus Mügeln investierte 38 Euro für sieben Rasenstücke. „Das Meiste pflanze ich mir in meinen Garten vor die Terasse. Das Loch habe ich schon ausgehoben.“ Rentnerin Inge Pätzig spendiert dem Wirt ihres Dynamo-Stammtisches ein Stück. Und Platzwart Peter Dammrich verfolgte das Schauspiel dezent erschüttert: „Es tut schon weh, den Rasen abzugeben, den man so lange gehegt und gepflegt hat.“ Bis zur nächsten Saison soll dann ein Neuer ausgerollt werden.